Der Themenabend berichtet von den krassen Gegensätzen in der chinesischen Gesellschaft. Er erzählt vom Frauenraub in ländlichen Provinzen. Bauern entführen junge Frauen und zwingen sie in Sklavenehen. Die Mädchen aus den Dörfern fliehen vor der Armut in die Städte, gelockt vom Glanz der Wirtschaftsmetropolen. Im Reich der Mitte werden ab 2020 etwa 40 Millionen Frauen fehlen.
Erzählt wird auch vom Wunsch der chinesischen Familien, ihrem Kind sozialen Aufstieg zu ermöglichen. Das führt nicht selten zu einem gnadenlosen Kampf um bessere Chancen mit zum Teil grotesken Auswüchsen. Bildung gilt als Schlüssel zum Aufstieg. So entsteht ein brutaler Leistungsdruck.
Aufgrund der Zensur sind Berichte über die Schattenseiten Chinas eher Angelegenheiten westlicher Korrespondenten. Deren Reportagen über das Schicksal von Dissidenten, über die Willkür der Funktionäre auf dem Land und über Entführungen zur Zwangsarbeit werden in der Gesprächsrunde diskutiert, in der unter anderem der langjährige ARD-Korrespondent in Peking, Stefan Niemann, zu Gast ist.
- 17.07.2008, 22.30 Uhr
Braut verzweifelt gesucht
Dokumentation, Deutschland 2007, 43 min.
Regie: Edgar Wolf
Der Bauer Zhingen Chen ist 40 Jahre alt und noch immer unverheiratet. Er gilt als "Kahler Zweig", so werden in China ledige Männer genannt, vergleichbar mit einem Obstbaum, der keine Früchte trägt.
Vor allem auf dem Land fehlt es an heiratsfähigen Frauen. Junge Frauen ziehen in die Stadt, weil sie dort bessere Berufschancen haben und weniger diskriminiert werden. Zurück bleiben frustrierte Junggesellen ohne Chance auf eine eigene Familie.
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- 17.07.2008, 23.15 Uhr
Büffeln und buckeln - Chinas Kinder unter Druck
Regie: Nicole Boelhoff
In China sind Eltern geradezu davon besessen, ihren Kindern Aufstieg, Karriere und Erfolg zu bieten. Studenten, Schüler und selbst Kleinkinder sind einem brutalen Leistungsdruck unterworfen. Denn es gibt nur einen Weg nach oben - Bildung.
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- 17.07.2008, 23.45 Uhr
Gesprächsrunde zum Thema "China aktuell"
Marie Holzman
Vorsitzende des Vereins Solidarität für China
Stefan Niemann
Ehemaliger ARD-Korrespondent in Peking
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