Paris-Berlin, die Debatte - 17.12.2009 - 16/12/09
Buchtipps
Die Gäste bei Paris - Berlin:
Regenroman
Karen Duve
Goldmann Verlag, 2009
ISBN-10: 3442469163
Ein Roman wie das Moor, in dem er spielt: erbarmungslos und wunderschön. Doppelbödig, unberechenbar und voller schillernder Details.
Als der Hamburger Schriftsteller Leon sein Traumhaus am Rande eines Moores bezieht, scheint die Idylle perfekt. Aber das Moor und der Morast menschlicher Beziehungen sind tückisch. So, wie die Schneckenplage und der unablässige Regen die Grundmauern des Hauses angreifen, so durchdringen Gleichgültigkeit und Kälte Leon und seine Ehe. Ein zugelaufener Hund und die erotischen Verwirrungen um die herbe Kay und ihre nimmersatte, fette Schwester Isadora beschleunigen den Zerfall ...
Taxi
Karen Duve
Eichborn, 2008
ISBN-10: 3821809531
Taxifahren können viele — doch grandios darüber schreiben kann nur Karen Duve.
"Ich meldete mich auf eine Anzeige, in der nicht nur Taxifahrer, sondern ausdrücklich auch Taxifahrerinnen gesucht wurden. 1983 war es in Stellenanzeigen noch nicht üblich, jedem Beruf auch eine weibliche Endung anzufügen. Man tat es nur, wenn man andeuten wollte, dass man praktisch jeden nahm."
Eine ziellose Jugend, eine spießige Familie, eine frustrierende Ausbildung — da kommt die Annonce »Taxifahrerin gesucht« schon fast wie die Rettung schlechthin daher. Auch wenn Alex Herwig leider ein Gedächtnis wie ein Sieb hat. Trotzdem büffelt sie Straßennamen und Wegstrecken — und hat das Glück auf einen extrem gnädigen Prüfer zu treffen. Bald sitzt sie zum ersten Mal im Wagen und schwitzt Blut und Wasser, weil sie die Straße nicht kennt, nach der ihr erster Fahrgast fragt. Und Alex wird — halb wider Willen — von einer Kollegen-Clique aufgesogen, die aus abgebrochenen Studenten, gescheiterten Künstlern, misanthropischen Gar-nicht-Akademikern und frauenfeindlichen Verklemmten besteht — bis sie Marco trifft, einen extrem kleingewachsenen aber umso bestimmter agierenden jungen Mann ...
Lexikon der berühmten Tiere
Von Alf und Donald Duck bis Pu der Bär und Ledas Schwan
Karen Duve, Thies Völker
Piper, 1999
ISBN-10: 3492226841
Dieses Nachschlagewerk informiert über lebende Tiere und solche, die es nur in unserer Phantasie gibt. Über Tiere aus Geschichte, Film, Märchen, Literatur und Mythologie. Lieblingstiere sind darunter wie die edlen Pferde Black Beauty und Fury, gefürchtete Monster wie der weiße Hai und Moby Dick, aber auch die zahllosen Tiere, die uns in der Werbung ständig begleiten: der Esso-Tiger, der Hustinetten-Bär oder der Lufthansa-Kranich. Die Autoren präsentieren Anekdoten und Hintergrundwissen und verblüffen mit immer neuen Geschichten über Lurchi, Tweeti, Schopenhauers Pudel oder Hitchcocks Vögel.
Das bizarre Sexualleben der Tiere
Michael Miersch
Eichborn, 1999
ISBN-10: 3821815191
Daß Sex die Welt bewegt, wissen wir längst. Jede erdenkliche Spielart ist uns - nicht zuletzt aus Talkshows - hinlänglich bekannt. Wie aber treiben es die anderen? Die Zoologie hat die Fortpflanzungspraktiken der Tiere gründlich erforscht, ihre oftmals erstaunlichen Ergebnisse kennen wir jedoch kaum. Dieses Buch gibt kenntnisreich und unterhaltsam Auskunft über das Sex-Leben von Aal bis Zebra. Es schildert die Liebespraktiken von Finken und Fledermäusen, Hyänen und Hühnern, Stachelschweinen und Strudelwürmern. Ausgehend vom neuesten zoologischen Forschungsstand erzählt Michael Miersch von bizarren Balzritualen, skurrilen Genitalien und den immer wieder verblüffenden Tricks, mit denen die Geschöpfe zueinander finden. Wer in diesem außergewöhnlichen Lexikon liest, wird bemerken: Tiere sind ganz anders, aber Tiere sind auch nur Menschen.
Texte zur Tierethik
Ursula Wolf
Reclam jun. , Philipp, Verlag, 2008
ISBN-10: 3150185351
Anhand von Originaltexten (die zum großen Teil zum ersten Mal übersetzt wurden) wird ein Überblick über das heutige philosophische Nachdenken über die moralisch angemessene Behandlung von Tieren gegeben. Gegliedert ist er in zwei Teile: einen moraltheoretischen und einen Anwendungsteil, in dem unter anderem untersucht wird, was Leid für Tiere überhaupt bedeuten könnte, ob man Tiere töten darf und ob ihr Leben einen Wert hat; Thema ist auch die Problematik des sogenannten "Tierverbrauchs", also der Nutzung von Tieren zum Zweck der Nahrungsgewinnung oder der Forschung.
Das Tier in der Moral
Ursula Wolf
Klostermann, 2004
ISBN-10: 3465033140
Die meisten Menschen sind der Meinung, dass man Tiere nicht grundlos quälen sollte. Doch das millionenfache Leiden, das Tieren in modernen Gesellschaften zugefügt wird, zeigt, dass uns hier faktische Gründe genügen, die wir gegenüber Menschen nicht als moralisch relevant akzeptieren würden. Hinzu kommt, dass der Konsens hier schon endet. Konkrete Anwendungsfragen, z. B. ob und wann Tierversuche zulässig sind, ob das Töten von Tieren moralisch erlaubt ist usw., sind strittig. Das Buch arbeitet die Inkonsistenzen zwischen moralischem Anspruch und Praxis heraus, untersucht, was die wichtigsten moralphilosophischen Konzeptionen zur Frage beitragen und unternimmt den Versuch, sowohl eine geeignete Moralkonzeption zu entwickeln, die dem Anspruch, dass wir auch die Tiere einbeziehen wollen, voll Rechnung trägt, als auch erste Schritte zu einer Auseinandersetzung mit der Vorstellung vom besonderen Wert des Menschen zu unternehmen, die im alltäglichen Urteil gern zur Legitimation mangelnder R ücksicht auf Tiere herangezogen wird.
Geliebtes Tier
Die Geschichte einer innigen Beziehung
Midas Dekkers
Btb, 2003
ISBN-10: 3442731658
Die Liebe zum Tier kennt viele Spielarten. Midas Dekkers führt sie in einem großen kulturhistorischen Panorama vor. Er zeigt, daß von den antiken Mythen bis hin zur Schmusekatze der Gegenwart die Liebe zum domestizierten Tier auch immer körperliche Seiten hat. Die oft fließenden Übergänge zur Sodomie bilden ein kulturelles Tabu; daß es sie trotzdem gibt, wird von Dekkers unverkrampft thematisiert. Häufiger als in der Realität ist sie allerdings in der Phantasie, in Literatur und Kunst zu beobachten, wie Dekkers' zahlreiche Beispiele zeigen. Niederländische Kritiker wählten das Buch zum Sachbuch des Jahres.
Erstellt: 30-10-09
Letzte Änderung: 16-12-09