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14/01/05

Botschafter der Angst

Ein Film von John Frankenheimer


Hervorragender Politthriller
aus der Zeit des Kalten Krieges

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Synopsis

Zwei aus dem Koreakrieg nach Amerika zurückgekehrte Soldaten werden von ihren schrecklichen Alpträumen geplagt Einer von ihnen, Marco Bennett träumt immer wieder dass ihr Vorgesetzter, der Offizier Raymond Shaw seine eigenen Männer erschießt. Oder sind sie alle von Kommunisten heimlich einer Gehirnwäsche unterzogen worden? Bennett versucht mehr über seine mysteriösen Träume herauszufinden.

Die Kritik zum Film

Regisseur John Frankenheimer hat mit seinem Film mit dem deutschen Titel BOTSCHAFTER DER ANGST (Originaltitel: THE MANCHURIAN CANDIDATE) einen der ersten Politthriller für die große Leinwand geschaffen, der auch heute immer noch absolut sehenswert ist; er ist so etwas wie die Mutter aller Verschwörungstheorien.

Das Drehbuch entstand nach dem Roman des Autors Richard Condon, der geniale Autor George Axelrod (FRÜHSTÜCK BEI TIFFANY’S) zeichnet dafür verantwortlich. Ohne das brennende Interesse Frank Sinatras für die Rolle des Marco Bennett hätte Frankenheimer Film wohl nie finanziert bekommen, denn alle großen Studios lehnten ab. Die Geschichte schien ihnen kurz nach der Mc Carthy Ära und dessen Kommunistenjagd wohl doch etwas zu heikel. Auch das düstere Ende ist für einen Hollywoodfilm ungewöhnlich, der doch zumeist ein Happy End zelebriert. Sinatra jedoch gelang es, als Zugpferd des Projektes Geld heranzuziehen. Er war ein Freund Kennedys, und der Präsident persönlich gab ihm grünes Licht für die Realisierung. Obwohl es im Film in einer Szene ein Attentat auf den Präsidenten gibt. Ein Jahr später sollte diese furchtbare Phantasie Wirklichkeit werden, John F. Kennedy wurde durch Lee Harvey Oswald erschossen. Der Film wurde daraufhin sofort aus allen Kinos verbannt und erst 1988 - 25 Jahre nach dem tödlichen Attentat - wieder gezeigt.

Die linear erzählte Geschichte bietet hervorragende Dialoge. Man achte etwa auf die Szene, in der Bennett im Zug ein Mädchen kennen lernt und sie einen spielerischen und gleichzeitig sehr komplexen Dialog führen, mit dem Anliegen, dem anderen nicht zu viel zu verraten.

Großartig spielt Angela Lansbury die intrigante Mutter, die ihren Sohn eiskalt für ihre eigenen Interessen nutzt. Erstaunlicherweise ist Lansbury nur drei Jahre älter als Laurence Harvey, der ihren Sohn spielt. Für ihr geniales Spiel wurde sie 1963 für einen Oscar für die Beste Nebenrolle nominiert. Leider wurde bei der Verleihung selbst nichts daraus, denn die Konkurrenz war mit LAURENCE VON ARABIEN und EINER FLOG ÜBERS KUCKUCKSNEST zu stark.

Vom Amerikanischen Filminstitut wurde BOTSCHAFTER DER ANGST zu Recht auf Platz 65 der 100 Besten Filme aller Zeiten gewählt, vom Spiegel sogar auf Platz 36 der 100 Besten Filme aller Zeiten.
Nana A.T. Rebhan
Regie: John Frankenheimer
Darsteller Frank Sinatra, Laurence Harvey, Janet Leigh, James Gregory
USA 1962, 122 Min.

FSK: 16
Laufzeit: 121 Minuten
LCode: 2
Ton: Mono: Deutsch
Bild: 16:9 1,75:1
Zusatzinfo: Interviews, Audiokommentar des Regisseurs

Erstellt: 14-01-05
Letzte Änderung: 14-01-05