Paris-Berlin, die Debatte - 19.11.2009 - 19/11/09
Arbeit, Sinn des Lebens?
Philosophen hinterfragen den Sinn der Arbeit: Ist der „Wert Arbeit“ tatsächlich überholt? Oder ist er heute zur Strukturierung der Persönlichkeit sogar notwendiger denn je? „Paris-Berlin, die Debatte“ sucht nach Antworten zur Kultur der Arbeit jenseits der gängigen Arbeitslosen- oder Ein-Euro-Job-Diskussionen.
Weitere Artikel zum Thema
Ist der Mensch tatsächlich für die Arbeit geschaffen? Oder besteht die Gefahr nach der alten Parole: Sein Leben vergeuden, um seinen Lebensunterhalt zu verdienen? Sind diese Fragen überhaupt noch aktuell, wo doch die Arbeit als Wert an sich und als Unterpfand der menschlichen Würde betrachtet wird? Die Arbeit als Wert ist jedoch ein geschichtliches Phänomen, das erst Ende des 18. Jahrhunderts aufgetaucht ist. Die Arbeit im heutigen Verständnis erfuhr in der Antike keine Wertschätzung. Auch verändert sich die Einstellung zur Lohnarbeit, zum Arbeitsmarkt überhaupt. In Deutschland gibt es beispielsweise ein Manifest der „glücklichen Arbeitslosen“. In Frankreich wurde vor ein paar Jahren das Buch „Bonjour paresse“ (etwa: Es lebe die Faulheit!) von Corinne Maier zum Bestseller. Vor diesem Hintergrund stellt sich auch die Frage nach der Schaffung von Werten. Misst sich denn der Reichtum einer Gesellschaft einzig am Pro-Kopf-Einkommen? „Paris-Berlin, die Debatte“ versucht, die kulturelle Dimension von Arbeit zu erfassen, der sozialen Komponente von Arbeit gerecht zu werden und den Begriff von Arbeit neu zu füllen, der über reine Erwerbstätigkeit hinausgeht. Liegt die dazu passende Utopie vielleicht genau in jenem Bereich zwischen der Befreiung von der Arbeit und der Erfüllung in der Arbeit? Paris-Berlin diskutiert mit Daniel Tyradellis, Philosoph und Kurator der Ausstellung: „Arbeit. Sinn und Sorge“ im Hygienemuseum von Dresden.
Erstellt: 20-10-09
Letzte Änderung: 19-11-09