Wie kann man sich als Instrument für eine Solokarriere ausgerechnet die Bratsche aussuchen, ein Instrument, das schwer und sperrig ist, das tief und klagend klingt und zudem als nicht sonderlich "cool" angesehen wird? Nils hat als 17-Jähriger die Violine aufgegeben und sich für die sperrige Viola entschieden. Damals wurde für ein Kammermusikkonzert ein Bratscher gesucht, es kam zum Erstkontakt zwischen Nils und dem Instrument. "Es war", sagt er, "Liebe auf den ersten Griff". Vor allem der tiefe, satte Klang hat es ihm angetan. Solisten mit Viola auf dem Konzertpodium sind Exoten, kaum ein Komponist hat etwas für sie geschrieben. Wenn doch, ist es oft melancholisch und elegisch. Nils Mönkemeyer sieht sich als Pionier, der den schlechten Ruf seines Instruments widerlegen will. "Es gibt einfach in unserem Fach noch keine so lange Solistentradition, das hat erst mit der Generation von Tabea Zimmermann, Kim Kashkashian und Yuri Bashmet begonnen. Mittlerweile ist da aber viel in Bewegung, das wird sich auch noch weiter ändern. Ich denke, in Zukunft geht es weniger darum, welches Instrument ich spiele, sondern vielmehr um die Frage, wie wir überhaupt mit Konzertformen umgehen und die Klassik voranbringen können." Bereits 2006 wurde der heute 33-Jährige Professor für das Orchesterprogramm an der Escuela Superior de Música Reina Sofía in Madrid, ab dem Wintersemester 2011/12 lehrt er an der Hochschule für Musik und Theater München.