Donnerstag 8. Oktober 2009 um 23.30 Uhr
Classic goes Clubbing: Das neue monatliche Late-Night-Format „ARTE Lounge“ bringt frischen Wind in die scheinbar festgefügten Rituale der Klassikszene. Im Berliner Techno-Club „Maria am Ostbahnhof“ präsentiert die charismatische Starsopranistin Measha Brueggergosman hochklassige Künstler, spannende Musik-Acts und interessante Gespräche. An ihrer Seite sehen die Zuschauer den Konzertpianisten Andreas Kern und DJ Canisius, den „etwas anderen Zeremonienmeister“ (Berliner Zeitung). Neben den Weltstars der Klassik finden Newcomer, Crossover-Künstler, Tänzer und Performances in der „ARTE Lounge“ ihren Platz.
Zu Gast ist unter anderem einer der wichtigsten Cellisten seiner Generation,
Mischa Maisky. 1948 in Riga, Lettland, geboren, gewann er schon 1965 in der damaligen Sowjetunion den ersten Preis beim nationalen Musikwettbewerb. Maisky ist der einzige Cellist, der sowohl bei Rostropowitsch als auch bei Piatigorsky, den Großmeistern des Cello, in die Lehre gegangen ist. Nachdem seine Schwester nach Israel ins Exil gegangen war, wurde er verhaftet und verbrachte zwei Jahre in einem Arbeitslager. 1972 gelangte er dank des Freikaufs durch einen amerikanischen Gönner ebenfalls nach Israel. Ein Jahr später gab er sein Debüt in der New Yorker Carnegie Hall. Begeistert von seinem Cellospiel überließ ihm im Anschluss an dieses Konzert ein greiser New Yorker Cellist sein Montagnana-Cello aus dem Jahr 1720 - für gerade ein Drittel des eigentlichen Wertes von mehreren Millionen Dollar. Seitdem reist das Cello im Flugzeug als Mrs. Mischa Maisky auf dem Sitzplatz neben ihm zu den großen Konzertbühnen der Welt.
Durch
Christian Lindberg, sagen Experten, hat die Posaune den Aufstieg zum Soloinstrument in der klassischen Musik geschafft. Mehr als 80 Posaunenwerke wurden von Komponisten für ihn geschrieben und von ihm uraufgeführt. Dabei hatte der Schwede
Christian Lindberg erst mit 17 Jahren zur Posaune gefunden, aber schon zwei Jahre später war er Mitglied des Royal Stockholm Opera Orchestra. Der endgültige Durchbruch kam, als er von der BBC 1991 zum "Solisten des Jahres" nominiert wurde. Heute ist er zudem Chefdirigent des Nordic Chamber Orchestra und des Swedish Wind Ensemble.
Die Altistin
Nathalie Stutzmann ist bekannt für ihre Interpretationen des Deutschen und Französischen Liedes. Die Erkenntnis, niemals die hohen Partien aus "Tosca" oder auch nur aus "Carmen" singen zu können, bereitete Nathalie Stutzmann früher durchaus Probleme. Doch inzwischen hat sie die reizvollen Möglichkeiten ihrer so tiefen Stimme längst erkannt. Seit 1994 arbeitet sie intensiv mit der schwedischen Pianistin
Inger Södergren zusammen, mit der sie regelmäßig weltweit Liederabende gibt und die sie auch in der ARTE Lounge begleitet.
Die Verbindung von hochklassiger Musikkunst und Theater im Einklang mit Comedy verkörpern
Igudesman & Joo. Hinter dem Namen steht der Petersburger Aleksey Igudesman an der Violine und Richard Joo am Klavier, geboren als Sohn südkoreanischer Eltern in London. Bei ihrem Auftritt in der ARTE Lounge zeigen sie unter anderem, wie viel James Bond schon in Mozarts Kompositionen steckte.
Abgerundet wird das Programm der ARTE Lounge durch eine Modenschau und durch den Auftritt der gebürtigen Rumänin
Miss Platnum, die Hip-Hop, Soul, R&B mit rumänischen Musikelementen mischt. In der Lounge gesellt sich auch der Posaunist Christian Lindberg zu ihrer Band.