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23/11/05

Chronologie

Der Dokumentarfilm « Franco und Salazar - Die iberischen Faschisten » zeichnet vierzig Jahre Geschichte nach, vom Spanischen Bürgerkrieg bis zum Ende der beiden iberischen Diktaturen.
Geschichtliche Anhaltspunkte aus dem Skript.

  • Der Spanische Bürgerkrieg (1936 – 1939)

Portugal unter Salazar dient Franco als militärischer Stützpunkt. Für Francos Triumph hat diese Unterstützung in den ersten sechs Monaten des Bürgerkrieges entscheidende Bedeutung.

- Militärrevolte in Marokko, die sofort auf das Mutterland übergreift. Franco ist einer der Führer des Aufstandes gegen die republikanische Regierung.
17. - 18. Juli 1936

- Gründung der „Junta zur nationalen Verteidigung“ in Burgos
23. Juli 1936

- Der Ausspruch „No pasarán“ (Sie werden nicht durchkommen) der Kommunistin Dolores Ibárruri, genannt „La Pasionaria“, in Madrid wird zum Schlachtruf der spanischen Arbeiterbewegung.
19. Juli 1936

- Italien und Deutschland liefern den Aufständischen Kampfflugzeuge.
Ende Juli 1936

- Ermordung des großen republikanischen Schriftstellers und Kommunistensympathisanten Federico García Lorca.
19. August 1936

- Erste Lieferungen sowjetischer Waffen.
Anfang September 1936

- Gründung des Nichteinmischungskomitees durch Großbritannien, Frankreich, Deutschland, Italien, die UDSSR und Portugal.
9. September 1936

- Franco wird Oberbefehlshaber der aufständischen Truppen.
21. September 1936

- Franco erklärt sich zum Chef der nationalspanischen Regierung.
1. Oktober 1936

- Belagerung Madrids durch die Aufständischen scheitert.
8. – 18. November 1936

- Bombardierung Guernicas.
26. April 1937

- der Alcázar von Toledo
Oberst Mascardó verteidigt die alte Festung zusammen mit 1700 Mann zwei Monate lang gegen die republikanischen Milizen, bevor Francos Armee sie befreit. Der Alcázar hat seitdem große symbolische Bedeutung.
22. Juli 1936

- Freundschafts- und Nichtangriffspakt
Francos Bruder unterschreibt als Botschafter in Lissabon den Freundschafts- und Nichtangriffspakt, der Spanien und Portugal im Falle eines Konfliktes in Europa vertraglich zu Alliierten macht und zur Neutralität verpflichtet.
März 1939


  • Der Zweite Weltkrieg

Spanien und Portugal bleiben neutral. Auf welcher Seite Salazar und Franco stehen, bleibt indessen unklar. Sie haben gegensätzliche politische Positionen, nähern sich 1942 jedoch aneinander an.

- Neutralitätserklärung Spaniens
4. September 1939

- Spanien ändert seinen Status von „neutral“ zu „nicht-kriegführend“.
12. Juni 1940

- Treffen zwischen Franco und Hitler in Hendaye. Franco lehnt es ab, sich im Krieg gegen England mit Hitler zu verbünden.
23. Oktober 1940

- Japanischer Angriff auf Pearl Harbour, dem größten amerikanischen Marinestützpunkt. Amerika tritt in den Krieg ein und ändert die Koordinaten des Konfliktes somit grundlegend.
7. Dezember 1941

- Die beiden Diktatoren treffen sich zum ersten Mal in Sevilla. Dieses Treffen markiert einen Wendepunkt in den Beziehungen der beiden Länder.
Februar 1942

- Der Krieg in Europa ist zu Ende. Während der gesamte Kontinent den Sieg der Demokratie feiert, bekunden Spanier und Portugiesen Franco und Salazar ihre Unterstützung. Beide Diktatoren werden dafür bejubelt, ihre Länder vor dem Weltkrieg bewahrt zu haben. In den Augen der restlichen Welt scheinen die beiden Regime enger verbündet als je zuvor.
Mai 1945


  • Die Nachkriegszeit

Francos Diktatur zieht die Feindseligkeit der Westmächte auf sich. Salazar fürchtet, die allgemeine Ablehnung der franquistischen Diktatur könnte sich auf Portugal übertragen. Er distanziert sich von Franco, führt mit dessen Bruder Nicolás jedoch weiterhin Geheimverhandlungen.

- Frankreich schließt seine Grenzen.
1. März 1946

- Spanien wird aus der UNO ausgeschlossen.
9. Februar 1946

- Ein Beschluss der Vereinten Nationen rät, alle diplomatischen Beziehungen mit Madrid abzubrechen. Nur der Vatikan, Irland, die Schweiz und Portugal lassen ihre Repräsentanten im Land.
12. Dezember 1946

- Der rechtmäßige Thronfolger und das Oberhaupt des spanischen Königshauses Juan aus dem Hause Bourbon lebt während der Franco-Diktatur im portugiesischen Estoril im Exil. 1969 erklärt Franco dessen Sohn Juan Carlos zu seinem Nachfolger.

- Franco stellt die Monarchie in Spanien wieder her. Unter Berufung auf das spanische Erbfolgerecht krönt er sich zum „Herrscher auf Lebenszeit“ und verdrängt Juan de Borbón vom Thron.
26. Juli 1947


  • Der Kalte Krieg

Am 12. März 1947 verkündet der amerikanische Präsident Harry Truman seine als Truman-Doktrin bekannt gewordene Außenpolitik und leitet damit den Kalten Krieg ein. Salazar sieht ganz richtig voraus, dass im Zusammenhang der allgemein herrschenden, anti-kommunistischen Stimmung die „spanische Frage“ in den Hintergrund treten wird. Franco kann somit, gegen den Willen Großbritanniens, auf den vollen Rückhalt Salazars zählen.

- Pariser Konferenz
Portugal insistiert mit Erfolg auf der Einbeziehung Spaniens in den Marshall-Plan.
12. Juli 1947

- Portugal unterzeichnet den Nordatlantik-Pakt.
4. April 1949

- Wirtschafts- und Verteidigungsbündnis zwischen Spanien und den USA. Franco kann von dem Kalten Krieg nur profitieren. Eine Mitgliedschaft in der NATO ist für Franco fortan nicht mehr von Interesse. Durch ein unilaterales Bündnis mit den Vereinigten Staaten kann er vom westlichen Verteidigungssystem profitieren, ohne zu politischen Gegenleistungen verpflichtet zu sein.
Spanien wird der militärische Hauptverbündete der Amerikaner.
26. September 1953

- Spanien und Portugal werden Mitglieder der UNO.
14. Dezember 1955

- Unter Francos sechster Regierung verschwinden die Falangisten fast völlig von der Bildfläche, dafür treten zwei Minister von Opus Dei in den Vordergrund. Auf ihren Rat hin liberalisiert Franco die Wirtschaft.
25. Februar 1957


  • Die Entkolonialisierung

Bei der Frage der Entkolonialisierung scheiden sich die Geister. Salazar lehnt den Verzicht auf seine Kolonien kategorisch ab, während Franco der Unabhängigkeit Äquatorialguineas und später der Westsahara zustimmt.

- Franco und Salazar treffen sich in Mérida. Eine Einigung über die afrikanische Frage wird nicht erzielt. Die Diktatoren sehen sich nie wieder.
Mai 1963

- Die politische Repression erreicht 1965 mit der Ermordung Humberto Delgados und seines Sekretärs durch die portugiesische Geheimpolizei ihren Höhepunkt.


  • Das Ende der iberischen Diktaturen

- Eineinhalb Jahre nach der Nelkenrevolution stirbt der „Caudillo“ nach langer Agonie. Weder in Spanien noch in Portugal überlebt das Regime seinen Gründer.
20. November 1975

Erstellt: 21-11-05
Letzte Änderung: 23-11-05