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18/08/09

24h Berlin - Ein multimediales Experiment

Nun haben wir es fast geschafft - drei Jahre sind ins Land gegangen von der ersten Idee bis zur Fertigstellung von 24h Berlin.

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Die Projektdimensionen sind immens: Ein Jahr intensive Vorbereitung und Recherche, daraus resultierend zwanzig ausgewählte Haupt- und fünfzig Nebenprotagonisten. Und natürlich die achtzig Teams am Drehtag mit einem Stab von insgesamt rund vierhundert Personen. Vor dem Dreh gab es bisweilen die Überlegung, ob man nicht besser gar mit 120 Teams drehen sollte. Dies nicht aus Interesse an Rekorden oder Superlativen, sondern um tief in die Milieus der Stadt eintauchen zu können, um der Stadt, und den Menschen, die wir zeigen, in ihrem wie in unserem Sinne gerecht zu werden. Diese inhaltliche wie künstlerische Herausforderung, die die logistische und technische nach sich zog, hat uns des Öfteren ins Schwitzen gebracht.

Der Drehtag war somit alles andere als normal. Je näher der 5. September 2008 damals rückte, umso mehr spitzte sich die Lage zu; am Tag selbst und erst recht im Anschluss entpuppte sich der Kraftakt als ein Großereignis. Ein Jahr später nun gibt es die Zuspitzung auf den Sendetag – die 24 Stunden Programm warten darauf, gesehen zu werden, auch das für uns ein großer Moment. Seit rund zehn Monaten wird das Material in vier rund um die Uhr besetzten Schneideräumen geschnitten.

Eine völlig neue Erfahrung war bei 24h Berlin die hohe Arbeitsteilung. Es gibt keine Person innerhalb dieses Projektes, die das gesamte Material von 750 Stunden hätte sehen und dabei auch noch den Überblick hätte bewahren können. Ein solches Ausmaß an Material zu bewältigen heißt: abzugeben, sich auf die Kompetenzen von anderen zu verlassen, zu vertrauen.

24h Berlin ist für uns in jeder Hinsicht Format sprengend geworden. Das Projekt hat sich auf vielen Ebenen selbst beflügelt. Die komplexe Ausgangsidee hat ermöglicht, dass neue Komponenten im Laufe des Projektes dazukommen konnten: ein Archiv für die Zukunft, welches in Zusammenarbeit mit der Stiftung Deutsche Kinemathek ins Leben gerufen wurde. Ein Fotografie- und Literatur-Projekt, gemeinsam mit der Fotoagentur Ostkreuz und der Literaturagentur Wenner entstanden, mit Veröffentlichung am Sendetag im Steidl Verlag. Ein großes Screening des Programms am Sendetag im Deutschen Technikmuseum in Berlin sowie zahllose weitere Events in der Stadt. Eine Website, die mit einem 24tägigen Countdown zum Sendetag die multimediale Ebene des Projektes weiter beflügeln wird.

Mit innovativen Formaten und neuen Formen versucht zero one film immer wieder die Grenzen des Fernsehens auszuweiten und Neuland zu betreten. Wir nehmen das Fernsehen mit seinen unerschöpflichen Möglichkeiten genauso ernst wie sein und unser Publikum. Bei 24h Berlin hatten und haben wir das große Glück, mutige Partner wie den rbb, ARTE und das Medienboard Berlin-Brandenburg gewinnen zu können, mit denen wir gemeinsam das 2,8 Millionen Euro teure Projekt realisieren konnten. Viele Wege auf dieser langen und bisweilen unwegsamen Reise hat uns freundlicherweise der Senat von
Berlin geebnet.

Live-Stream und Live-Blog
Machen Sie mit bei unserem Live-Blog parallel zur Sendung am 5.9. auf www.arte.tv/24hberlin.
Hinter uns liegt eine logistische und personelle Kraftanstrengung - vor uns ein multimediales Experiment. Für uns ein Abenteuer, für Sie ein Programm: Auf Ihre Reaktionen sind wir überaus gespannt!





Thomas Kufus
Produzent und Regisseur zero one film

Erstellt: 14-08-09
Letzte Änderung: 18-08-09