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26/08/03

Backstage - The Last Poets

Ausstrahlung am 29. August 2003 um 19.00 Uhr
Wiederholung vom 13. Juni 2003
Redaktion: ARTE France, Program 33

Backstage - The Last Poets
Abiodune lässt schon seit 35 Jahren in seinen Lyrics Dampf ab, begleitet vom Rhythmus afrikanischer Trommeln. Der Mitbegründer der "Last Poets" war schon Rapper, als noch keiner wusste, was das überhaupt ist. Obwohl die Radiosender ihre Tracks Anfang der 70er boykottierten, haben sie sich millionenfach verkauft. Mit "Niggers are scared of revolution" oder "When the revolution comes" haben sich die "Last Poets" eindeutig als Black-Power-Rapper geoutet.

Ihren Namen "The Last Poets" verdanken sie einem Gedicht des Südafrikaners Willi Kgositsile, das die letzten Dichter der Revolution beschwört. Abiodune glaubt an die Macht der Worte. Heute ist er Literaturprofessor an der Columbia-University von New York. Während sich alles um die Emanzipation der schwarzen Amerikaner dreht, konzentrieren sich die "Last Poets" auf die afrikanische Kultur. Die Rhythmen des schwarzen Kontinents sind ihre Waffen im Guerillakampf gegen die weiße Vorherrschaft.

Neben James Browns "I'm black and I'm proud" liefern sie den Soundtrack zu einer Revolutionsbewegung, die von den US-Präsidenten Johnson und Nixon blutig niedergeschlagen wird. Wie schon die Black Panthers werden auch die "Last Poets" vom FBI als Staatsfeinde angeprangert.
Viele Mitglieder der Black Panther Bewegung werden ermordet oder ins Exil verbannt. Auch die "Last Poets" zahlen ihren Preis. 1971 klettert ein Album der "Last Poets" in die amerikanischen Top Ten. Zur selben Zeit überfällt Abiodune einen Waffenladen und bricht in eines der Quartiere des Ku-Klux-Klan ein. Dafür wird er zu 20 Jahren Knast verdonnert.
Nach diesem Zwischenfall löst sich die Band auf. Für einige der sieben Mitglieder ist das das Ende. Omar Ben Hassan und Jalal starten eine Solokarriere, Abiodune macht unter dem Namen "The Last Poets" weiter.

Auch ein Viertel Jahrhundert später ist die Message der Last Poets ein Teil der Rapkultur. Zur Zeit schraubt Abiodune in einem Studio im East Village an einem Projekt, das der nachfolgenden Generation die Geschichte der Black-Power-Bewegung nahe bringen soll.

Abiodune
Unser Ziel war es nie gewesen, eine "Nigger"-Community zu schaffen. Wir benutzten dieses Wort nur, um es aus der Welt zu schaffen. Aber das Gegenteil ist eingetreten. Wir arbeiten an einer Hommage für diejenigen, die die Sprache in Verse und Rhythmen verwandeln, um unser Dasein zu beschreiben.

Wörter wie "Nigger" oder "Bitch" haben die "Last Poets" erstmals musikalisch ins Spiel gebracht und damit die Weißen mit ihren eigenen Verbalwaffen geschlagen. Inzwischen ist der Gangsta Rap zu einem Business mutiert, das sich von politischen Inhalten weitgehend distanziert.

Abiodune
Wir müssten erst mal den Trouble in den eigenen Reihen beseitigen, einigen Brüdern zeigen, dass sie unrecht haben. Nur so wäre es möglich eine Community zu errichten, die auf Liebe und Schönheit basiert. Wir müssen uns vereinen, die Nigger vergessen, die Farbigen, die Negroes. Wir müssen es schaffen, einfach nur Schwarze zu sein.

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Erstellt: 27-05-04
Letzte Änderung: 26-08-03