1. Rang
Martin Cruz Smith: Stalins GeistAus dem Englischen von Rainer Schmidt
C. Bertelsmann, geb., 368 S. 19,95 €
Moskau/Twer: Wahlkampf. In der Metro ward er gesichtet, in Twer soll er gar auf dem Felde erscheinen: Stalin. Unter Väterchen Putin sammeln sich derweil die nationalen Kräfte: Kriegsverbrecher, amerikanische Wahlkampfberater, Auftragskiller. Nur Arkadi Renko hält stand. Ein (Alb-)Traum von Politthriller.
2. Rang
(im Dezember auf Rang 5)Jean-Patrick Manchette/Jean-Pierre Bastid: Lasst die Kadaver bräunen!
Aus dem Französischen von Katarina Grän und Ronald Voullié
Distel Literaturverlag, TB, 190 S.,12,80
1971, ein Kaff im Departement Gard: Sommerfrische bei Malerin Luce. Unter den Gästen drei Gangster, 250 kg Gold im Kofferraum. Zwei Gendarmen lösen ein Massaker aus. Luce frohlockt: „Da war etwas ästhetisch Erregendes im Gange!“ Kadaver bräunen in der Sonne. Lange erwartet. Spitze. Manchettes Roman Nr. 2. Der Urknall des Neo-Polar in Frankreich.
3. Rang
(im Dezember auf Rang 1)James Sallis: Driver
Aus dem Englischen von Jürgen Bürger
Liebeskind, geb., 160 S., 16,90 €
Phoenix/Los Angeles: Driver ist Stuntman, immer beobachtend, immer in Bewegung. Bei Überfällen fährt er auch, sonst nicht. Bis Amateure dazwischenfunken. Da nimmt Driver den aufgezwungenen Kampf an. Bis zum Ende. Minimalistischer Abgesang auf den amerikanischen Helden, meisterhaft. Große Entdeckung.
4. Rang
(im Dezember auf Rang 3)Ian Rankin: Im Namen der Toten
Aus dem Englischen von Juliane Gräbener-Müller
Manhattan, geb., 592 S., 19,95 €
Edinburgh/Gleneagles: Die Herren der Welt dinieren und parlieren. G8-Gipfel 2005: Rebus’ Stadt im Belagerungszustand. Zwei Politiker sterben, drei Vergewaltiger auch. Anständige Polizeiarbeit ist unmöglich. Rebus in Hochform: Im Kampf gegen Unterwelt und Oberwelt.
5. Rang
(im Dezember auf Rang 4)Arne Dahl: Ungeschoren
Aus dem Schwedischen von Wolfgang Butt
Piper, geb., 416 S., 19,90 €
Stockholm: Mitsommer 2002. Die A-Gruppe ist verwirrt von vier Morden, die keiner der Erst-Verdächtigten begangen hat. Tätowierungen an den Leichen deuten auf Shakespeares Mittsommernachtstraum, der Täter auf den Missstand der Welt. Der Kriminalroman im Elchtest: schwedischer Edelstahl.
6. Rang
Charles Todd: Zeit der RabenAus dem Englischen von Ursula Gnade
Heyne, TB, 430 S., 8,95 €
Dudlington, England, 1920: Constable Hensley hat einen Pfeil im Rücken. Wer legt Inspector Ian Rutledge MG-Patronen auf den Weg? Drohungen aus dem Schützengraben? Nachkriegsengland zwischen Auflösung und Wiederherstellung. Todd besser denn je. Séancen, Stuck und kirrer Adel.
7. Rang
Gianrico Carofiglio: Das Gesetz der EhreAus dem Italienischen von Claudia Schmitt
Goldmann, geb., 272 S., 19,95 €
Bari: Avvocato Guido Guerrieri im Zwiespalt zwischen Lust und Pflicht. Endlich kann er, darf er Rache nehmen: Hilflos liegt ein Jugendfeind in seinen Verteidigerhänden – und die eurasische Gattin noch dazu! Der selbsternannte „Perry Mason Apuliens“ windet sich delikat.
8. Rang
(im Dezember auf Rang 2)Oliver Bottini: Im Auftrag der Väter
Scherz, geb., 448 S., 14,90 €
Freiburg/Kroatien: Im Garten der Niemans steht ein Fremder und sagt: „Das ist mein Haus. Verschwindet.“ Louise Bonì und Kollegen ermitteln hektisch, ohne etwas auszurichten. Als der Fremde zuschlägt, macht Louise sich auf, zurück in die Geschichte, weg ins Heimatlose, auf den Balkan.
9. Rang
(im Dezember auf Rang 8)Marek Krajewski: Gespenster in Breslau
Aus dem Polnischen von Paulina Schulz
dtv, TB, 316 S., 14,50 €
Breslau 1919: Gespenster aus der Vergangenheit greifen nach Kriminalassistent Eberhard Mock. Nackte Matrosen liegen erstochen am Wehr, mit der Drohung garniert, Mock solle gestehen. Sonst werde es mehr Tote geben. Fieberhafte Suche in der Fieberzeit des Nachkriegs. Dämonisch.
10. Rang
(im Dezember auf Rang 6)Rick DeMarinis: Kaputt in El Paso
Aus dem Amerikanischen von Frank Nowatzki u. Angelika Müller
Pulp Master, TB, 350 S., 13,80 €
El Paso/Juárez: Uriah Walkinghorse ist nur sein Körper geblieben, Fettanteil unter 5 Prozent. Frau, Job, Familie: abgehauen, am Ende, im Sterben. Als ein Banker bei SM-Spielchen draufgeht, verwandelt sich die Welt in einen tödlichen Strudel. Bodybuilder Uriah war nie ein Held, aber ehrlich. Hart, Geheimtipp.
- Hier die KrimiWelt-Bestenliste als PDF-Dokument!
- Diesen Fall klären wir vielleicht auch noch: Lesen Sie hier ein Interview mit Tobias Gohlis in DIE WELT über die neue Bestenliste
Die Jury der KrimiWelt-Bestenliste besteht aus 19 Kritikerinnen und Kritikern, die in Deutschland, Österreich und der Schweiz über Kriminalliteratur berichten. Einmal im Monat benennt jedes Mitglied vier aktuelle Kriminalromane, denen es viele Leser wünscht und bewertet sie mit 7, 5, 3 oder 1 Punkten. Neben der Gesamtpunktzahl pro Titel wird berücksichtigt, wieviele Kritiker in einer Abstimmungsrunde für dasselbe Buch votiert haben. Jeder Kritiker darf insgesamt drei mal für ein von ihm favorisiertes Buch stimmen. Voten für Bücher, an deren Produktion oder kommerzieller Verbreitung der Kritiker beteiligt ist, sind ausgeschlossen. Zwischen Kriminalromanen in der Originalsprache Deutsch und Übersetzungen wird kein Unterschied gemacht.
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