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2008.11.21 - 23.20 : Tracks - 05/12/08

Brian Wilson

Brian Wilson ist nicht immer auf der Welle des Erfolgs durchs Leben gesurft. Nach dreißig Jahren Höllentrip hat der Kopf der Beach Boys jetzt endlich wieder Oberwasser. Bei ihren TV-Auftritten herrscht Traumschiff-Atmosphäre, doch das wirkliche Leben abseits der Kameras wird für Brian Wilson zum Alptraum. Drogen, Depressionen und Wahnzustände, die Gehirnwäsche eines skrupellosen Seelenklempners und dann auch noch die Begegnung mit dem Serienmörder Charles Manson… Der Kapitän der Beach Boys war weiter unten als die Titanic.
Wir haben ihn in seiner Geburtsstadt Los Angeles getroffen. Nach einem jahrelangen Trip durch sämtliche Paralleluniversen ist Brian Wilson wieder da. Frisch wie der junge Morgen.

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Brian Wilson, 1942 geboren, wächst in einem Amerika auf, in dem nichts über Arbeit, Familie und Einbauküchen geht. Mitte der 50er entdeckt das Land die Jugend, den Bikini, und das Surfbrett. Das neue kalifornische Lebensgefühl riecht nach Meer und klingt seit 1961 nach den Beach Boys. Brians Vorbilder sind die Four Freshmen, von denen er den Harmoniegesang kopiert, das spätere Markenzeichen der Beach Boys.
1961 gründet er mit seinen Brüdern Dennis und Carl, seinem Cousin Mike Love, und Kumpel Al Jardine die Band. Ein Familienunternehmen unter der strengen Hand von Papa Murry Wilson, der die Band managt. Zuflucht vor den Wutausbrüchen seines Vaters sucht Brian am Klavier, an dem er seine ersten Songs schreibt. Nach "Surfin‘ Safari" und "Surfin‘ USA" ist "Surfer Girl" von 1964 das erste Album, das die Beach Boys komplett selbst geschrieben haben. Produziert und komponiert hat den größten Teil Brian Wilson, der in vier Jahren zehn Alben veröffentlicht.

1966 erscheint sein Meisterwerk, "Pet Sounds", das als eins der größten Popalben aller Zeiten gilt. Paul McCartney hält „God Only Knows“ für den schönsten Song aller Zeiten. Die Beatles sind die größten Rivalen der Beach Boys. Ihre Antwort auf "Pet Sounds": "Sergeant Pepper". Mit Pet Sounds hängen die Beach Boys Badeshort und Surfbrett an den Nagel, und tauchen ins Delirium ab. Seit 1963 leidet Brian unter Panikattacken, die regelmäßige Bühnenauftritte unmöglich machen, und bald hält er sich nur noch mit Aufputschmitteln über Wasser.

Der Beginn eines langen Höllentrips für den Beach Boy. Ende 1966 nimmt Brian Wilson “Smile“, das Nachfolgealbum von Pet Sounds, in Angriff. Ein monumentales Werk, das erst 37 Jahre später fertig werden sollte. Ein Fluch scheint über der Band zu liegen. 1968 begegnet Brians Bruder Denis Wilson dem dämonischen, gerade aus der Haft entlassenen Massenmörder Charles Manson. Ein Jahr später begeht “The Family“, die Sekte dieses Gurus, in Hollywood eine blutige Mordserie. Manson nistet sich bis dahin bei Dennis ein und nimmt im Studio des Beach Boys-Drummers Songs auf.


Währenddessen erreicht der Vietnamkrieg seinen Höhepunkt und löst eine weltweite Protestwelle aus. Eine Entwicklung, die an den Sunny-Beachboys schlicht vorübergeht. Essen, Schlafen, Drogen… Drei Jahre hält Brian Wilson in seinem Bett Winterschlaf, bis sich sein besorgtes Umfeld 1975 an Dr. Landy wendet, einen Psychiater mit sehr unorthodoxen Methoden. Dass Paul McCartney die Geburtstagskerzen ausbläst, bekommt der mit Landys Medikamenten zugedröhnte Brian nicht mehr mit. Er entwickelt schizophrene Störungen und hört Stimmen. Sein Psychiater breitet all das genüsslich im Fernsehen aus. Nicht wirklich niedergeschlagen über den Verlust, nutzen die Beach Boys Brians Auszeit und landen 1988 ihren größten Hit. "Kokomo", das Sahnehäubchen auf dem filmischen Meisterwerk “Cocktail“ mit Mr. Scientology Tom Cruise.


Nach seinem Entzug zieht Brian Wilson sofort ins Studio, wo er "Smile" zu Ende bringt und knapp ein halbes Jahrhundert nach seinen Anfängen ein neues Album einspielt. Auf "That Lucky Old Sun" besingt der Visionär zu poppigen Beach Boys-Klängen den zerronnenen kalifornischen Traum.



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Samstag 22. November 2008 um 03.00 Uhr
Keine Wiederholungen
(Frankreich, 2008, 52mn)
ARTE F

Erstellt: 19-11-08
Letzte Änderung: 05-12-08


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