Um 22.50 Uhr
Che Guevara - Der Körper und der Mythos
(Italien, 2007, 43mn) ZDF
von Raffaele Brunetti und Stefano Missio
Keine Wiederholung
Erst als der Kalte Krieg zu Ende war und die Sowjetunion auseinander zu fallen begann, wurde es möglich, den Mythos Che Guevara zu hinterfragen und nach seinen sterblichen Überresten zu suchen, von denen über 30 Jahre lang jede Spur gefehlt hatte. In der Zeit zwischen 1967, als Che hingerichtet wurde, und 1997, dem Jahr als seine Gebeine in Vallegrande ausgegraben wurden, sorgten die politischen Ereignisse dafür, dass seine sterblichen Überreste vor der Welt verborgen blieben. Die Suche nach dem berühmtesten Revolutionär war schier unmöglich.Die Dokumentation rekonstruiert die Gründe für das Verschwinden der sterblichen Überreste und welche Rolle dies für die Entstehung des Mythos "Che" hatte. Nach der Einigung zwischen den USA und der Sowjetunion auf eine friedliche Koexistenz hatte Che Guevara Kuba verlassen. Erst nach dem Niedergang der Sowjetunion, gegen deren Imperialismus sich Che am Ende seines Lebens gewandt hatte, durfte die Suche nach seinen Gebeinen aufgenommen werden. 30 Jahre nach seinem Tod konnten sich die Kubaner bei einem Staatsbegräbnis von ihrem Nationalhelden verabschieden. Doch Ruhe fand der "Heilige Ernesto" nicht.
40 Jahre nach seinem Tod sprechen die Gläubigen in Vallegrande Fürbitten für ihn aus. Dieselben bolivianischen Soldaten, die einst gegen den Guerillero kämpften, kämpfen nun um Anerkennung ihrer Verdienste. Ches Ikone begleitet die Protestmärsche unserer Welt. Trotz aller Kommerzialisierung scheint sein Bild nichts an Kraft eingebüßt zu haben.
Um 23.40 Uhr
Ernesto Che Guevara - Das bolivianische Tagebuch
(Frankreich, 1994, 91mn) ARTE F
Regie: Richard Dindo
Wiederholung: 03.10.2007 um 03:00
Im Oktober 1967 geht die Nachricht um die Welt, dass der legendäre Guerillero Ernesto Che Guevara in Bolivien ums Leben gekommen ist. Die bolivianische Armee behauptet, Che sei im Kampf gefallen und präsentiert der Öffentlichkeit ein Tagebuch, das er während der elf Monate der Guerilla geschrieben hat.Der Dokumentarfilm erzählt von der mysteriösen Abreise Ches aus Kuba, der Ankunft in La Paz, der Weiterreise in das Gebiet des Nancahuazu-Flusses, dem Beginn der Guerilla, den Kämpfen mit der Armee, den ersten gefallenen Kameraden, dem Hunger, dem Durst, den Krankheiten, dem Herumirren, der totalen Isolation und dem Ausbleiben jeglicher Unterstützung durch die Landbevölkerung. Schritt für Schritt verfolgt der Film die Spuren Ches, indem er dessen Tagebuch liest und die erloschene Stimme des Toten noch einmal aufleben lässt.
Mit Landschaftsaufnahmen, Augenzeugenberichten und verschiedenen Dokumenten beschreibt der Film auf eine lakonisch distanzierte und dabei doch bewegende Weise die Ereignisse von 1967 in Bolivien. Er rekonstruiert vor allem die letzten 20 Tage der Guerilla, ihre Einkesselung im Yuro-Tal durch die bolivianische Armee und die Ermordung Ches in der Dorfschule von Higuera.
Regisseur und Autor Richard Dindo sagt über den Protagonisten seines Films: "Es gibt in meinen Augen heute so etwas wie eine Aktualität von Che Guevara. An seinem Beispiel kann man sich zurückbesinnen, wofür die Linke ursprünglich einmal stand und woran sie gescheitert ist." Für seinen ambitionierten Dokumentarfilm erhielt Richard Dindo den Publikumspreis beim Arizona International Film Festival 1998.
Das "Lexikon des Internationalen Films" schreibt über den Film: "Durch die unvoreingenommene, scheinbar distanzierte Perspektive weder ein glorifizierendes Heldenepos noch eine schadenfrohe Demontage. Ein Zeugnis politischen Filmemachens ohne vordergründige politische Gesten."







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