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Shankar Jaikishan: “Jan Pahechan Ho” (Real Audio, 1')
O.P. Nayyar “One Two Three Baby” (Real Audio, 1')
Kalyanji Anandji “Pretty Pretty Priya” (Real Audio, 1')Während sich der Westen erst in den 70er Jahren für die Musikwelt Indiens und ab den 90ern für die Filme Bollywoods interessierte, imitierte indessen die indische Filmindustrie bereits über Jahrzehnte westliche Genre-Filme und musikalische Moden. Lange bevor die Beatles die Sitar in den Sound der Beatmusik integriert hatten, haben indische Musiker mit westlichen und indischen Stilelementen in der Filmmusik experimentiert.
Die beiden Amsterdamer Bollywood-Fans und DJs Edo Bouman und Milan Hulsing sind spezialisiert auf indische Soundtracks der 60er bis 80er Jahre. In thematischen Alben, die es sowohl als CD als auch im DJ-freundlichen Doppelvinylpack gibt, präsentieren sie der westlichen Hörerschaft eine vorzügliche Auswahl indischer Filmmusik, die so gar nicht dem Klischee der rührseligen Schlagermusik entspricht.
Ein wahres Vergnügen bereiten die ausführlichen Booklets, mit Interviews von ehemaligen Musikern, Produzenten und Komponisten und den abgebildeten Filmplakaten. Sogar die Texte der „song books“, die vor der Filmführung verteilt werden, damit das Publikum die Lieder mitsingen kann, sind abgedruckt und übersetzt. In keiner anderen Kultur nehmen die Zuschauer in einer derlei aktiven und kollektiven Form an der Filmvorführung teil, wie in Indien. Denn die Musik dient der Identifikation mit den Protagonisten und wird darüber hinaus auch als dramaturgisches Mittel eingesetzt.
So finden sich die Funksongs der ersten Bombay-Connection-Folge speziell in Actionthrillern und werden im Stil amerikanischer Blaxploitation-Filme, in spannungsgeladenen Szenen eingesetzt. Die Nightclub-Grooves der zweiten Kompilation tauchen vornehmlich dann auf, wenn die Protagonistin während einer Party verführt wird, aber diesen Lockungen dennoch wacker widersteht.
In aberwitziger Schnelligkeit wechseln die Musiker innerhalb der Lieder zwischen Jazz und Rock'n'Roll, Burlesk- und Surfmusik, und garnieren ihre furiose Melange stets mit einem Schuss indischer Musik. Die grandiose Virtuosität der Musiker rührt aus ihrer langjährigen Erfahrung in Jazzbands her und sie swingen ob als Beatband in Minimalbesetzung oder als Bigband mit Streichorchester und Bläsersatz. Bombay Connection ist eine absolut hörenswerte Edition, die einen bisher vernachlässigten wichtigen Part der Kulturgeschichte der Weltmusik offeriert.
Matthias Schneider







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