Die Carrot Mobber haben ein so großes Herz für die Natur, dass sie für dieses Ziel sogar erpresserisch zu Werke gehen!
Statt sich bei Demos stundenlang die Beine in den Bauch zu stehen, stürmen die neuen Ökoaktivisten lieber Bioläden. Ihr Name: Carrotmobber. Ihre Mission: Shoppen für den Klimaschutz. Plakate malen ist was für Schlaffis. Wer wirklich was bewegen will, macht Möhren zu seiner Waffe.
Carrotmob
Wer die Kohle hat, ist der Chef. Und wer Geld vom Chef will, tut dafür alles, sogar Gutes. Also kann der Konsument die Regeln bestimmen: riesigen Umsatz kriegt nur der, der einen Teil des Gewinns für die Umwelt ausgibt. Die Idee stammt aus San Francisco. Vor eineinhalb Jahren startete Brent Schulkin dort den weltweit ersten Carrotmob. Schnell folgten Helsinki, Paris und Berlin. Brent Schulkin ist sich sicher: Dies ist der Beginn einer gigantischen Öko-Revolution.Brent Schulkin: "Zum Beispiel Zahnbürsten. Was wäre, wenn wir eine Million Menschen zusammentrommeln und zu Zahnbürstenherstellern gehen und sagen: Wir wollen recycelbare Zahnbürsten aus solarbetriebenen Fabriken. Wir zeichnen dann die Firma aus, die am meisten von den „umweltfreundlichen“ Zahnbürsten herstellt. Jeder von uns gibt ein bisschen Geld aus und plötzlich habt Ihr Millionen Dollar, die Ihr in Solaranlagen investieren könnt. Die Unternehmen gewinnen und wir auch! Das ist perfekt!"
Soviel Idealismus steckt natürlich an. Deshalb haben sich auch die vier Bonner Öko-Helden auf die Suche nach einem Laden mit grünem Gewissen gemacht. Sie haben Werbung im Internet gemacht und die halbe Innenstadt plakatiert. Ein passendes Geschäft haben sie schließlich gefunden: Einen Bioladen. Der Besitzer hat versprochen mit einem Viertel des Erlöses z.B. die energiefressende Neon-Beleuchtung abzuschaffen.Die Protest-Shopper haben jetzt 3 Stunden lang Zeit, ihre Kohle für den guten Zweck rauszuhauen. 200 sind gekommen – also doppelt so viele Kunden wie sonst.
Inzwischen ist Carrotmob zu einer globalen Bewegung geworden. Am gleichen Tag finden weltweit 8 Karotten-Proteste statt. Mit strategischem Konsum die Umwelt retten - für die Carrotmobber ist das mehr als bloß utopisches Gewäsch.
Boris Schinke: "Bei jeden einzelnen sollte, das Bewusstsein für eine Veränderung stattfinden, dass er sich jetzt die Läden aussucht, in denen er einkaufen geht, bewusst einkaufen geht d.h. Carrotmob persönlich in sich zu verpflanzen und weiterzutragen. "







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