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Schön anzuschauende, aber oberflächliche Verfilmung des Colette-Romans, mit großen Schauspielern, die in schönen Kostümen amüsante Dialoge sprechen.

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Kino-News vom 15. März 2007 - 13/03/07

Cartoon Movie - Forum des europäischen Animationsfilms

Potsdam-Babelsberg, vom 07. bis 09. März 2007


Bereits zum neunten Mal fand Europas wichtigstes Branchentreffen zum Animationsfilm in Potsdam-Babelsberg statt. 500 Produzenten, Verleiher und andere Animationsprofis fanden sich in den fx-Studios ein, um 42 neuen Projekten in verschiedenen Entwicklungsstadien zu lauschen. So viele Teilnehmer wie in diesem Jahr gab es noch nie. Nächstes Jahr feiert das Forum, das wesentlich vom Medienboard Berlin-Brandenburg unterstützt wird, sein zehnjähriges Jubiläum. Die Initiatoren von Cartoon Movie können stolz sein: seit 1999 hat sich – auch dank ihrer Initiative – die Zahl der in Europa produzierten Animationskinofilme mehr als verdoppelt.

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Bilder einiger Animationsfilme des Forums



Eröffnet wurde CARTOON MOVIE mit der französisch-belgisch-ungarischen Koproduktion PRINCESS OF THE SUN (LA REINE SOLEIL). Die Verfilmung des Romans des französischen Ägyptologen Christian Jacq führt ins alte Ägypten, ans Ufer des Nilstroms, dort regierten einst die Pharaonen. Der Film erzählt die Abenteuer der frechen ägyptischen Prinzessin Akhesa. Obwohl er Eröffnungsfilm sein durfte, wird PRINCESS OF THE SUN seine eigentliche, feierliche Weltpremiere erst in wenigen Tagen haben, am Fuße der Großen Pyramide von Gizeh.
 

Der Film von Regisseur Philippe Leclerc ist nur eines von einem ganzen Dutzend französischen Projekten, die in Potsdam-Babelsberg vorgestellt wurden, und die nach europäischen Koproduktionspartnern suchen. Für ein einzelnes Land ist es oft zu teuer, einen Animationsfilm zu produzieren, Koproduktionen sind somit unabdingbar. Ein weiteres französisches Projekt wurde von der in Paris ansässigen Produktionsfirma Millimages vorgestellt. PRINCES OF THE HOOD basiert auf 2x30 1-minütigen kleinen Stories, die unter dem Titel ROUND DA WAY in diversen Ländern bereits im Fernsehen ausgestrahlt wurden, in Amerika auf MTV, in England auf Channel 4, in Frankreich auf Canal+ (unter dem Namen LASCARS). Die Ideen zu diesen kleinen Episoden entspringen dem typischen Alltag der urbanen Helden und ihrer „street culture“. Nun soll es erstmals ein Abend füllendes Abenteuer geben: Joe Piswater hat sich verliebt. Deshalb will er sein Leben ändern und fortan nur noch Gutes tun. Doch sein bester Freund Tony Pepperoni hat gerade jetzt die besten (natürlich illegalen) Ideen, um an Geld zu kommen.
 
Eines der deutschen Projekte ist DIE DREI RÄUBER nach dem Kinderbuch von Tomi Ungerer. An diesem großartigen Buch, einem der fantasievollsten und frechsten Kinderbücher überhaupt können sich nunmehr schon Heranwachsende seit mehr als vier Jahrzehnten erfreuen. Erstmal stimmt Ungerer nun einer Verfilmung seines Werkes zu. Animation X, eine Tochterfirma der X-Filme ist federführender Produzent. Die Auswahl der Sprecherstimmen ist exzellent: Katharina Thalbach leiht der bösartigen Waisenhausleiterin ihre knorrige Stimme, Bela B. Felsenheimer (der Sänger der Band „Die Ärzte“), Charly Hübner und Joachim Król übernehmen die drei Räuber. Ungerer selbst ist auch mit von der Partie: In Straßburg, wo er seit einigen Jahren wohnt, sprach er bei ARTE die Erzählerstimme ein. Bereits Ende Juli soll der Film fertig gestellt werden, Ende Oktober soll er ins Kino kommen.  
 
Frankreich und Deutschland waren von der Anzahl ihrer Projekte am stärksten vertreten in diesem Jahr: 12 französische und 10 deutsche Projekte wurden präsentiert. Weitere Projekte kamen aus Spanien, Belgien, Dänemark, Estland, Finnland, Großbritannien, Island, Italien, Schweden und der Tschechischen Republik. Als Koproduktionsländer waren Irland, Lettland, Luxemburg, Norwegen, die Schweiz und Ungarn vertreten.
 
Der dänische Regisseur Karsten Kiilerich und sein Ko-Regisseur Michael Hegner wurden für ihren Film THE UGLY DUCKLING AND ME! als beste europäische Regisseure des Jahres geehrt, alle 500 anwesenden Forumsteilnehmer durften wählen. Eine weitere Ehrung ging ebenfalls nach Dänemark, die für den besten Verleiher: Scanbox Denmark gewann die Auszeichnung. Beste europäische Produzenten des Jahres wurden Alphanim, Europool, Nelvana Int. und STUDIOCANAL für FRANKLIN & THE TURTLE LAKE TREASURE.
 
Sehr souverän und entspannt stellte der geehrte Karsten Kiilerich gleich ein neues Projekt vor, das sich gerade im Entwicklungsstadium befindet und das sich sehr viel versprechend anhört: Eine Crew inkompetenter dänischer Astronauten fliegt auf den Saturn. Dort treffen sie auf Außerirdische, die die Absicht hegen, die Dänen zu versklaven. Doch ausgerechnet dieser versoffenen Crew gelingt es, zurückzukehren. JOURNEY TO SATURN ist für Teenager und junge Erwachsene geplant.
 
20 der vorgestellten Projekte sind Familienfilme, 15 reine Kinderfilme, und leider nur drei Projekte richten sich ausschließlich an Erwachsene. Einer dieser Filme ist die belgisch/französisch/britisch/ polnische Koproduktion SNOW WHITE THE SEQUEL, der bereits fertig gestellt ist und in seiner vollen Länge (75 Min.) gezeigt wurde. Der Film überlegt sich, was wohl Schneewittchen und ihr Märchenprinz treiben, nach den Schlussworten „und sie lebten glücklich und zufrieden bis ans Ende ihrer Tage...“. SNOW WHITE THE SEQUEL nimmt kein Blatt vor den Mund, der Prinz will Sex, Schneewittchen ist schüchtern. Die sieben Zwerge können es kaum erwarten, dass Schneewittchen mal wieder bei ihnen aufkreuzt. Sie haben schmutzige Gedanken, wie sie ihre Zeit mit dem hübschen und unschuldigen Mädchen verbringen könnten. Auf einem Ball kommen alle Märchengestalten zusammen, und Aschenputtel ist eine der Attraktionen der Veranstaltung. Irgendwann entdecken die sieben Zwerge ihre homosexuelle Neigung, und von da an leben sie glücklich und zufrieden...
 
CARTOON MOVIE hat auch in diesem Jahr erneut unter Beweis gestellt, dass es der wichtigste europäische Branchentreff ist, neben CARTOON FORUM. Dort werden aber ausschließlich Fernseh-Projekte verhandelt, und so ergänzen sich beide Foren perfekt. Seit der ersten Edition von CARTOON MOVIE im Jahre 1999 wurden insgesamt 108 Filme finanziert, mit einem Gesamtbudget von 660 Millionen Euro.
 
CARTOON MOVIE ist eine wichtige Initiative, auch um amerikanischen und asiatischen Animationsfilmen, die auf den europäischen Markt drängen, etwas Eigenes, etwas Europäisches entgegenzusetzen. Während es in Amerika mittlerweile fast ausschließlich Computer generierte Animationsfilme zu sehen gibt, gibt es in Europa eine weit gefächerte Tradition: Nicht nur die Erzählweise, auch die Techniken sind mannigfaltig: Neben den Computer generierten Filmen, den 2D- und 3D-Animationen gibt es etwa die Tradition des Knettricks und des Puppentricks. So gab es als den letzten Film des diesjährigen Forums ONE NIGHT IN ONE CITY zu sehen, einen tschechischen Film, ganz in der Tradition des großen Tschechen Jan Svankmajer, der mit seinen skurrilen Puppen eine melancholische und düstere Geschichte erzählt, die tief zu berühren weiß.
 
Nana A.T. Rebhan

Erstellt: 13-03-07
Letzte Änderung: 13-03-07