Themenabend, ARTE F, 108 Min.China fasziniert allein durch seine Einwohnerzahl von 1,3 Milliarden Menschen. Und das Land beeindruckt die Welt durch seine ungeheure Energie und sein rasantes Wirtschaftswachstum. Dem stehen jedoch enorme soziale Probleme, Menschenrechtsverletzungen sowie politische Undurchsichtigkeit entgegen.
Der Themenabend stellt die Frage: Was will China heute wirklich? Im 19. Jahrhundert verpasste das mächtige Reich der Mitte den Anschluss an die Industrielle Revolution und geriet gegenüber Europa ins Hintertreffen. Diese Lektion hat China gelernt. Die Führer des Landes haben einen Schlussstrich unter dieses Kapitel der Geschichte gezogen und wollen China seinen Platz in der Mitte der Welt zurückgeben. Um das zu erreichen, bemüht sich das Land, seine Abhängigkeit vom Ausland im Energiebereich zu überwinden und die riesigen sozialen Unterschiede im Land abzubauen, da diese die nationale Einheit bedrohen. Außerdem versucht China, nach außen eine Strategie der indirekten Hegemonie auszuüben.
- 07.08.2008, 22.25 Uhr
China / USA: Der Wettlauf ums Öl
Dokumentation, Frankreich 2006, Synchronfassung, 50 Min.Regie: Jean-Christophe Klotz
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Seit das Reich der Mitte auf den internationalen Märkten wieder präsent ist, spürt es seine Abhängigkeit von der Außenwelt. Die Achillesferse des Landes ist die Energieversorgung, und im Zuge des rasanten Wirtschaftswachstums wird sich dieses Problem weiter verschärfen. Lange konnten sich die Vertreter Chinas hinter ihren natürlichen Grenzen und ideologischen Überzeugungen verbarrikadieren, doch jetzt haben sie keine Wahl mehr. Sie müssen weltweit um das "schwarze Gold" buhlen. Afrika, Lateinamerika, Zentralasien, der Mittlere Osten - in den letzten drei Jahren sind der chinesische Staatspräsident Hu Jintao, sein Vorgänger Jiang Zemin und zahlreiche Minister auf den fünf Kontinenten umhergereist, um Verträge und Erdölkonzessionen zu ergattern. Dabei stoßen die Pekinger Machthaber allenthalben auf die USA. Doch auch von der Supermacht lässt sich China nicht abschrecken, sondern gewinnt mit großer Kraftanstrengung einen Vertragspartner nach dem anderen. Im Gegenzug gewährt es den Unterzeichnerländern wertvolle Unterstützung und droht zum Schutz seiner Partner auch schon mal mit dem Vetorecht im UN-Sicherheitsrat. Beispiele dafür sind gescheiterte Resolutionen zu UNO-Sanktionen gegen Iran und Sudan.
So sind China und die USA in Frontstellung zueinander geraten. Im Weltmaßstab zeichnen sich ein pro-chinesisches und ein pro-amerikanisches Lager ab. Die Dokumentation deckt neue Aspekte dieser Konfrontation auf und zeigt, dass es bei den neuen politischen Blöcken um mehr geht als um die Erdölfrage. Hier steht das gesamte geopolitische Gleichgewicht auf dem Spiel.
- 07.08.2008, 23.20 Uhr
China - So reich, so arm
Dokumentation, Frankreich 2006, Synchronfassung, 25 Min.Regie: Antoine Roux
China lässt sich auch heute noch durch einen Drachen mit mehreren Köpfen symbolisieren. Einer trägt das neoliberale, westlich orientierte und lebendige Gesicht Shanghais, während ein anderer das harte, elende und stärker abgeschottete Leben auf dem Lande repräsentiert, wo es häufig zu heftigen Revolten kommt. "Shanghaier" und "Populisten" wird dieses Gegensatzpaar in China genannt. Zwei Männer stehen für diese unterschiedlichen politischen Lager: Jiang Zemin, 1989 nach dem Massaker auf dem Tiananmen-Platz zum Generalsekretär der Kommunistischen Partei Chinas ernannt und von 1993 bis 2003 chinesischer Staatspräsident, steht für das aufstrebende, wirtschaftsstarke China.
Hu Jintao, gegenwärtiges chinesisches Staatsoberhaupt, hat seine Karriere in den Provinzen gemacht. Seine Herausforderung ist, das große gesellschaftliche und soziale Gefälle zwischen Stadt und Land in den Griff zu bekommen. Will China endgültig zur Weltmacht von Rang aufsteigen, muss das Land diese katastrophalen Gegensätze, die es von innen heraus massiv bedrohen, abschaffen.
- 07.08.2008, 23.50 Uhr
Siegen ohne Kampf
Dokumentation, Frankreich 2006, Synchronfassung, 26 Min.Regie: Antoine Roux
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"Der Größte ist nicht derjenige, der in hundert Kämpfen hundert Siege erringt. Der Größte ist derjenige, der den Sieg erringt, ohne zu kämpfen." - Diese Lehre des großen chinesischen Militärstrategen Sun Tse stammt aus dem fünften Jahrhundert vor Christus. Doch sie könnte auch der Gegenwart entspringen, so sehr ähnelt die derzeitige politische Strategie Chinas der uralten Methode, indirekte Mittel der Herrschaft zu suchen und anzuwenden. Eine Herrschaft, die zwar nicht auf das klassische Attribut der Macht, das heißt der militärischen Stärke, verzichtet, heute aber vor allem in der wirksamsten chinesischen Waffe zum Ausdruck kommt: der Wirtschaft. Auf dem Wege zur viertgrößten Wirtschaftsmacht der Welt setzt sich das Reich der Mitte heute immer stärker unter den globalen Entscheidungsträgern durch. China entwickelt eine Strategie der "sanften Vorherrschaft", die das Land nicht daran hindert, zur drittgrößten Militärmacht aufzusteigen und sein vorrangiges Ziel zu erreichen, die Wiedervereinigung mit Taiwan. Wirtschaftsmacht, militärische Bedrohung, Kulturoffensive - die Dokumentation ergründet alle Facetten der indirekten Strategie Chinas und entschlüsselt Schritt für Schritt die offiziellen Diskurse.