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Claude Lévi-Strauss

Am 28. November wurde der Ethnologe und Anthropologe Claude Lévi-Strauss 100 Jahre alt.

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Claude Lévi-Strauss

Am 28. November wurde der Ethnologe und Anthropologe Claude Lévi-Strauss 100 Jahre alt.

Claude Lévi-Strauss

Sonntag 21. Dezember 2008 um 03.00 Uhr - 24/11/08

10 Kanus, 150 Speere und 3 Frauen

Der junge Aborigine Dayindi begehrt die dritte Frau seines älteren Bruders und droht damit, die Stammesregeln zu brechen. Auf der Jagd in den Sümpfen Nordaustraliens erzählt sein Bruder ihm die mythische Geschichte ihres Vorfahrens Ridjimiraril, seiner drei Frauen und einer schicksalsvollen Rache ...

Zehn Aborigene-Krieger brechen in den Sumpfgebieten Nordaustraliens mit ihren Kanus auf Enteneierjagd auf. Unter ihnen ist Dayindi, ein junger, ungeduldiger Mann, der sich zur dritten und jüngsten Frau seines Bruders und Häuptlings Minygululu hingezogen fühlt. Um Dayindi davor zu bewahren, das Stammesgesetz zu brechen, in dem er seinen Gefühlen nachgibt, erzählt Minygululu ihm und der Jagdgemeinschaft die mythische Geschichte ihres Vorfahren Ridjimiraril.
Dieser lebt mit seinen drei Frauen, der weisen Banalandju, der eifersüchtigen Nowalingu und der jungen Munandjarra, in einem kleinen Lager. Sein jüngerer Bruder Yeeralparil, selbst noch ledig, hat ein Auge auf die hübsche Munandjarra geworfen und sucht immer neue Vorwände, sich in ihrer Nähe aufzuhalten.
Eines Tages erscheint ein fremder Hexer im Dorf und stiftet Unruhe. Er wird von Ridjimiraril fortgeschickt. Als Nowalingu kurz darauf verschwindet, ist dieser überzeugt, der Fremde hätte sie entführt. Eine Gruppe macht sich auf die Suche nach ihr - ohne Erfolg. Als der Honig-Mann Birrinbirrin den Fremden in der Nähe gesehen haben will, begibt sich Ridjimiraril auf einen verhängnisvollen Rachefeldzug, denn sein Speer trifft den falschen Fremden. Dessen Stamm fordert eine Wiedergutmachung und die beiden Brüder sehen sich mit einer schwierigen Entscheidung konfrontiert ...


ZUSATZINFORMATION

"10 Kanus, 150 Speere und 3 Frauen" erzählt vom traditionellen Leben der australischen Aborigines, wie es so noch nie im Film zu sehen war. Mit Hilfe des wohl bekanntesten Aborigine-Schauspielers, David Gulpilil, mit dem Rolf de Heers 2002 bei "The Tracker" zusammenarbeitete und der hier als Erzähler durch die Geschichte leitet, erhielt der in Australien aufgewachsene, niederländische Regisseur de Heers Einblick in die Kultur der Yolngu, eines Aborigine-Stamms, der im Arnhem-Land östlich von Darwin lebt. In Zusammenarbeit mit den Bewohnern des Dorfes Ramingining entwickelte de Heer das Drehbuch und versuchte mit seinem Koregisseur und Darsteller Peter Djigirr einen Film zu schaffen, der es den Aborigines ermöglicht, ihre eigenen Geschichten und die Mythen ihrer Vorfahren zu erzählen.
Entstanden ist der erste Film in Aborigine-Sprache, in dem sich westliche Erzähltraditionen mit einheimischen Überlieferungen und Kulturpraktiken vermischen. So stellt das komplexe soziale Gefüge der Yolngu ungewöhliche Herausforderungen an die Besetzung der Darsteller, die alle aus dem Dorf stammen und deren Regeln des Zusammenlebens auch auf der Leinwand eingehalten werden müssen.
Darüber hinaus gelingt es "10 Kanus, 150 Speere und 3 Frauen" auf faszinierende Weise, das mediale Selbstempfinden des Stammes in den Film zu integrieren. Für die visuelle Gestaltung einer Enteneierjagd beispielsweise greift der Film auf eine Reihe alter Fotografien zurück, die in den 30er Jahren vom Anthropologen Donald Thomson angefertigt wurden. Für den Stamm repräsentieren diese Bilder eine vergangene Zeit: Längst haben Fernsehen, Internet und Allradantrieb Einzug in Ramingining gehalten und viele der im Film gezeigten Rituale und Handwerke mussten neu erlernt werden. Die friedvolle "Thomson-Zeit" wurde in Schwarz-Weiß-Bildern rekonstruiert, während die Sagen der Vorzeit über Liebe, Eifersucht und Rache in bunten Farben ausgeschmückt wurden.
"10 Kanus, 150 Speere und 3 Frauen" wurde mehrfach ausgezeichnet, unter anderem als bester australischer Film des Jahres, und gewann den Jury-Preis der Sektion "Un Certain Regard" bei den Filmfestspielen in Cannes.


10 Kanus, 150 Speere und 3 Frauen
Sonntag 21. Dezember 2008 um 03.00 Uhr
Keine Wiederholungen
(Australien, 2006, 91mn)
ARTE F

Erstellt: 24-11-08
Letzte Änderung: 24-11-08