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19/06/07

Chronik

Weitere Artikel zum Thema

16. Jahrhundert
Eingliederung Armeniens in das Osmanische Reich.

13. Juni -13 Juli  1878
Berliner Kongress: Die europäischen Mächte oktroyieren Sultan Abdul Hamid II einen Reformplan, für die « durch Armenier besiedelten Provinzen » ( Artikel 61).

1894-1896
Als Antwort auf die ersten armenischen Aufstände gegen die steuerliche Ungleichbehandlung werden etwa 250 000 Armenier auf Befehl von Sultan Abdul Hamid II durch verschiedene Kavallerieregimente abgeschlachtet.

1908
Putsch der liberalen Jungtürken. Wiedereinsetzung der durch den Sultan ausgesetzten Verfassung.

1909
Abdul Hamid II wird nach einer gescheiterten Gegenrevolution abgesetzt und durch seinen Bruder Mehmet V. abgelöst. In diesem Kontext der Wirren werden zwischen 25000 und 30000 Armenier in Adan, Silizien, umgebracht.

November 1914
Eintritt der Türkei in den Ersten Weltkrieg – an der Seite der Zentralmächte – Deutschland und Österreich-Ungarn – gegen die Mächte der Entente, d.h. Frankreich, England und Russland.

Janvier 1915
Niederlage der osmanischen Armee gegen die Russen in Sarikamish im Kaukasus. Diese Niederlage wird als Vorwand genutzt, um der armenischen Volksgemeinschaft Verrat vorzuwerfen und um die Aussiedlung der Bevölkerung in sogenannte „Wiedereingliederungszonen“ zu rechtfertigen – unter dem Vorwand, die einzelnen Frontabschnitte sichern zu wollen.

24. und  25. April 1915
Großangelegte Razzia gegen armenische Vertreter des Geisteslebens und gegen armenische Honoratioren in Konstantinopel. Beginn der Deportationen und der Massaker, die am Ende insgesamt eine Million, wenn nicht gar eineinhalb Millionen Todesopfer fordern sollte.

24. Mai 1915
In einer gemeinsamen Erklärung Frankreichs, Englands und Russlands an die Adresse der kaiserlichen, osmanischen Gewalt  werden die « Verbrechen der Türkei gegen die Menschlichkeit und die Zivilisation“ verurteilt.

27. Mai 1915
Innenminister Talaat Pacha gibt die Verabschiedung eines « vorläufigen Deportationsgesetzes“ bekannt.

Mai bis Juli 1915
Deportation der Armenier aus Ostanatolien, der historischen Wiege Armeniens.

Herbst/Winter 1915-1916
Deportation der Armenier aus Westanatolien.

30. Oktober 1918
Die besiegte Türkei unterzeichnet gemeinsam mit den Mächten der Entente den Waffenstillstand von Moudros.

1919
Prozess gegen die verantwortlichen Führer des Komitees für Einheit und Fortschritt. Enver Pacha, Talaat Pacha et Djemal Pacha, die nach Deutschland geflüchtet waren, werden durch ein Kriegsgericht in Abwesenheit zum Tode verurteilt.

10. August 1920
Unterzeichnung des Vertrages von Sèvres, in dem die Aburteilung der für die Massaker Verantwortlichen durch ein Internationales Straftribunal bestimmt und das Bestehen eines unabhängigen Armeniens anerkannt wird. Der Vertrag sollte niemals ratifiziert werden

24. Juli 1923
Mit der Unterzeichnung des Vertrages von Lausanne zwischen der Türkischen Republik  von Mustafa Kemal und den Alliierten wird die armenische Frage endgültig ad acta gelegt.

Erstellt: 12-04-05
Letzte Änderung: 19-06-07