10/09/08
Chronologie des Darfur-Konflikts
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2003
Februar: Zwei Rebellenbewe- gungen, die Sudanesische Befreiungsarmee (SLA/M) und die Bewegung für Gerechtigkeit und Gleichheit (JEM) starten erste Angriffe gegen staatliche Einrichtungen in Darfur.
25. März: Die Rebellen zerstören die Luftwaffe der Regierung auf dem Flughafen der Hauptstadt von Norddarfur, al-Faschir. Die sudanesischen Behörden gehen hart gegen die Bevölkerungsgruppen vor, denen vorgeworfen wird, die Rebellion zu unterstützen.
Dezember: Die im Tschad zwischen der sudanesischen Regierung und der SLA/M geführten Verhandlungen scheitern. Khartum startet eine groß angelegte Offensive. Die Rebellen beschuldigen die von der Regierung bewaffneten arabischen Dschandschawid-Milizen, 2.300 Dörfer in Darfur verwüstet zu haben.
2004
8. April: Khartum und die beiden Rebellenbewegungen unterzeichnen ein Waffenstillstandsabkommen, das auch den Zugang zu humanitärer Hilfe sowie die Entwaffnung der Milizen vorsieht. Es wird nicht eingehalten.
August: Die Afrikanische Union (AU) stationiert 300 Soldaten in Darfur; einige Monate später wird die Zahl auf 2.000 erhöht. Sie sollen die Einhaltung des Waffenstillstands sichern und die Zivilbevölkerung schützen.
August-Dezember: Beginn der Verhandlungen zwischen den beiden Rebellenbewegungen und der sudanesischen Regierung in der nigerianischen Hauptstadt Abuja.
9. September: US-Außenminister Colin Powell spricht von einem „Völkermord“ in Darfur.
2005
31. Januar: Eine Untersuchungskommission der UNO stellt fest, dass in Darfur Verbrechen gegen die Menschlichkeit begangen werden, Khartum aber keine „Politik des Völkermords“ betrieben habe.
31. März: Durch eine neue UNO-Resolution können mutmaßliche Kriegsverbrecher aus Darfur vor den Internationalen Strafgerichtshof (ICC) gestellt werden.
1. Juni: Der Chefankläger des ICC nimmt offiziell die Ermittlungen auf.
2006
25. April: Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen beschließt erstmals finanzielle Sanktionen und eine Einschränkung der Bewegungsfreiheit von vier sudanesischen Führern, die der Regierung, den Dschandschawid-Milizen und den Rebellenbewegungen angehören.
5. Mai: Ende der Verhandlungen in Abuja. Nur die SLA/M-Fraktion unter der Führung von Minni Minawi unterzeichnet das Friedensabkommen für Darfur. Der ehemalige Rebellenführer wird zur Nummer vier des sudanesischen Staates. Die Kämpfe zwischen rivalisierenden Rebellengruppen verschärfen sich.
2007
23. Februar: Der Chefankläger des ICC erlässt die ersten Haftbefehle gegen den früheren sudanesischen Innenminister Ahmad Harun und gegen Ali Kuschaib, einen der Anführer der Dschandschawid.
31. Juli: Der UN-Sicherheitsrat beschließt die Stationierung einer 26.000 Mann starken gemeinsamen Sicherheitstruppe der AU und der UNO in Darfur ab Anfang 2008.
27. Oktober: Beginn einer von UNO und AU organisierten Konferenz in Sirte (Libyen), die eine politische Lösung des Darfur-Konflikts ermöglichen soll. Beteiligt sind Vertreter der sudanesischen Regierung und der Rebellengruppen sowie Mitglieder der Zivilgesellschaft. Parallel dazu treffen sich im Südsudan acht Rebellengruppen, die die Verhandlungen in Sirte boykottieren und die seit 2006 gespaltene SLA/M wieder vereinen wollen.
Erstellt: 30-11-07
Letzte Änderung: 10-09-08