Die tägliche Arbeit von Klaus und seinen Mitarbeitern bestand darin, sich zu vergewissern, dass es ausreichend Früchte und Gemüse gibt, aber auch, dass das notwendige Verpackungsmaterial vorhanden ist. Bis hierhin also nichts wirklich Erstaunliches. Mal abgesehen davon, dass wir uns inmitten einer Planwirtschaft befinden, in einem Land also, wo Bananen Mangelwaren sind und es nur Ende Dezember Orangen in den Läden gibt. Ziel des sozialistischen Staates war es, die Importe auf ein Minimum zu beschränken, bzw. nur von befreundeten Ländern zu kaufen – also Kuba, Ungarn, Bulgarien...
„Natürlich erschien mir dieses Vorgehen merkwürdig. Aber zu dieser Zeit war das eben so. Ich machte mir nicht großartig Gedanken darüber.“ Für Klaus war der abrupte Wechsel zum Kapitalismus schwierig. Als er Bereichsleiter für ganz Deutschland wurde, musste er erst lernen, was es heißt, in einem Konkurrenzsystem zu verhandeln. Die Verantwortlichen im Westen hatten sich schon lange an die Kunst des Handelns gewöhnt.
Seit Beginn der 90er Jahre hat sich Klaus' Erfahrungshorizont stetig erweitert. Nach seiner Arbeit in der DDR und im vereinten Deutschland hat er seine Laufbahn auf europäischer Ebene in Brüssel fortgesetzt.
Heute lebt er auf einem Boot, das in einem Ostseehafen liegt. Die Zeit des Mangels an Einweckgläsern und -deckeln erscheint in seiner gut ausgestatteten Küche in sehr weite Ferne gerückt.






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