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Manila (Real Audio, 2')
Singapur (Real Audio, 2')
Negative FX (Real Audio, 2')Schlafstörungen können eine wahre Qual sein. Ist die Schlaflosigkeit jedoch nur temporär begrenzt, da sie sich zum Beispiel auf eine anstrengende Reise zurückführen lässt, dann kann sie laut Carsten Daerr ebenso für kreativen Input sorgen. Denn wer hat die Erfahrung noch nicht gemacht, dass nach einer durchgefeierten Nacht, der Heimweg durch vertraute Straßen neuartige Eindrücke vermittelt? Die Müdigkeit kann wie ein Filter funktionieren, der alltägliche Wahrnehmungen unterdrückt und stattdessen neue um so mehr verstärkt. In diesem Zustand der Erschöpfung hat Daerr bei Reisen in asiatische Städte wie Manila, Penang, Kuala Lumpur, Singapur und Jakarta direkt nach der Ankunft seine unmittelbaren Eindrücke in musikalischen Momentaufnahmen festgehalten. Die gleichnamigen Songs sind sowohl unter dem Einfluss von urbanen Impressionen entstanden, wie dem Lärm der Motorroller oder der wolkenkratzenden Architektur, als auch offenkundiger gesellschaftlicher Missstände, wie der bedrückenden Armut auf den Straßen von Saigon und Hanoi. Für die Komposition „Manila“ ließ sich der Pianist wiederum von der pulsierenden Energie der Stadt inspirieren. Während Daerr unterstützt von dem Bassisten Oliver Potratz einen hektischen und zugleich dynamischen Klavierlauf immer und immer wieder intoniert, werden die wilden rhythmischen Ausbrüche des Schlagzeugers Eric Schaefer von dem expressiven Spiel des Gastsaxophonisten Uwe Steinmetz verstärkt. Das reduzierte „Penang“ strahlt dagegen eine filigran eigenwillige Atmosphäre aus, und „Singapur“ wandelt sich von einem anfänglich scheinbar vertrauten Sixtie-Instrumental in eine überbordende Mixtur aus Reggae- und Hardcore-Elementen.
Es ist Daerrs Kunstgriff, dass er sich den Blick des Fremden bewahrt. Er greift bei all seinen Kompositionen weder asiatische Musikelemente auf, noch imitiert er sie. Stattdessen nutzt er den Einblick in eine für ihn fremde Kultur für neue musikalische Perspektiven. Tatkräftige Unterstützung erhält er dabei von seinen Mitmusikern. Es ist Daerrs musikalische Offenheit, die seiner Form von Jazz eine faszinierende Ausstrahlung verleiht, die begeistert und zugleich inspirierend wirkt.
Matthias Schneider
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Tour:
08.02.2008 - München, Unterfahrt
17.05.2008 - Guadalajara, Festival de Mayo (Mexiko)
18.05.2008 - Puerto Vallata, tba (Mexiko)







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