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04/11/09

Chronologie des Mauerfalls

Vom ersten Loch im „Eisernen Vorhang“ bis zum Fall der Mauer – die Monate vor dem 9. November 1989 gehören sicherlich zu den spannendsten Episoden in der deutschen Geschichte.


2. Mai: Ungarn beginnt damit, die Grenzanlagen zu Österreich abzubauen

7. Mai: Kommunalwahlen in der DDR. Oppositionsgruppen dokumentieren Wahlfälschungen, 100 Demonstranten werden verhaftet

25.-27. Juni: Die Außenminister Österreichs und Ungarns durchschneiden symbolträchtig den „Eisernen Vorhang“

Ab Juli flüchten tausende DDR-Bürger in die westdeutschen Botschaften in Budapest, Prag, Warschau und Ostberlin

19. August: Beim „paneuropäischen Frühstück“ flüchten 700 DDR-Bürger von Ungarn nach Österreich

24. August: Mehr als 100 Flüchtlinge dürfen aus der bundesdeutschen Botschaft in Budapest in den Westen ausreisen

4. September: Mehrere hundert Menschen fordern während der „Montagsdemonstration“ in Leipzig Reisefreiheit

2. Oktober: Montagsdemonstration in Leipzig mit 20.000 Teilnehmern. Die Demonstration wird gewaltsam aufgelöst

4. Oktober: Rund 7500 Prager Botschaftsflüchtlinge reisen in Sonderzügen in den Westen aus

7. Oktober: 40. Jahrestag der Gründung der DDR. Demonstrationen werden gewaltsam aufgelöst. Staatsgast Michail Gorbatschow wird der Satz zugesprochen: „Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben.“

9. Oktober: 70.000 Menschen demonstrieren in Leipzig

16. Oktober: Die Montagsdemonstration in Leipzig schwillt auf 120.000 Teilnehmer an. Der Schlachtruf: „Wir sind das Volk“ und „Gorbi, Gorbi!“

18. Oktober: Erich Honecker tritt von sämtlichen Ämtern zurück

4. November: Rund eine Million Menschen demonstrieren in Ost-Berlin für Reformen

9. November: Politbüro-Mitglied Günter Schabowski kündigt während einer Pressekonferenz eine neue Reiseregelung an. Auf Nachfrage erklärt er, die neue Regelung gelte ab sofort. Am selben Abend reisen tausende Ostberliner für wenige Stunden in den Westen. Die Mauer ist gefallen.

Der Mauerfall aus der Sicht Frankreichs und Großbritanniens:
Zum 20. Jahrestag des Mauerfalls hat Frankreich seine Archive fünf Jahre früher als vorgesehen geöffnet. Noch im Oktober 1989 hielt das französische Außenministerium ein wiedervereinigtes Deutschland für „derzeit nicht wirklichkeitsnah“. Die Akten belegen auch die feindselige Haltung Großbritanniens: „Die deutsche Wiedervereinigung ist nicht im Interesse Großbritanniens und Westeuropas“, hatte demnach die britische Premierministerin Margaret Thatcher im September 1989 bei einem Besuch in Moskau erklärt. Bundeskanzler Helmut Kohl sei „zu allem fähig“.

Großbritannien seinerseits gab im September 600 Seiten Archivmaterial frei. Frankreichs ehemaliger Staatspräsident Mitterand wird darin im Dezember 1989 mit den Worten zitiert: „Deutschland hat niemals seine Grenzen gefunden.“ Im Januar 1990 soll Mitterand von seiner Sorge gesprochen haben, Deutschland könne sich im Krieg verlorene Gebiete zurückholen und dann „sogar ausgedehnter als unter Hitler“ werden.
Am 9. November will Frankreich seine Archive aus der damaligen Zeit vollständig öffnen.

Erstellt: 30-10-09
Letzte Änderung: 04-11-09