Brigadegeneral Heinz Büchner bekommt eine streng geheime Akte auf den Tisch: Eine Einsatzgruppe seiner GSK (Gebündelte Spezialkräfte) soll in den Kaukasus ausrücken. Dort sind islamistische Terroristen untergetaucht, die nach Geheimdienstinformationen einen Bombenanschlag auf das Hauptquartier der US-Streitkräfte in Heidelberg planen. Mit einem atomaren Sprengsatz wollen sie eine Katastrophe auslösen, deren Ausmaß um einiges größer wäre als das der Anschläge vom 11. September in New York. Vor allem Büchners Stellvertreter und Freund Arne Koczian und seine Ex-Ehefrau Ellen, Pazifistin und Projektleiterin bei "Ärzte ohne Grenzen", zweifeln an der Richtigkeit des Einsatzes. Ellen hat durch Verbindungen zum Verteidigungsausschuss erfahren, dass die Bundeswehr internationale Aufträge zur Eliminierung iranischer Terroristen ausführt. Das würde bedeuten, bei dem geplanten Einsatz handle es sich um ein illegales Killerkommando. Der pflichtbewusste General gerät in einen Gewissenskonflikt, denn sein Sohn Christopher soll den gefährlichen Einsatz leiten. Das ohnehin schwierige Verhältnis der beiden wird auf eine harte Probe gestellt.
Thomas Bohn schrieb und realisierte dieses spannende Drama um Loyalität, Pflichterfüllung und das Für und Wider eines Kriegseinsatzes. Vor dem Hintergrund der manipulierten Informationen die zur politischen Begründung des Irak-Krieges präsentiert wurden, besticht "Das Kommando" als aktueller, hoch politischer Film, bei dem Politik nicht in der Vergangenheit stattfindet.Seine ersten beruflichen Erfolge feierte Thomas Bohn zwischen 1985 und 1993 als Werbefilmregisseur. So wurde ein für Amnesty International realisierter Spot beim Werbefilm-Festival in Cannes mit dem Goldenen Löwen ausgezeichnet. Als Autor und Regisseur drehte er unter anderem "Kein Mann für eine Nacht" (1998) und "Ein Zwilling zuviel" (2000). Auch bei zahlreichen "Tatort"-Episoden zeichnet er für Buch und Regie verantwortlich, so bei "Todesbande" (2003). Sein Kinodebüt gab er 2000 mit "Straight Shooter", in dem Dennis Hopper eine Hauptrolle übernahm. Zur Zeit schreibt Thomas Bohn den Politthriller "Der Staatsbesuch", den er im Sommer 2005 in Berlin verfilmen wird.
Robert Atzorn feierte mit "O Gott, Herr Pfarrer" Ende der 80er Jahre seinen ersten großen Serienerfolg, für den er die Goldene Kamera bekam. Die Rolle als Deutschlands Lieblingspauker in "Unser Lehrer, Doktor Specht" brachte ihm einen TeleStar ein. Seit Oktober 2001 ist Atzorn der neue "Tatort"-Hauptkommissar im NDR. Zu seinen bekannten Filmen zählen "Jenseits der Liebe" (2000) und "Küss mich Kanzler" (2003) von Ulrich Stark.
Jens Atzorn, Sohn von Robert Atzorn, stand nach ersten Berufserfahrungen am Theater - "Das Spiel ist aus" (1995) und "Faust" - für den Kurzfilm "Retro" (2002) erstmals vor der Kamera. Es folgten "Jeder kriegt, was er verdient" (2003) und "Ne Tüte voll deutsch" (2003). In "Das Kommando" sind Vater und Sohn Atzorn erstmals gemeinsam in Hauptrollen zu sehen.
Iris Berben (rechts) gehört zu den profiliertesten Schauspielerinnen Deutschlands. Bekannt wurde sie an der Seite von Diether Krebs in Michael Pfleghars Comedy-Reihe "Sketchup" (1985). Ihren Erfolg verdankt sie ihrer besonderen Wandlungsfähigkeit, die ihr unter anderem schon die Goldene Kamera (1987 und 2004) und den Bambi (1989 und 2003) einbrachte. Sie ist seit Jahrzehnten engagiert gegen Rassismus, Antisemitismus und Neonazismus, wofür sie 1997 mit dem Bundesverdienstkreuz und 2003 mit dem Bundesverdienstkreuz Erster Klasse ausgezeichnet wurde.ARTE strahlt diesen Film auch in einer untertitelten Fassung für Hörgeschädigte aus.
Das Kommando
Deutschland 2004, ARTE/SWR, 16:9, 87 Min.
Regie: Thomas Bohn; Buch: Thomas Bohn; Kostüme: Rautgundis Beutel; Kamera: Simon Schmejkal; Schnitt: Inge Bohmann; Ausstattung: Hans Zillmann; Maske: Oliver Tilly, Claudia Seidl; Ton: Erich Lutz; Musik: Hans Franek; Produktion: Maran Film; Redaktion: Ulrich Herrmann, Andreas Schreitmüller
Mit: Robert Atzorn - (Heinz Büchner), Jens Atzorn - (Christopher Büchner), Iris Berben - (Ellen Büchner), Nils Düwell - (Major Stefan Marder), Oona-Devi Liebich - (Florence Barat), Nele Mueller-Stöfen - (Angelika Leisen), Frank Röth - (Oberst Arne Koczian), Michael Schenk - (Benedikt Hohndayer)








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