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07/12/09

CO2-Steuer in Dänemark

(Dänemark, ARTE Info, 03.12.2009) Der Kampf gegen den Klimawandel beginnt bei der Reduzierung des Kohlendioxid. Wie macht man das? Zum Beispiel mit einer CO2-Steuer: Wer verschmutzt, zahlt - so das Prinzip. Nach langer Debatte wird sie in Frankreich nächstes Jahr eingeführt. Andere europäische Länder zögern noch. Die Dänen können darüber nur müde lächeln - sie haben die CO2-Steuer seit 16 Jahren. Das Prinzip ist bei den Dänen unumstritten - über die Umsetzung wird allerdings diskutiert. Yannick Cador und Emmanuel Royer haben sich in Kopenhagen umgesehen.

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In Dänemark gehört die CO2-Steuer schon lange zum Alltag. Alle zahlen sie - Unternehmen ebenso wie private Haushalte. Das Land gilt als Vorreiter in Sachen nachhaltiger Entwicklung. Und doch ist der CO2 -Ausstoß pro Einwohner hier höher als in den meisten anderen EU-Staaten. Strom wird vorwiegend aus Kohle gewonnen. Dong Energy ist der größte Stromproduzent des Landes - und damit auch einer der größten CO2-Steuer-Zahler. Anders Eldrup, Geschäftsführer Dony Energy, sieht darin kein Problem: "Aus meiner Sicht müssen wir unsere Stromproduktion, unsere gesamte Energiepolitik ändern. Wir müssen uns von Rohstoffen wie der Kohle lösen. Wir müssen mehr sauberen Strom produzieren, zum Beispiel durch Windenergie. Doch diese Umstellung kann nur über den Kohlepreis beschleunigt werden. Die Steuer auf die CO2-Emissionen muss also weiter erhöht werden."

Unternehmen, die bereit sind, noch tiefer in die Tasche zu greifen. Erstaunlich - und doch wieder nicht. Denn als Gegenleistung für die CO2-Steuer, die bei 12 Euro 50 pro Tonne liegt, zahlen die Firmen weniger Nebenkosten oder erhalten Investitionshilfen. Doch auch die Privatverbraucher müssen die Abgabe zahlen - auf Strom, Gas und Benzin. Christian Ege, Dänischer Umweltrat, findet das ungerecht: "Kohle, Energie allgemein, ist für die Privatverbraucher sehr viel teurer als für die Unternehmen. Dies wird vor allem in den Umweltschutzverbänden viel diskutiert. Wir fordern, dass die Unternehmen sehr viel höher besteuert werden."

Kritik an der der ungleichen Behandlung von Firmen und privaten Haushalten kommt auch vom dänischen Umwelt-Netzwerk Concito. Martin Lindegaard, Concito-Vorsitzender fordert einen Ausgleich für Menschen mit weniger Geld, "eine Art Umweltscheck, um die sozialen Auswirkungen der CO2-Steuer abzufedern. Ich habe einen Traum. Und der ist eine europaweite Steuer, die sich nach dem Ressourcenverbrauch richtet und nicht länger nach den Einkommen - wie das in unserer Industriegesellschaft traditionell ist."

Die Regierung hat darauf inzwischen reagiert und als Ausgleich für die CO2-Steuer für nächstes Jahr Steuersenkungen angekündigt. Der Erfolg der Steuer allerdings ist für sie unbestritten. Sie bringt dem Staat jährlich 700 Millionen Euro ein - das sind fast 5% des Bruttoinlandsprodukts. Und: Die CO2-Emissionen sind immerhin um 10% gesunken.

ARTE Info
Donnerstag 3. Dezember 2009 um 12.45 Uhr
Keine Wiederholungen
(2009, 15mn) ARTE G.E.I.E.

Erstellt: 03-12-09
Letzte Änderung: 07-12-09