Schriftgröße: + -
Home > Film erleben > Kurzschluss

KurzSchluss

"KurzSchluss - Das Magazin" zeigt die neuesten Kurzfilme aus aller Welt - und wirft einen Blick hinter die Kulissen: mit Porträts, Drehberichten, aktuellen Festival- und Filmtipps und vielen spannenden Interviews.

> 30. Juni > "Der Wasserabsteller"

Mittwoch 30. Juni, um 00:55 Uhr - 14/06/04

"Der Wasserabsteller"

Weitere Artikel zum Thema

Ein Kurzfilm von Franck Heslon

Frankreich 2004
30 Min.20

Buch und Regie: Franck Heslon
Schnitt: Barbara Bascou
Ton: Dominique Dallemagne
Produktion: Plans de Bataille Productions
Mit: Valérie Blanchon, Pierre-Yves Le Louarn, Aziz Durengue, Maya Durengue, Joël Bertier, Francis Pasquet, Raymonde Vallois.


Die Gesten und Handlungsabläufe aus dem Alltag einer etwas anderen Familie. Die Familie wohnt in einem stillgelegten Bahnhof und lebt vor sich hin, wobei ein Tag dem nächsten gleicht. Er erledigt hier und da kleine Reparaturen, während sie sich um die beiden Kinder und das Essen kümmert. Aber dann erhält diese Frau eines Nachmittags Besuch von einem Angestellten der Stadt, der ihnen das Wasser abstellt, da sie schon seit über zwei Jahren keine Rechnungen mehr bezahlt haben. Sie bleibt ganz ruhig und lässt ihn, dem seine Aufgabe unangenehm ist, methodisch seiner Arbeit nachgehen ...

Franck Heslon wird 1972 geboren, studiert Neuphilologie in Tours und zieht 1996 nach Paris.
Seine ersten Schritte in der Filmbranche macht er als Regieassistent. Er arbeitet mehrere Jahre als zweiter, dann als erster Regieassistent bei zahlreichen Produktionen für Kurzfilme und mittellange Filme, wie auch Fernsehfilme, bevor er Jean-Louis Bouchaud, Dominique Duthuis, Gabriel Auer oder auch Nicolas Brevière bei ihren Spielfilmen assistiert.

Im Jahr 2001 dreht er seinen ersten Kurzfilm „Un éclair, une religieuse“, auf den zwei Jahre später „Le Coupeur d’eau“ folgt, eine freie Adaptation des neuen Eponyms von Marguerite Duras aus ihrer Sammlung „La vie matérielle“.

Derzeit arbeitet Franck Heslon an seinem ersten Spielfilm „Chambres d’hôtes“, für den er das Drehbuch gerade in Zusammenarbeit mit Jean-Pol Fargeau fertig geschrieben hat („Trouble Every Day“, „Beau travail“, Nénette et Boni“, „Pola X“ ...).


FILMOGRAPHIE:


· 2001
Un éclair, une religieuse (11 min)

Eine junge Frau bekommt Besuch von einem Freund, während sie sich in aller Ruhe dem Abwasch widmet. An diesem Besuch wäre nichts weiter Besonderes, wenn er sich nicht fortwährend wiederholen würde ...


· 2004
Le Coupeur d’eau (30 min)

Derzeit in Arbeit:
Chambres d’hôtes (Spielfilm)
„Chambres d’hôtes“ ist ein Drehbuch mit vielen fantastischen Elementen, die sich zunehmend zu etwas Traumweltartigem entwickeln. Eine junge Frau gibt sich für eine andere aus und übernimmt eine Stelle in einem Gasthaus. Sie verliert ihr Gedächtnis und sogar die gesamte Orientierung. Die Erzählung begleitet dieses psychotische Abrutschen bis zu dem Punkt, ab dem sie versucht, wieder zu sich selbst zu finden, sich zu wiederholen, um den Ausgangspunkt ihrer eigenen Ungereimtheiten zu finden. Das Drehbuch behandelt Themen wie Wahnsinn und Schizophrenie, indem es an den Begriff des „Unheimlichen“ anknüpft.


LESENSWERT:

La vie matérielle“ von Marguerite Duras, P.O.L, 1987, Paris.

„Le fait divers“ von Annik Dubied und Marc Lits, Que sais-je?, PUF, 1999

(...) Seit dem 14. Jahrhundert und bis in die Gegenwart hinein, sind es von allen Texten, Fotos und bewegten Bildern aus den Erzählungen reeller, fiktionaler oder erträumter Ereignisse die Nachrichten, die in unserem kollektiven Gedächtnis verankert bleiben, und die Dinge, vor denen wir uns fürchten, die uns aber auch faszinieren, in einem Netz verweben. In der Weiterführung der Mythen und Legenden aus den Zeiten unserer Urväter zeichnen sie ein imaginäres Bild unserer Gesellschaft. In den Tageszeitungen und den Zeitschriften, im Fernsehen wie auch im Kino, sind die Nachrichten durch ihren exakten Bezug zu den wahren Ereignissen, aber auch durch ihre fiktionale Wiedererzählung der Berichterstatter, der Ort, an dem sich das Unbenennbare, das Überraschende, das, was den Rahmen des Normalen überschreitet, zu erkennen gibt. Daher werden sie alle neuen technologischen und medialen Widrigkeiten überleben. Die Nachrichten werden, in welcher Form auch immer, trotz jeglicher Missbilligung oder moralischer Verdammnis, der sie immer noch ausgesetzt sind, diese soziale Funktion einnehmen.

(Auszug aus „Le fait divers“ von Annik Dubied und Marc Lits, Que sais-je ?, PUF, 1999.)

Erstellt: 14-06-04
Letzte Änderung: 14-06-04