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Gesichter Europas: Dienstag, 22. Mai 2007 um 18.30 Uhr - 22/05/07

Besondere Orte - Besondere Menschen: Verzaubert vom Licht des Nordens

Eine Dokumentation von Astrid Dermutz


In der Finmark, im Hohen Norden Norwegens taucht die Sonne die Landschaft noch einmal in faszinierende Lichtstimmungen, bevor sie zu einem langen Winterschlaf am Horizont versinkt. Die Dokumentation begleitet die Malerin Eva Arnesen, die dem Zauber des Polarlichts erlegen ist und das magische Farbenspiel auf der Leinwand festhält. Andere Künstler malen ihre Städte, Eva Arnesen dagegen Lichter. Eine ungewöhnliche Idee, wenn man bedenkt, dass hier, in der nördlichsten Stadt Europas, fast zwei Monate lang absolute Dunkelheit herrscht.

Dokumentationsreihe, Deutschland 2006, HR, Erstausstrahlung
Wiederholungen : 29.05.2007 um 12:10


Die Melancholie des Lichtes und die Schwermut der Landschaft prägen das Leben in Hammerfest, der nördlichsten Stadt Europas und fast auch der Welt. Im Sommer geht die Sonne für zwei Monate nicht unter, dafür ist sie im Polarwinter, von Ende November bis Ende Januar, nicht zu sehen. Doch vor der langen Dunkelheit leuchtet der Himmel in besonders zarten Pastellfarben.

Die Malerin Eva Arnesen ist vom Licht des Nordens verzaubert, hat es zu ihrem Lebensinhalt gemacht und hält es in ihren Bildern fest. Sie wird nicht müde, die ganz unterschiedlichen Lichtstimmungen im Laufe des Jahreszyklus mit dem Polarlicht als Höhepunkt mit Farbe und Pinsel auf die Leinwand zu bannen.
Die Dokumentation beobachtet die Künstlerin beim Malen drinnen in ihrem Atelier und draußen, während sie am nächtlichen Himmel nach dem Polarlicht Ausschau hält. Oft wartet sie Tage, Wochen, bis es endlich "am Himmel tanzt", wie Eva Arnesen sagt. Dann ist sie versöhnt mit der langen Dunkelheit. Schon als Kind hat sie das so empfunden. "Das war wie Fernsehen am Himmel", erinnert sie sich.

Eva Arnesen und ihr Mann sind seit 34 Jahren ein unzertrennliches Paar und eingeschworenes Team, da ihr Mann die Rahmen für ihre Bilder fertigt. Von der Kirchenempore bis zur Kapelle im Krankenhaus - sie haben schon verschiedene Projekte in Hammerfest zusammen gestaltet. Nach guter norwegischer Sitte laden Eva und ihr Mann in ihr Wochenendhaus auf einer kleinen vor gelagerten Insel ein. Die Malerin stellt Menschen vor, die über ihr Leben und ihre Gefühle vor und während der langen Dunkelheit sprechen, darunter ein Bauer, Fischer und Samen, Angehörige einer ethnischen Minderheit in Norwegen. Manchmal fühle man sich während der Wintermonate wie die Besatzung eines U-Bootes, da man nichts sehe, und nur auf das Licht warte. "Aber es ist gemütlich, wenn es draußen dunkel ist", wendet sie ein. Wenn dann das Polarlicht erscheine fühle man sich plötzlich geborgen, fügt ihr Mann hinzu. Eva und ihr Mann sehen in ihrem Leben einfach immer Licht - auch im Dunkeln

Erstellt: 14-05-07
Letzte Änderung: 22-05-07