Kontakt zur Diva Huma Roja auf und lernt deren drogensüchtige Geliebte Nina kennen. Rosa bringt ihr Kind zur Welt, das bei den Großeltern untergebracht wird. Bald darauf stirbt sie. Bei ihrem Begräbnis taucht schließlich auch Lola auf. Manuela berichtet ihm von Esteban und söhnt sich weitgehend mit ihm aus. Inzwischen bereitet die Unterbringung von Rosas Baby Probleme, denn Rosas Mutter hat Angst, sich bei dem HIV-positiven Säugling anzustecken. Nun ist Manuela gefragt.Haarsträubend scheint die Ballung von Schicksalsschlägen und schrägen Lebensläufen in diesem großartigen Melodram, das bei einem weniger begabten Regisseur zur Groteske geraten wäre. Pedro Almodóvar inszeniert seine raffiniert verschlungene Geschichte als Burleske und Drama. Er verknüpft ohne Scheu Zitate aus klassischen Hollywood-Dramen wie "Alles über Eva" ("All about Eve") von Joseph Mankiewicz aus dem Jahr 1950 und "Endstation Sehnsucht", das Elia Kazan 1951 nach dem Theaterstück von Tennessee Williams gedreht hat, mit sexuellen Tabubrüchen. Dabei gelingt es dem Regisseur, aus den abgründigen Ereignissen emotionale Wahrheit und Tiefe herauszukristallisieren, die den Zuschauer zugleich lachen und weinen lässt. Das tragikomische Meisterwerk ist eine Hymne an das Leben und die (Nächsten-) Liebe, vor allem aber an die Stärke der Frauen und ihre Fähigkeit zur Verstellung: "Ich erinnere mich, dass ich als Kind diese Fähigkeit bei einigen der Frauen in meiner Familie sah. Sie verstellten sich öfter und besser als Männer. Und durch ihre Lügen schafften sie es, mehr als eine Katastrophe zu verhindern", sagt Pedro Almodóvar.
Und es ist ein Abgesang auf die männlich dominierte Welt. Der warmherzig-exzentrische Film feiert einmal mehr Almodóvars Lieblingsschauspielerinnen, darunter Cecilia Roth, Marisa Peredes und Penélope Cruz.
"Alles über meine Mutter" wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, darunter mit dem Oscar und dem Golden Globe für den besten fremdsprachigen Film (2000), dem César für den besten ausländischen Film (2000), dem Goya für den besten Film und die beste Regie (2000). Außerdem erhielt er den Preis für die beste Regie beim Filmfestival von Cannes (2000).
Pedro Almodóvar, einstiges Enfant terrible des spanischen Films, wurde 1951 in Calzada de Calatrava in der Mancha geboren. Nach dem Zusammenbruch des Franco-Regimes begann er Kurzfilme zu drehen und wurde schnell zum Star der Movida, der Madrider Untergrundkulturbewegung. Nach dem Erscheinen seines ersten Spielfilms "Pepi, Luci, Bom und andere Mädchen aus der Clique" (1980) widmete er sich ausschließlich dem Filmemachen und ist heute der prominenteste spanische Regisseur. Unter anderem drehte er "Frauen am Rande des Nervenzusammenbruchs" (1987), "High Heels - Die Waffen einer Frau" (1991), "Kika" (1993) und "Sprich mit ihr" (2002). In diesem Jahr wird "La mala educación" erscheinen.
Cecilia Roth, geboren 1956 in Buenos Aires, wurde für ihr brillantes Spiel mit dem European Film Award als beste Schauspielerin (1999) und dem Goya als beste Hauptdarstellerin (2000) ausgezeichnet. Sie trat bereits in Almodóvars erstem Spielfilm "Pepi, Luci, Bom und andere Mädchen aus der Clique" (1980) auf und setzte die Zusammenarbeit mit ihm in "Labyrinth der Leidenschaften" (1982), "Das Kloster zum heiligen Wahnsinn" (1983) und "Womit habe ich das verdient?" (1984) fort. Ihre letzte Rolle spielte sie in "La Hija del canibal" von Antonio Serrano (2003).
Spielfilm, Spanien / Frankreich 1999, Deutsche Synchronfassung
Regie: Pedro Almodóvar Buch: Pedro Almodóvar
Mit: Cecilia Roth - (Manuela Coleman Echevarría), Marisa Paredes - (Huma Rojo), Candela Peña - (Nina Cruz), Antonia San Juan - (Agrado), Penélope Cruz - (Rosa), Rosa María Sardá - (Rosas Mutter), Fernando Fernán Gómez - (Rosas Vater), Eloy Azorín - (Esteban Coleman Echevarría), Toni Cantó - (Lola)
Kamera: Affonso Beato
Schnitt: José Salcedo
Musik: Alberto Iglesias
Produzent: Agustín Almodóvar
Produktion: El Deseo S.A., France 2 Cinéma, Renn Productions






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