Am 17. Oktober, am Weltgedenktag gegen Hunger und Elend, wird die Organisation ATD Vierte Welt erneut auf die Armut in der Welt aufmerksam machen. Die Nichtregierungsorganisation (NGO) wurde 1957 von Pater Joseph Wresinski im französischen Noisy le Grand gegründet; Grundidee war, dass die Armut nur dann besiegt werden könne, wenn die Ärmsten an diesem Kampf beteiligt werden. Seit fünf Jahrzehnten hilft die Organisation verarmten Familien in inzwischen 29 Ländern, unter ihnen auch die Philippinen. In der Hauptstadt Manila hat ATD Vierte Welt bereits vor 20 Jahren ein eigenes Büro eröffnet. Ein Drittel der 90 Millionen Einwohner des Inselstaates leben unterhalb der Armutsgrenze, die meisten von ihnen hausen unter Brücken oder zwischen den Gräbern der größten Friedhöfe der Stadt. Neben der materiellen Hilfe bietet die NGO auch Möglichkeiten für einen Dialog und Erziehungsprogramme an, die nach Überzeugung der Organisatoren die Würde der Menschen wiederherstellen und zu einem wirklichen Selbstvertrauen führen können. Fünf ATD-Mitarbeiter beraten bei der Formulierung eines Stipendienantrags oder organisieren Termine bei verschiedenen Behörden der Stadtverwaltung, wo das Wohnungsamt die gefragteste Anlaufstation ist. Bei dieser Hilfe in den ganz alltäglichen Problemen des Alltags sollen die Betroffenen lernen, ihr Schicksal in die eigenen Hände zu nehmen. Raul Detona ist nur ein Beispiel: Als Clochard hat er erfolgreich für eine Einzimmerwohnung gekämpft, heute berät er andere bei der mühsamen Wohnungssuche. Eine Woche lang haben ARTE-Reporter alle Aktivitäten der ATD Vierte Welt in Manila beobachtet.