Antonio Tabucchi, am 23. September 1943 in Vecchiano bei Pisa geboren, promovierte an der Universität Pisa in moderner Literatur. Er war Ordinarius für portugiesische Sprache und Literatur an der Universität Genua, Leiter des italienischen Kulturinstituts in Lissabon und lehrt derzeit an der Universität Siena. Seine Werke wurden mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet.
Die Erinnerungswelt der Figuren und die existenzielle Suche, die sie bewegt, spielen eine prominente Rolle in Antonio Tabucchis gesamten Werk. In seinen Büchern wird die Beziehung zwischen Fiktion und Realität, und (wenn auch nicht immer direkt) zwischen dem Leser und dem Schriftsteller in Frage gestellt. Antonio Tabucchi ist ein engagierter Intellektueller, der oft im europäischen und internationalen Kontext Stellung nimmt, und sich für die Menschenrechte einsetzt. Er ist aber keinesfalls ein Dogmatiker. Er sieht eher seine Aufgabe darin, seine Leser zum Zweifeln, also zum Nachdenken zu bringen. In seinen Erzählungen findet man zahlreiche Anspielungen und Zitate, die auf berühmte literarische und philosophische Vorbilder, besonders aber auch auf Kunstwerke, hinweisen. So (beg)leiten Gemälde, Photos, Skulpturen, Filme, und manchmal sogar Lieder den Leser durch die Geschichten. Antonio Tabucchi lebt zwischen der Toskana und Portugal. Er kommentierte die italienische Übersetzung des Werkes des portugiesischen Dichter Fernando Pessoa und gab sie heraus. Er selbst schrieb eines seiner Bücher, Requiem, auf portugiesisch (ins Italienische ließ er es übersetzen, damit er nicht der Versuchung erläge, den Text zu verändern). Insofern ist auch in seinem "wirklichen" Leben die doppelte Identität sehr wichtig...
Perlentaucher : "Das Umkehrspiel" und "Es wird immer später"
Dtv : Autorenportrait und Titel von Antonio Tabucchi
Br-online : Gespräch. "Antonio Tabucchi : Es wird immer später"
Das Literatur-Café : "Indisches Nachtstück"
U-lit.de : Literatur Magazin. Antonio Tabucchi: "Der verschwundene Kopf des Damasceno Monteiro".