
(4 luni, 3 saptamâni si 2 zile)
Spielfilm, Rumänien 2007
114 Min.
Deutsche Synchronfassung
ZDF/ARTE
Regisseur: Cristian Mungiu; Drehbuch: Cristian Mungiu; Kamera: Oleg Mutu; Schnitt: Dana Bunescu; Produktion: Mobra Films; Produzent: Oleg Mutu, Cristian Mungiu, Alex Teodorescu
Mit: Anamaria Marinca (Otilia), Laura Vasiliu (Gabita), Vlad Ivanov (Herr Bebe), Alex Potocean (Adi), Luminita Gheorghiu (Frau Radu, Adis Mutter), Adi Carauleanu (Dr. Radu, Adis Vater)

Otilia und Gabita sind Zimmergenossinnen. Beide werden in dem Tag und der Nacht, während denen der Film sie begleitet, in existenzielle Situationen geworfen. Das Wohnheim, in dem sich die Technik-Studentinnen ein viel zu enges Zimmer teilen, ist ein genaues Abbild des Ende der 1980er Jahre wirtschaftlich und moralisch komplett bankrotten Ceaucescu-Regimes: ein Irrgarten aus allerlei Gefälligkeiten, Abhängigkeiten und Bestechungsmanövern, in dem Studentenbuden zu Schwarzmärkten umfunktioniert und Informationen über die Zigaretten-Vorlieben bestimmter Professoren unerlässlich sind, wenn man zur nächsten Prüfung zugelassen oder eine gute Note erhalten will. Zumal wenn man im totalitären, megalomanen Bauern- und Palaststaat mit dem Stigma einer Frau vom Land ohne Beziehungen behaftet ist, die einen angestammten Männerberuf erlernen soll. Ihr allmächtiger Herrscher Nicolae Ceaucescu hat jedoch in paradoxem Widerspruch dazu verfügt, dass sich das weibliche Geschlecht zwecks Bevölkerungsexplosion vor allem durch besondere Gebärfreudigkeit auszuzeichnen hat. Abtreibungen sind deshalb seit 1960 illegal in Rumänien. Gabita ist schwanger, aber sie will das Kind nicht. Sie weiß ja selbst kaum, wie sie überleben soll. Abtreibung ist bei Gefängnisstrafe strengstens verboten. Trotzdem organisieren Gabita und Otilia eine Abtreibung bei dem unheimlichen Doktor Bebe…
Der junge rumänische Regisseur Cristian Mungiu (Jahrgang 1968) studierte Regie an der Universität von Bukarest. Bereits sein erster Langfilm „Occident“ feierte Weltpremiere 2002 in Cannes in der Sektion „Quinzaine des Réalisateurs“ und wurde auf über 50 Festivals weltweit gezeigt. Mit „4 Monate, 3 Wochen und 2 Tage“ blickt Mungiu wie ein Zeitzeuge auf die Seelenqualen der 23-jährigen Frauen. Rückblickend darf er endlich die totgeschwiegenen und unsichtbaren Grausamkeiten eines untergegangenen Terrorregimes zeigen. Trotz klaustrophobisch enger Räume ist Mungiu ganz nahe bei den Protagonistinnen, als dürfe der Nachwelt zumindest heute kein Detail ihrer Tortur, keine Feinheit ihrer Solidarität, ihrer unaussprechbaren Ängste vorenthalten werden.






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