„Es ging in erster Linie darum, die Gemeinsamkeiten mit unseren Nachbarn aufzuzeigen und Wege zu finden, diese gemeinsamen Interessen nutzbar zu machen. Dabei musste versucht und gewährleistet werden, alle Ebenen unserer Gesellschaft einzubinden. Daher gründete ich 1993 in Genshagen das Berlin-Brandenburgische Institut für deutsch-französische Zusammenarbeit in Europa. […]
„Wir müssten als Alternative zur Globalisierung etwas vorschlagen, was ich als „Nabokovs Welt“ bezeichnen würde. Wir müssten den Reichtum unserer Kultur verdeutlichen und aufzeigen, in welch hohem Maße dieser Reichtum unserer Vielfalt entspringt. Dem kann eine globale Kultur in keiner Weise Rechnung tragen. Die europäische Kultur beruht aber auf dieser Vielfalt.
„Südeuropa ist vom Wesen her europäisch. Die Niederländer und die Briten haben mehr Abstand. Besonders die Briten identifizieren sich gern mit einer globalen Gesellschaft, mit der Macht und der Opulenz, die die globalisierte Wirtschaft verkörpert. Doch auch sie sind Europäer und können dank ihrer Tradition im Bereich der Freiheit des Einzelnen einen entscheidenden Beitrag zur Definition einer neuen europäischen Identität leisten. Wir tendieren in Europa dazu, den Staat als Beschützer zu sehen; doch es würde uns gewiss nicht schaden, wenn wir uns die den Briten so teure Respektlosigkeit gegenüber den Regierenden ein wenig zu eigen machten. […]
„Es ist mir durchaus bewusst, dass Europa Teil der globalen Gesellschaft ist – aber man kann nicht überall gleichzeitig sein. Nur wer sich seiner eigenen Identität bewusst ist, kann sich aufmachen, die Welt zu erkunden.“
| Auszug aus einem Interview, das Brigitte Sauzay im Dezember 1999 der Association internationale des interprètes de conférences (AIIC) in englischer Sprache gab. |






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Brigitte Sauzay (1947, Toulon – 2003, Paris) stammte aus einer südfranzösischen Offiziersfamilie. Sie war für zwei französische Präsidenten - Valéry Giscard d’Estaing und François Mitterrand – als Deutsch-Französisch-Dolmetscherin tätig, bevor sie Bundeskanzler Gerhard Schröder 1998 als Beraterin für deutsch-französische Angelegenheiten nach Berlin holte.
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