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Fables of Faubus (Real Audio, 0'45")
Tak! e The A-Train (Real Audio, 0'45")
Jitterbug Waltz (Real Audio, 0'45")
Charles Mingus gehört unbestritten zu den kreativsten und zugleich am kontrovers diskutiertesten Jazz-Musikern. Allein an der Schwierigkeit das Werk des Pianisten und Kontrabassisten stilistisch einzuordnen, scheiden sich die Geister. Denn Mingus verweigerte sich jeder Kategorisierung und schöpfte für seine Arrangements, Kompositionen und Improvisationen sowohl aus dem Bebop, Dixieland, Gospel, Blues als auch aus der lateinamerikanischen und der klassischen europäischen Musik. Vor allem Mingus duale Entwicklung vom modalen Jazz und die Anstachelung seiner Musiker zur freien kollektiven Improvisation, einer Vorwegnahme des später aufkommenden Freejazz, machen ihn zu den innovativsten Protagonisten des Jazz. Obwohl Mingus den Jazz stets weiterentwickelt hat, so stellte er dennoch immer wieder musikalische Bezüge zu seinen Wurzeln her. Speziell zu Musikern, in deren Bands er seine Erfahrungen gesammelt hatte, ob zu Lionel Hampton, Charlie Parker, Louis Armstrong oder Duke Ellington. Mingus bewegte sich auf einer musikalischen Metaebene, die ihm einen spielerischen Umgang mit all den Elementen des Jazz ermöglichte.Eine weitere Ausnahmestellung hat Mingus im Jazz inne, weil sich der Pianist und Kontrabassist nie „nur“ als Musiker verstand. Er gründete unter anderem ein Label mit Max Roach, initiierte Workshops und Musikerkollektive und bezog mit seiner Musik politisch Stellung.
Die nun entdeckte Live-Aufnahme des Charles Mingus Sextett beim Jazzfestival in Cornell aus dem Jahre 1964 ist sowohl historisch als auch musikalisch äußerst bemerkenswert. Nach einem zweimonatigen Engagement im legendären New Yorker „The Five Spot“ Club und in Vorbereitung auf die anstehende Europa-Tournee war das Sextett perfekt eingespielt. Man hört es, wie die Musiker blind aufeinander reagieren und sich voll Spielfreude gegenseitig zu Höchstleistungen antreiben. Hinzu kommt, dass es eine der letzten Aufnahmen mit dem genialen Saxofonisten, Klarinettisten und Flötisten Eric Dolphy ist, der noch im Jahr der Aufnahme tragisch verstorben ist. Neben Kompositionen von Fats Waller und Duke Ellington interpretiert das Sextett vornehmlich Songs von Mingus. Besonders hervorgehoben seien hier die beiden fast 30minütigen Interpretationen von „Fables Of Faubus“ und „Meditations“, in denen die Musiker unzählige Rhythmen- und Stilwechsel vollführen, die ganz dem temperamentvollen Charakter von Charles Mingus entsprechen.
Literatur
Charles Mingus „Beneath The Underdog“
Edition Nautilus
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Sue Graham Mingus „Tonight At Noon”
Edition Nautilus
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Matthias Schneider







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