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14/10/05

Bauchtanz

"Eine Frau ohne Bauch ist wie ein Himmel ohne Sterne". Der Tanz des Ostens - Bauchtanz in der Schwangerschaft

"Raqs Sharki" - der Tanz des Ostens - wird heute rund um den Globus praktiziert. Ursprünglich aus Harems- und Tempeltänzen entstanden, bietet der so genannte Bauchtanz mehr Möglichkeiten als nur bei gesellschaftlichen Anlässen die Gäste zu unterhalten. Denn viele Figuren der Jahrhunderte alten Tanztradition stimmen mit den Übungen der modernen Geburtsvorbereitung überein. Der Bauchtanz unterstützt die Kräftigung der Muskulatur im Oberschenkel- und im Beckenbereich und fördert durch die bessere Durchblutung auch das Wachstum und Gedeihen des Kindes.

Nach einer kurzen Aufwärmung mit gymnastischen Übungen beginnt die Tanzphase in der klassischen Bauchtanzgrundstellung mit aufgerichtetem Becken. In dieser Position ist das Gewicht des ungeborenen Kindes leichter und schmerzfreier zu tragen, denn die Wirbelsäule ist gestreckt und die Rückenmuskulatur wird gestärkt. Für Sandra Bosselmann ist es die zweite Bauchtanzstunde. Sie ist in der 29. Schwangerschaftswoche und hat bereits eine sechsjährige Tochter: "Bei meinem ersten Kind hab ich mich sehr träge gefühlt. Ich war nicht fit und hab nicht viel gemacht. Der Bauchtanz hilft mir sehr, auch mit den Rückenbeschwerden. Wenn man mal einen Tag hat, wo es einem nicht so gut geht, einfach so ein bisschen kreisen, und man fühlt sich nicht mehr so plump, nicht so dick."

Ob Hebamme oder Bauchtanzlehrerin. Wichtig ist in jedem Fall eine grundlegende Schulung. Bauchtanz während der Schwangerschaft sollte nur unter Anleitung durchgeführt werden, da nicht alle Figuren und Bewegungen auch für Schwangere geeignet sind, bzw. Wehen fördern können. Jede Kursleiterin muss sich genau bewusst sein über die Wirkung der Übungen. Es gibt Bewegungen, die für die Schwangerschaft gut sind, gegen Kreuzbeschwerden, um das Kind zu beruhigen etc. Und es gibt, getrennt davon, Bewegungen für die Geburt. Beide dürfen nicht miteinander gekoppelt werden.

Die Freiburger Lehrerin Gaby Oeftering, selbst Mutter von drei Kindern, hat mit Unterstützung von Medizinern und Therapeuten ein spezielles Bauchtanztraining für werdende Mütter entwickelt. Sie gibt Kurse für Schwangere und bildet Hebammen weiter, die das übliche Schwangerschaftsprogramm um neue Elemente ergänzen wollen.

Das Interesse an den orientalischen Tanzübungen nimmt zu. Vor allem in Deutschland, Italien, Österreich und in der Schweiz wird in der Schwangerschaft getanzt. In Frankreich, Holland und Schweden dagegen weniger. Für viele werdende Mütter ist Bauchtanz immer noch eine ungewöhnliche Idee. Aber auch Gynäkologen bestätigen die positive Wirkung auf die Mütter und das werdende Kind.
Durch Tanzen und Kräftigung der Oberschenkelmuskulatur wird die Schwangere zudem optimal auf die vertikale Geburtsposition vorbereitet. Eine Alternative zur liegenden Gebärhaltung.

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HIPPOKRATES - Gesundheitsmagazin
Dienstag, 18. November 2005 um 14.45
Redaktion: Heidemarie Petters Koproduktion ZDF -ARTE G.E.I.E.

Erstellt: 14-10-05
Letzte Änderung: 14-10-05