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Am 17. März 2011 feiert Siegfried Lenz seinen 85. Geburtstag: ARTE gratuliert mit einem Schwerpunkt. Kommen Sie mit auf Entdeckungstour!

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Buch- und KrimiWelt. Das Literaturmagazin bei ARTE Online - 31/05/11

Bestenliste "Weltempfänger" Dezember 2010

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Unbekannte Stimmen hörbar zu machen und Nebenwege durch die Überfülle der Neuerscheinungen zu erschließen, hat sich „Weltempfänger“ zur Aufgabe gesetzt. Auf der Grundlage der Arbeit der Litprom (Gesellschaft zur Förderung von Literatur aus Afrika, Asien und Lateinamerika e. V.) nimmt diese alternative Bestenliste all jenes wahr, was nicht im eigenen Garten wächst und geläufig ist. Sie erscheint viermal im Jahr.

Die Jury
What's new? Ilja Trojanow stellt den "Weltempfänger" vor



Rang
_____
Titel
______________________________________________________________

1





Ngugi wa Thiong’o: Träume in Zeiten des Krieges. Eine Kindheit [Kenia]

Aus dem Englischen von Thomas Brückner. A1 Verlag

Ngõgis Memoiren scheinen die Vermutung zu bestätigen, dass große Literatur immer wieder entsteht, wenn die Leidenschaften der Kindheit zu neuem Leben erweckt werden. Vergleichbar mit Soyinkas „Aké“ werden anhand der eigenen Kindheitsgeschichte die großen afrikanischen Themen erzählt: Kolonialisierung und Rebellion, Tradition und Moderne sowie der Streit um die rechte Sprache. (Ilija Trojanow)

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2

Edwidge Danticat: Der verlorene Vater [Haiti]

Aus dem Englischen von Susanne Urban. Büchergilde Gutenberg. Edition Weltlese

Von Haiti lesen wir alle Tage in den Zeitungen. In den Erzählungen dieser Autorin erfahren wir, was nicht in der Zeitung steht: die wahre Geschichte eines Landes und seiner tapferen und traurigen Menschen, die der politischenWillkür, der Armut, der sich unentwegt fortzeugenden Gewalt zu widerstehen versuchen. (Karl-Markus Gauß)

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3

Ricardo Piglia: Ins Weiße zielen [Argentinien]

Aus dem Spanischen von Carsten Regling. Wagenbach Verlag

Eine argentinische Südstaatensaga. Ein brillantes Spiel mit Dokument und Fiktion sowie verschiedenen literarischen Ebenen. Ricardo Piglia ist eine der unzweifelhaften Größen der argentinischen Gegenwartsliteratur. (Andreas Fanizadeh)

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4

María Sonia Cristoff: Patagonische Gespenster [Argentinien]

Aus dem Spanischen von Peter Kultzen. Berenberg Verlag

María Sonia Cristoff hat ein Buch über ihre Heimat geschrieben, ein Buch über die patagonische Provinz und ihre Menschen jenseits romantischer Verklärung und Abenteurer-Mythen. Detailreiche Schilderungen, genaue Ortskenntnis, einprägsame Begegnungen – eine Prosa, die einen eigenen Sog entwickelt. (Kristina Pfoser)

5

Geetanjali Shree: Mai [Indien]

Aus dem Hindi von Reinhold Schein. Draupadi Verlag

Drei Generationen und die sich wandelnden gesellschaftlichen Rollenmuster in Indien Mitte/Ende des 20. Jahrhunderts: Im Mittelpunkt des Romans steht Mai, die von Mann und Schwiegereltern geknechtet wird. Und da ist die ‚moderne’ Tochter, die ihre Mutter befreien will. Shree aber zeigt: Es gibt verschiedene Formen von Freiheit – und: Das Andere muss man mit anderen Augen betrachten. Ein leiser, noch immer aktueller Roman. (Claudia Kramatschek)

6

Martín Kohan: Sittenlehre [Argentinien]

Aus dem Spanischen von Peter Kultzen. Suhrkamp Verlag

Ein Schuldrama als politische Parabel. Ein Kammerspiel auf der Toilette des Colegio Nacional, einer Kaderschmiede. Eine Aufseherin als Rädchen im Getriebe der Macht, als Instrument und Opfer von Gewalt. Sie überprüft die vorgeschriebenen Zöpfe und Socken. Sie ist Exempel für die Mitläufer einer Diktatur. Philosophisch grundiert und klug arrangiert, erzählt Kohan, durchaus auch komisch, von autoritären Strukturen, die zu schulischer, gesellschaftlicher und staatlicher Repression werden. (Cornelia Zetzsche)

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7

Kim Kwang-Kyu: Botschaften vom grünen Planeten [Südkorea]

Aus dem Koreanischen von Chong Heyong und Birgit Mersmann. Nachgedichtet von Heinz Ludwig Arnold. Wallstein Verlag

Grün ist Kim Kwang-Kyus Planet. Er ist voller Pflanzen, Tiere und – Menschen. Kim riecht den betörenden Duft von Kastanienblüten, sieht die lichten Flügel einer Libelle flirren und hört den Westwind um Wolkenkratzer heulen. Seine sinnlich-zarten Gedichte erzählen alltägliche Begebenheiten und lassen auch koreanische Geschichte aufblitzen.Wunderbar ins Deutsche übersetzt und nachgedichtet!(Katharina Borchardt)




Die Jury: Ilija Trojanow (Vorsitz), Katharina Borchardt, Anita Djafari, Andreas Fanizadeh, Karl-Markus Gauß, Kristina Pfoser, Arno Widmann, Thomas Wörtche und Cornelia Zetzsche.

In Kooperation mit litprom - Gesellschaft zur Förderung der Literatur aus Afrika, Asien und Lateinamerika e.V.


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Erstellt: 23-11-10
Letzte Änderung: 31-05-11


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