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Amerikanischer Bürgerkrieg

Der Amtsantritt von Barack Obama am 200. Geburtstag von Abraham Lincoln gibt Anlass, sich eingehend mit der Geschichte Amerikas zu beschäftigen.

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Der Amtsantritt von Barack Obama am 200. Geburtstag von Abraham Lincoln gibt Anlass, sich eingehend mit der Geschichte Amerikas zu beschäftigen.

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Biografie - 02/03/09

Abraham Lincoln (1809-1865)

Als Märtyrer der Union und Sklavenbefreier wird Abraham Lincoln bis heute als größter Präsident in der Geschichte der Vereinigten Staaten verehrt.

Abraham Lincoln wurde 1809 als Sohn eines bescheidenen Farmers geboren. Er wuchs in Indiana auf und ließ sich als Erwachsener in Illinois nieder, wo er sich mit Gelegenheitsarbeiten als Landarbeiter, Holzfäller, Schiffer, Kaufmann, Posthalter und Landvermesser über Wasser hielt. 1832 übernahm er im Black-Hawk-Krieg die Führung einer Milizkompanie. Doch bald darauf erwachte sein Ehrgeiz. Er absolvierte ein Selbststudium der Rechtswissenschaft und wurde 1837 zur Anwaltskammer von Illinois zugelassen. Parallel dazu trat er in die liberal-konservative Whig Party ein und wurde in das Staatsparlament von Illinois gewählt, wo er in vier aufeinander folgenden Legislaturperioden von 1834 bis 1846 ein Mandat inne hatte. Der besonnene, wortgewandte und integre Mann zog 1846 ins Repräsentantenhaus der Vereinigten Staaten ein, doch sein Auftreten gegen Präsident James K. Polk und den Krieg gegen Mexiko verhinderte seine Wiederwahl.

Er nahm seine Tätigkeit als Anwalt wieder auf, engagierte sich aber zunehmend politisch. Lincoln war ein entschiedener Gegner der Ausbreitung der Sklaverei in den neu erschlossenen Gebieten im Westen. 1854 trat er der neu gegründeten Republikanischen Partei bei. Zwei Jahre später wurde er bei den Senatswahlen knapp von Stephen Douglas geschlagen, doch seine berühmte „House Devided Speech“ über die Gefahren einer Spaltung des Landes wegen der Sklavenfrage machte ihn in der Öffentlichkeit bekannt. Aufgrund seiner gemäßigten Einstellung wurde er wider Erwarten als republikanischer Kandidat für die Präsidentschaftswahl im November 1860 aufgestellt. Nach seinem Wahlsieg gab South Carolina seinen Austritt aus der Union bekannt; bald darauf folgten acht weitere sklavenhaltende Staaten.

Am 4. März 1861 zog Lincoln ins Weiße Haus ein. Das Klima war geprägt von der Angst vor Attentaten. Der neue Präsident appellierte an die Südstaaten, Frieden und nationale Einheit zu wahren, doch seine Appelle verhallten ungehört. Nachdem am 15. April die Bombardierung des von unionstreuen Einheiten gehaltenen Fort Sumter in der Bucht von Charleston, South Carolina, bekannt geworden war, berief Lincoln 75.000 Freiwillige ein, um die Rebellion niederzuschlagen. Vier Tage später gab der Präsident dem Druck seines Kabinetts nach und beschloss eine Blockade der Küsten der Südstaaten. Er wollte die Einheit der Union bewahren und verhindern, dass sein Land sich in rivalisierende Staaten aufspaltet, wie es in Lateinamerika bereits geschehen war. Abraham Lincoln war sich der schweren Verantwortung bewusst, die sein Amt mit sich brachte; er wuchs an seinen Aufgaben und wurde zu einem Staatsmann von Format. Erschwert wurde seine Arbeit durch die stürmischen Beziehungen zu einigen seiner Generäle, die ihm ungeschickte Einmischung in militärische Angelegenheiten vorwarfen.

Über zwei Jahre lang wurden militärische Erfolge vor allem an der Westfront errungen, wo die Unionsarmee die feindlichen Linien durchbrechen konnte. Mit Hilfe von William Seward, seinem Außenminister und engstem Mitarbeiter, gelang es Lincoln, ein Eingreifen Englands und Frankreichs zugunsten der Konföderierten Staaten zu verhindern und im Namen der Kriegsanstrengung unpopuläre Maßnahmen durchzusetzen. Er setzte das Habeas-Corpus-Gesetz außer Kraft, ließ seine wichtigsten Gegenspieler verhaften und führte eine allgemeine Wehrpflicht ein. Diese Maßnahmen stießen natürlich auf Widerstand, doch der charismatische Präsident schaffte es stets, die Öffentlichkeit zu beruhigen und extremistische Bestrebungen zu zügeln.

Am 1. Januar 1863 trat die von Lincoln unterzeichnete Emanzipations-Proklamation zur Abschaffung der Sklaverei in Kraft. Der Kampf der Union erhielt hierdurch eine neue Dimension: Im Falle eines Siegs des Nordens war die Abschaffung der Sklaverei nun unabwendbar geworden. Lincolns „Gettysburg Address“ vom 19. November 1863, in der er das demokratische Selbstverständnis der Vereinigten Staaten zusammenfasste, gehört bis heute zum historisch-kulturellen Erbe der USA. Im November 1864 wurde Lincoln wiedergewählt. Nun, da kein Zweifel mehr am Ausgang des Krieges bestand, entwarf er einen Plan für die Wiedereingliederung der Südstaaten in die Union.

Am Abend des 9. April erfuhr er von der Kapitulation in Appomattox. In dem Bewusstsein, dass ihn nun eine überaus schwierige Aufgabe erwartete, rief er seine Landsleute zum Frieden und zur Verbrüderung auf. Doch fünf Tage später wurde Lincoln in seiner Loge im Ford-Theater in Washington von dem Schauspieler John Wilkes Booth, einem fanatischen Sympathisanten der Südstaaten, angeschossen. Als Märtyrer der Union und Sklavenbefreier wird Abraham Lincoln bis heute als größter Präsident in der Geschichte der Vereinigten Staaten verehrt.

Farid Ameur

Erstellt: 10-02-09
Letzte Änderung: 02-03-09