Was, wenn es Hernán Cortés in der Nacht des 30. Juni 1520 nicht gelungen wäre, mit einigen seiner Konquistadoren aus der Todesfalle Tenochtitlan zu entkommen und ein Jahr später mit einer Übermacht zurückzukehren? Was, wenn der Kommandant der Bastille De Launay am 14. Juli 1789 seine Drohung wahr gemacht hätte, die Bastille in die Luft zu sprengen und Tausende Pariser Bürger mit in den Tod zu reißen? Was, wenn es am 12. September 1683 den Wienern nicht gelungen wäre, in letzter Minute die Mine der Türken unter der Löbel-Bastei zu entschärfen? An diesen drei Tagen stand jeweils alles auf des Messers Schneide. Und die Ereignisse der drei Tage änderten den Lauf der Weltgeschichte.Der Untergang der Azteken
Mit 11 Schiffen, 16 Pferden, 14 Kanonen und 530 Männern sticht Hernán Cortés im Februar 1519 von Kuba aus in See. Er verspricht jedem reiche Beute, der mit ihm die Neue Welt erobert. Cortés handelt auf eigene Faust. Eigentlich soll er nur für Spanien die Küsten Mittelamerikas erkunden und Tauschhandel mit den Eingeborenen treiben. Sein Ziel aber ist Tenochtitlan, heute verborgen unter Mexiko-City. In der Hauptstadt der Azteken liegt der sagenhafte Goldschatz des Montezuma. Die Stadt, die mitten in einem See liegt, ist nur über wenige Dammstraßen zugänglich. Die Azteken lassen die Spanier ohne Widerstand in die Stadt. Doch Tenochtitlan wird zur tödlichen Falle für die spanischen Eroberer. Am 30. Juni 1520 belagern Zehntausende Aztekenkrieger das Quartier der Konquistadoren. Cortés bleibt nur ein Pfand: Er hat Montezuma, den Herrscher der Azteken, in seine Gewalt gebracht. Doch als Cortés ihn vor sein Volk führt, wird Montezuma von einem Stein tödlich getroffen. Am 30. Juni steht alles auf des Messers Schneide. Trotz der zerstörten Dammstraßen wagt Cortés nachts die Flucht aus Tenochtitlan. Es wird ein Todesmarsch. Drei Viertel seiner Männer fallen im Kampf, 80 werden von den Azteken gefangen und den Göttern geopfert. Cortés selbst entkommt diesem Schicksal nur um Haaresbreite. Doch schon ein Jahr später, am 13. August 1521, kann Cortés Tenochtitlan mit der Unterstützung von 8.000 Tlaxcalteken in seine Gewalt bringen. Sie richten unter den ihnen verhassten Azteken ein fürchterliches Blutbad an. Das ist das Ende des Aztekenreiches und der Auftakt zur Eroberung Mittel- und Südamerikas durch die Spanier. Doch hätte nicht alles auch anders kommen können? Unter den spanischen Abenteurern war Bernal Diaz del Castillo. Seine "Wahre Geschichte der Eroberung Neuspaniens" gilt als genaueste und vollständigste Chronik der Konquista. Er erzählt als Augenzeuge vom Untergang der Azteken, auch vom Tag X, an dem sich der Lauf der Weltgeschichte änderte.
Die dreiteilige Reihe erzählt in einer Mischform aus Dokumentation und Spielszenen die dramatischen Ereignisse der Tage X. Für die aufwändige Produktion standen Hunderte von Statisten vor der Kamera. Um die Geschichten anschaulich und spannend zu erzählen, waren umfangreiche Szenenbauten notwendig, unter anderem von der Bastille und der Bresche in der Wiener Löbel-Bastei sowie von der Dammstraße im See von Tenochtitlan. Die Dreharbeiten fanden in Mexiko und in der Tschechischen Republik statt. Darüber hinaus geben Matte-Paintings ein realistisches Bild der Bastille, der Wiener Festungsanlagen sowie der untergegangenen Aztekenmetropole Tenochtitlan, von der die Konquistadoren sagten, es gäbe in ganz Europa keine Stadt, die ihr gleich käme. Erstmals wurde die Bastille für das Programm wissenschaftlich als 3-D-Animation rekonstruiert. Diese Rekonstruktion lässt die Angst der Pariser vor dem Bollwerk mit seinen Kanonen nachempfinden und erklärt, warum die Revolutionäre vergeblich nach den finsteren Kerkern suchten, in denen angeblich Hunderte von politischen Gefangenen des Königs vermoderten. Der zweite und der dritte Teil der Dokumentation werden am 9.7. und am 16.7. jeweils um 20.40 Uhr auf ARTE ausgestrahlt.






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