Man nehme den Soundtrack einer Girlband, ein wenig 60er-Jahre-Feeling, einen Schuss Leichtigkeit und eine Traumbesetzung. Das ergibt „God Help The Girl“, ein Musical ganz nach der Vorstellung von Belle & Sebastian. God save the Pop!

God Help The Girl"God Help The Girl"
Rough TradeGod Help The Girl 
Nancy Sinatra und ihre Boots, Nico und Garrel, Claudine Longet im Film von Blake Edwards, die enganliegenden Kleider der Shangri-Las und schließlich Burt Bacharachs Soundtrack zu „Casino Royale“, interpretiert von Dusty Springfield… Erinnerungen an das goldene Zeitalter werden wach, als Mädchen Pony trugen und Rythm&Blues und Jazz in die Popmusik einflossen. Genau das möchte Stuart Murdoch mit dem Projekt God Help The Girl erreichen.
Hielt sich der zurückhaltende Stuart Murdoch bei diesem Musical-Soundtrack (der dazugehörige Film wird in Bälde erscheinen), für den Schotten Phil Spector oder gar für Gott? Da seine alte Weggefährtin Isobel Campbell schon vor Zeiten mit Mark Lanegan losgezogen war, suchte Murdoch per Internet nach hübschen und talentierten Musikerinnen. So lernte er unter anderem eine gewisse Catherine Ireton und das Smoosh-Mitglied Asya kennen. Für sie komponierte er Mini-Pop-Symphonien, die an die Sternstunden der Girlgroups aus den 60ern erinnern. Arrangiert wurde das Ganze von Mick Cooke, dem Trompeter und Bassisten von Belle & Sebastian. Außerdem arbeiteten 45 Orchestermusiker und sogar Neil Hannon, Leadsänger der Gruppe Divine Comedy, mit Stuart Murdoch an dem unbeschwerten Soundtrack. 2002 hatten Belle & Sebastian bereits die Filmmusik zu „Storytelling“ von Todd Solondz geschrieben; auch das aktuelle Werk ist typisch für die Musik dieser Band.


God Help The Girl zeigt die Stärken, aber auch die Schwächen einer Indie-Combo aus Glasgow. Die schönen und sehr eingängigen Kompositionen sind fast schon zu perfekt und ausgefeilt. Dennoch kann man nicht anders, als mitzupfeifen und sie immer und immer wieder anzuhören.
Emmanuel Dosda