Der ehemalige Tennisprofi und Playboy Tony Wendice (Ray Milland) fürchtet um seinen Wohlstand, nachdem er von der Liebesaffäre seiner wohlhabenden Frau (Grace Kelly) mit dem Schriftsteller Mark (Robert Cummings) erfahren hat und ihm eine Scheidung droht. Einem perfekt ausgeklügeltem Plan zufolge erpresst er einen ehemaligen Studienkollegen und Kleinganoven, mit dem Ziel, ihn zum Auftragsmord an seiner Frau zu zwingen. Als der Mordanschlag scheitert, liefert er seine Frau eiskalt an die Polizei aus. Ihr droht die Todesstrafe.
Das Bonusmaterial
Ein weiteres Mal demonstriert Warner Brothers, wie man liebevoll mit Filmklassikern umgeht. Zwei Original-Dokumentationen unterstreichen die filmhistorische Bedeutung von Hitchcocks mörderischem Kammerspiel, dass bis auf ein paar wenige Einstellungen in einer einzigen Wohnung, ja sogar nur in einem einzigen Zimmer spielt, ohne dass sich deshalb optische Langeweile einstellt. Nach seinen Plänen zur Adaption des Erfolgs-Theaterstücks „Das verlorene Wochenende“ von Ray Milland befragt, antwortete der Meisterregisseur seinem damals jungen Regie-Kollegen Peter Bogdanovich - verändere niemals die dramatische Struktur eines erfolgreichen Theaterstücks!
Warum der minimalistische Film dennoch zum Klassiker wurde, zeigt die filmhistorische Dokumentation „Hitchcock und Bei Anruf Mord“. Seinen Thrill bezieht der Suspense-Thriller aus seinen geschliffenen Dialogen und seiner subversiven Besetzung: der attraktivere Ray Milland spielt den Mörder, sein Pomade bewehrter Widerpart Robert Cummings bleibt trotz seiner Retterqualitäten als Krimi-Schriftsteller ein Pantoffelheld.
Die zweite Dokumentation „3 D: Ein kurzer Einblick“ beschäftigt sich mit der in den 50er Jahren in die Kinos eingeführten 3-D-Technik. Mit ihr wollten die Studiobosse aus Amerika den Siegeszug des Fernsehens aufhalten – vergeblich! Mit einem Zwei-Kamera-System wurden zwei fast deckungsgleiche Bilder gefilmt, die das menschliche Auge dann vor der Leinwand mittels spezieller 3-D-Brille zusammensetzen konnte. Trotz faszinierendem Raumeindruck – die Technik verfing beim Publikum nur kurz: zu ermüdend war es auf die Dauer für Auge und Gehirn, aus zwei drei Dimensionen zu konstruieren. Doch auch bei der Umsetzung dieser Technik in „Bei Anruf Mord“ zeigte Meister Hitchcock sein Können. Anstatt plumper Effekte setzte er auf raffinierte komponierte Bilder mit Vorder-Mittel- und Hintergrund sowie auf inszenatorische Leckerbissen. So ließ er beispielsweise ein riesiges Telefon von seinem Szenenbildner samt Riesenzeigefinger aus Pappmaché herstellen, um den einen – mörderischen – Anruf – mit dem notwendigen dramatischen Gewicht auszustatten. Da ist es schon ein bisschen bedauerlich, dass die alte 3-D-Version von Hitchcocks Meisterwerk in den Filmarchiven verschwunden ist.






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