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Cannes 2008

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Cannes 2008

29/08/08

Cannes: ein Neubeginn

Letztes Jahr feierten die Filmfestspiele von Cannes ihr sechzigstes Jubiläum. Dieses Jahr hätte man höchstens den vierzigsten Jahrestag der Annullierung der Veranstaltung im Mai 68 begehen können ... stattdessen wurde für die Ausgabe 2008 ein „Neubeginn“ angekündigt.

© Thierry Frémaux par P. Quaisse
Präsident der Festspiele 2008 ist Gilles Jacob; Thierry Frémaux, der am 11. März in Paris zum Ritter der Ehrenlegion ernannt wurde, bekleidet das Amt des Generaldirektors, spielt aber weiterhin die Rolle des künstlerischen Leiters, der maßgeblich an der offiziellen Auswahl der Beiträge beteiligt ist.

Diese Auswahl kann auf den ersten Blick sicherlich nicht als „epochemachend“ gelten – allerdings muss man wissen, dass einige große Filmemacher (z.T. wahre „Stammgäste“ in Cannes) diesmal nicht dabei sind, da sie kein Projekt anzubieten hatten oder ihr Film nicht rechtzeitig fertig wurde. Dennoch wird Thierry Frémauds Team von Jahr zu Jahr mit einer steigenden Anzahl von Bewerbungen aus aller Welt konfrontiert: Dieses Jahr waren es 1792 Spielfilme aus 96 verschiedenen Ländern und über 2200 Kurzfilme aus 80 Ländern.

© "Conte de Noël" d'Arnaud Desplechin
Den französischen Film vertritt erstmals Philippe Garrel mit seinem neuesten Werk, „La Frontière de l’aube“ (mit Louis Garrel und Laura Smet), sowie erneut Arnaud Desplechin mit „Un Conte de Noël“ (mit Catherine Deneuve, Melvil Poupaud und Chiara Mastroianni). Ebenfalls dabei ist „Entre Les Murs“ von Laurent Cantet, in dem es um die Erfahrungen eines jungen Französischlehrers an einer Problemschule geht, und ein Dokumentarfilm von Raymond Depardon, „La vie moderne: profil paysan III“.

© "De la Guerre" de Bertrand Bonello
Zur Auswahl im Rahmen der „Quinzaine des réalisateurs“ gehören „Voyage aux Pyrénées“ der Gebrüder Larrieu, „Les Bureaux de Dieu“ von Claire Simon, „De la Guerre“ von Bertrand Bonello und „Dernier Maquis“ von Rabah Aimeur-Zaïmeche.

Auch der lateinamerikanische Film ist stark vertreten („La mujer sin cabeza “ von Lucretia Martel, „Linha de Passe“ von Walter Salles, „Leonera“ von Pablo Trapero, „Los Bastardos“ von Amat Escalante), und Italien startet sozusagen aus der Poleposition („Gamorra“ von Matteo Garrone, „Il Divo“ von Paolo Sorrentino, „Sangue Pazzo“ von Marco Tullio Giordana mit Monica Bellucci).

© "Indiana Jones et le royaume du crâne de cristal"
Die 61. Ausgabe des Festivals zeichnet sich durch einen hohen Dokumentarfilmanteil aus („Waltz with Bashir“ von Folman, „La vie moderne: profil paysan III“ von Raymond Depardon, „Tyson“ von James Toback (Un certain Regard), „Maradona“ von Emir Kusturica (Mitternachtsvorstellung), „Of Time and City“ von Terence Davis, „C’est dur d’être aimé par des cons“ von Daniel Leconte, „Roman Polanski: Wanted and Desired“ von Marina Zenovich), doch auch der populäre, vornehmlich amerikanische Film mit seinem internationalen Staraufgebot ist sehr präsent: Julianne Moore und Danny Glover im Eröffnungsfilm „Blindness“ von Fernando Meirelles, Robert De Niro (der auch die Goldene Palme übergeben wird) im Abschlussfilm „What Just Happened?“ von Barry Levinson, Joaquin Phoenix und Gwyneth Paltrow in „Two Lovers“ von James Gray,
"The Changeling" von Clint Eastwood
Angelina Jolie und John Malkovich in Clint EastwoodsThe Changeling“. Außerdem stellen Harisson Ford und Steven SpielbergIndiana Jones und das Königreich des Kristallschädels“ vor, Penélope Cruz und Scarlett Johansson sind in „Vicky Cristina Barcelona“ von Woody Allen zu sehen, und Mike Tyson spielt sich selbst in James Tobacks Dokumentarfilm. Schließlich wird noch ein verrückter Western des Koreaners Kim Jee-woon („The Good, the Bad, and the Weird“) angekündigt, sowie ein Trickfilm-Panda, der Kung-Fu kann („Kung Fu Panda“ von Mark Osborne und John Stevenson)! An Glanz und Glamour wird es also auch dieses Jahr in Cannes nicht mangeln!


Olivier Bombarda

Erstellt: 09-05-08
Letzte Änderung: 29-08-08