Fein auch, dass es einen weiteren Roman um Detective Inspector Ian Rutledge gibt: „Zeit der Raben“ von dem Mutter-Sohn-Duo, das unter dem Namen Charles Todd schreibt. Rutledge ist, und das ist selten, eine neue, wirklich originelle Figur der Kriminalliteratur. Er war englischer Offizier im Ersten Weltkrieg, hat dort, in den Agonien des Stellungskrieges, einen ihm unterstellten Sergeant hinrichten lassen - den Gnadenschuss hat er ihm selbst gegeben - und muss nun mit diesem Sergeant, einem Schotten mit dem schönen Namen Hamish, leben. Denn der ist in Rutledges Bewusstsein eingezogen und kommuniziert ständig mit dem Inspector, der gleich nach dem Krieg seinen Job bei Scotland Yard wieder aufnimmt. So, wie Charles Todd diese Konstellation inszeniert, ist daran kaum etwas Sensationelles oder Irres. Rutledge hat zwar eine ausgewachsene Schützengrabenneurose, aber er funktioniert zusammen mit Hamish ganz prächtig. „Zeit der Raben“ ist eine grandiose Etüde in Kälte, Unbehaustheit, Unbehagen und gesellschaftlichem Umbruch in einer durch und durch neurotischen Nachkriegsgesellschaft. Große Klasse.Thomas Wörtche/Plärrer







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