Reinaldo Arenas (Javier Bardem) wird 1943 unter ärmlichen Bedingungen in der ländlichen kubanischen Provinz Oriente geboren. Seine Kindheit findet beinahe unbeaufsichtigt vor dem Hintergrund einer großartigen Naturkulisse statt. So erlebt Arenas früh das Gefühl absoluter Freiheit und beginnt mit dem Schreiben. Zunächst ist er begeisterter Anhänger der kubanischen Revolution, findet nach Castros Sieg eine Anstellung in der Nationalbibliothek, erlebt neben der offiziellen auch eine sexuelle Revolution und veröffentlicht seinen ersten Roman, der prompt prämiert wird. Doch schon Ende der 60er Jahre beginnt Castro, die Homosexuellen in Cuba zu ächten. Arenas Romane werden verboten, der Schriftsteller wird verhaftet und in ein berüchtigtes Arbeitslager und später Gefängnis verschleppt. Erst 1980 erlaubt Castro den kubanischen Homosexuellen zusammen mit Geisteskranken und Verbrechern, das Land zu verlassen. Im New Yorker Exil erkrankt der ungebrochen lebenslustige Arenas an Aids und stirbt 1990, ein Werk von 20 Büchern, darunter 10 Romane zurücklassend.
Julian Schnabel hat in seinem zweiten, einem Künstler gewidmeten Film (nach „Basquiat“) die Autobiographie eines in Europa fast unbekannten Schriftstellers verfilmt, Reinaldo Arenas, den der Maler und Regisseur in New York noch selbst kennengelernt hatte. Eigentlich wollte auch Arenas zunächst Maler werden, um der Schönheit seiner kubanischen Heimat Ausdruck zu verleihen. Doch dann begann er, Verse und Wörter in die Bäume des Familiengrundstücks zu ritzen, sehr zum Verdruss seines Großvaters, der mangels eines Erben für den bäuerlichen Besitz bald in eine Provinzstadt übersiedelte.
So begann das wechselhafte und aufregende Schriftstellerleben Arenas im Homosexuellenmilieu Havannas, das Schnabel in einem großartigen Film verewigt hat. Seine Crew musste das kubanische Leben der 50er, 60er und 70er Jahre mangels Drehgenehmigung dazu in Mexico nachstellen. Doch die Ölstadt Veracruz sieht im Film genauso verkommen, quirlig und anmutig aus wie Kubas Hauptstadt. Schnabel gelingt es, die spontane Lebensfreude seiner Hauptfigur auf die Leinwand zu übertragen – dank großartiger schauspielerischer Einfälle, Mut zur Improvisation, zu spontanen Kameraeinfällen und virtuoser Inszenierungseinfälle. Anders als in vielen amerikanischen Großproduktionen stand in dieser Arbeit, das macht auch der Audiokommentar deutlich, in dem außer Schnabel unter anderem Javier Bardem und Kameramann Guillermo Rosas zu Wort kommen, die Improvisation, der Spaß im Vordergrund – und das ist in diesem Film in jeder Sekunde deutlich zu spüren. Eine großartige Filmmusik, imposante Kameraeinstellungen, eine virtuose Montage und fantastische Schauspielerleistungen, allen voran von Javier Bardem, machen diesen Biopic-Movie zu einem Meisterwerk.
Das Bonusmaterial
Neben dem äußerst wertvollen Audiokommentar gestattet Julian Schnabel dem Zuschauer in „Little Notes on Painting“ einen Besuch in seinem riesigen Atelier in Soho. Die Begeisterung des Künstlers für seine Kunst ist ungebrochen. Das Making Of zeugt von der unglaublichen Intensität der Dreharbeiten und von der Fähigkeit des Regisseurs, sein Team zu einem verschworenen Haufen von Filmbesessenen zusammenzuschweißen.






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Eine großartige Filmmusik, imposante Kameraeinstellungen,
Sprachen: Deutsch, Englisch (Dolby Digital 5.1.), Spanisch (Dolby Digital 1.0)
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