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Geschichte auf ARTE

Monatliches Onlinemagazin mit Informationen zu den wichtigsten historischen Sendungen auf ARTE und mehr: Geschichte hinter den Geschichten

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Geschichte auf ARTE

Themenabend - Dienstag, 2. Oktober 2007 ab 22.50 Uhr - 31/10/07

Che Guevara - Der unsterbliche Revolutionär

(145mn) ZDF


Bereits zu Lebzeiten war Che Guevara eine Legende. Seine Anhänger sahen in ihm den "vollkommensten Menschen unserer Zeit" (Jean-Paul Sartre). Für andere war er ein skrupelloser Massenmörder. Doch erst seine Hinrichtung am 9. Oktober 1967 machte den zornigen Gegner des Imperialismus weltweit zum Star der Revolutionäre. Das Foto, das Alberto Korda am 5. März 1960 von Che als jungem charismatischem Revolutionär mit zerzaustem Haar aufgenommen hatte, ging nach seinem Tod um die Welt.

Tote Helden leben länger! Fast könnte man ihn als "Multi-Task-Idol" bezeichnen. Sein Konterfei war nicht nur in den 70er Jahren in jeder Studenten-WG zu finden. Mittlerweile wurde es weltweit zur Ikone unzähliger kultureller und politischer Gegenbewegungen. Dabei versuchte das bolivianische Militär nach der Gefangennahme des verwundeten Guerillero alles, um ihn nicht zum Märtyrer werden zu lassen. Sie erschossen ihn, hackten ihm die Hände ab und verscharrten die Überreste anonym. Doch schon als Ches Leiche einen Tag nach seinem Tod den Journalisten präsentiert wurde, notierte ein UPI-Korrespondent: "Die leicht wässrige Transparenz seiner ausdrucksvollen grünen Augen, außerdem eine Art rätselhaftes Lächeln, das sich im Gesicht leicht abzeichnet, vermittelten den Eindruck, das dieser Leichnam noch lebte. Ich glaube, dass mehr als einer der 20 Journalisten, die an jenem 10. Oktober 1967 in Vallegrande waren, nur noch darauf warteten, dass Ernesto Che Guevara zu uns sprach."


Um 22.50 Uhr

Che Guevara - Der Körper und der Mythos
(Italien, 2007, 43mn) ZDF
von Raffaele Brunetti und Stefano Missio

Keine Wiederholung
Erst als der Kalte Krieg zu Ende war und die Sowjetunion auseinander zu fallen begann, wurde es möglich, den Mythos Che Guevara zu hinterfragen und nach seinen sterblichen Überresten zu suchen, von denen über 30 Jahre lang jede Spur gefehlt hatte. In der Zeit zwischen 1967, als Che hingerichtet wurde, und 1997, dem Jahr als seine Gebeine in Vallegrande ausgegraben wurden, sorgten die politischen Ereignisse dafür, dass seine sterblichen Überreste vor der Welt verborgen blieben. Die Suche nach dem berühmtesten Revolutionär war schier unmöglich.
Die Dokumentation rekonstruiert die Gründe für das Verschwinden der sterblichen Überreste und welche Rolle dies für die Entstehung des Mythos "Che" hatte. Nach der Einigung zwischen den USA und der Sowjetunion auf eine friedliche Koexistenz hatte Che Guevara Kuba verlassen. Erst nach dem Niedergang der Sowjetunion, gegen deren Imperialismus sich Che am Ende seines Lebens gewandt hatte, durfte die Suche nach seinen Gebeinen aufgenommen werden. 30 Jahre nach seinem Tod konnten sich die Kubaner bei einem Staatsbegräbnis von ihrem Nationalhelden verabschieden. Doch Ruhe fand der "Heilige Ernesto" nicht.

40 Jahre nach seinem Tod sprechen die Gläubigen in Vallegrande Fürbitten für ihn aus. Dieselben bolivianischen Soldaten, die einst gegen den Guerillero kämpften, kämpfen nun um Anerkennung ihrer Verdienste. Ches Ikone begleitet die Protestmärsche unserer Welt. Trotz aller Kommerzialisierung scheint sein Bild nichts an Kraft eingebüßt zu haben.


Um 23.40 Uhr
Ernesto Che Guevara - Das bolivianische Tagebuch
(Frankreich, 1994, 91mn) ARTE F
Regie: Richard Dindo
Wiederholung: 03.10.2007 um 03:00
Im Oktober 1967 geht die Nachricht um die Welt, dass der legendäre Guerillero Ernesto Che Guevara in Bolivien ums Leben gekommen ist. Die bolivianische Armee behauptet, Che sei im Kampf gefallen und präsentiert der Öffentlichkeit ein Tagebuch, das er während der elf Monate der Guerilla geschrieben hat.
Der Dokumentarfilm erzählt von der mysteriösen Abreise Ches aus Kuba, der Ankunft in La Paz, der Weiterreise in das Gebiet des Nancahuazu-Flusses, dem Beginn der Guerilla, den Kämpfen mit der Armee, den ersten gefallenen Kameraden, dem Hunger, dem Durst, den Krankheiten, dem Herumirren, der totalen Isolation und dem Ausbleiben jeglicher Unterstützung durch die Landbevölkerung. Schritt für Schritt verfolgt der Film die Spuren Ches, indem er dessen Tagebuch liest und die erloschene Stimme des Toten noch einmal aufleben lässt.
Mit Landschaftsaufnahmen, Augenzeugenberichten und verschiedenen Dokumenten beschreibt der Film auf eine lakonisch distanzierte und dabei doch bewegende Weise die Ereignisse von 1967 in Bolivien. Er rekonstruiert vor allem die letzten 20 Tage der Guerilla, ihre Einkesselung im Yuro-Tal durch die bolivianische Armee und die Ermordung Ches in der Dorfschule von Higuera.

Regisseur und Autor Richard Dindo sagt über den Protagonisten seines Films: "Es gibt in meinen Augen heute so etwas wie eine Aktualität von Che Guevara. An seinem Beispiel kann man sich zurückbesinnen, wofür die Linke ursprünglich einmal stand und woran sie gescheitert ist." Für seinen ambitionierten Dokumentarfilm erhielt Richard Dindo den Publikumspreis beim Arizona International Film Festival 1998.

Das "Lexikon des Internationalen Films" schreibt über den Film: "Durch die unvoreingenommene, scheinbar distanzierte Perspektive weder ein glorifizierendes Heldenepos noch eine schadenfrohe Demontage. Ein Zeugnis politischen Filmemachens ohne vordergründige politische Gesten."

Erstellt: 27-09-07
Letzte Änderung: 31-10-07