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ARTE KULTUR - 05/02/07

Charles Burns

Charles Burns: ein zurückhaltender und bedächtige Mann. Und einer der talentiertesten Geschichtenerzähler der Gegenwart. Er schreibt und zeichnet „grafische Novellen", wie seine jüngst vollendete Arbeit "Black Hole". Ein 6 Bände starker Comic-Trip durch die Pubertät.

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Die Reportage sehen (real video - 3mn16)

Als Werbezeichner für Levis und Coca Cola bekannt geworden und von Art Spiegelman zum Comiczeichnen ermutigt, gehört Charles Burns spätestens seit Mitte der 90iger Jahren zu den grossen Comickünstlern der Vereinigten Staaten und ziert - in diesen Tagen - als internationaler Ehrengast das bunte Treiben in Angouleme. Die meisten Lorbeeren ernte bisher für „Black Hole" . Eine über zehn Jahre ausgearbeitete grafische Novelle über einen - in jeder Biografie - gern ausgesparten Lebensabschnitt: der Pubertät. Er verwandelt das „Pickel-Martyrium" in eine teils von subtilem, teils explizitem Horror getragene Geschichte über einen Virus, das im Seattle der 1970er Jahre die Schüler einer High School befällt.

Charles Burns - Comiczeichner: "Für mich handelt die Geschichte von vielen wesentlichen Aspekten der menschlichen Existenz: der Sexualität und dem Übergang von der Jugend zum Erwachsensein. All dies habe ich meine unterschiedlichen Charaktere durchleben lassen, um zu zeigen, wie unterschiedlich man damit umgehen kann...
Es ist nicht so sehr eine „Transformation", sondern eher die Manifestation eines inneren Seelenzustandes, der physisches Ausmass annimmt. Ein Mädchen in meiner Geschichte z.B. will sich selbst neu erschaffen. Sie verliert ihre Haut - häutet sich wie eine Schlange. Sie versucht förmlich aus der eignen Haut zu kommen. Ein anderer Charakter trägt einen zweiten Mund am Hals. Eine unterbewusste Stimme, die aus ihm spricht und die Zukunft voraussagt. Auch ich fühlte mich während meiner Pubertät ein bisschen wie ein Monster. Das alles spielte sich natürlich in meinem Inneren ab, aber ich fühlte mich echt wie ein Freak. "

Was zu Beginn wie eine typische Highschool Horrorgeschichte daherkommt, entpuppt sich nach wenigen Seiten als subtil gestricktes Psychogramm junger Nestflüchter. Hinaus aus einer behüteten Vorort-Kindheit, fragt sich eine handvoll Schüler: Was es bedeutet „ Erwachsen" zu sein. Stets überwältigt von ihren Trieben.
Auch wenn Burns seinen Jugendlichen das Gruseln lehrt, zum Fürchten ist diese Geschichte bestimmt nicht. Und während seine Antihelden mehr oder weniger unbeschadet die Pubertät durchstehen, schafft „Black Hole" ganz nebenbei noch etwas anderes: das Erwachsenwerden eines ganzen Genres. Mehr noch: Hätte Freud Comics gelesen, diesen hätte er sich unters Kopfkissen gelegt.
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Buch
"Black Hole" von Charles Burns
alle 6 Bände bei Reprodukt Verlag
>> Die Webseite des Verlags

Festival
Festival international de la bande dessinée d'Angoulême
vom 25. bis zum 28. Januar 2007
in Angoulême
>> Offizielle Website des Festivals
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ARTE Kultur
Dezember 2006

Erstellt: 29-01-07
Letzte Änderung: 05-02-07