Vom Kampf um die staatliche Unabhängigkeit zum Kampf um die politische Macht - Die politischen Lehrjahre der Indira Gandhi
Indira Gandhi (geboren 1917) war das einzige Kind von Jawaharlal Nehru, dem ersten Premierminister Indiens. Seite an Seite mit Mahatma Gandhi hatte Nehru für die Unabhängigkeit Indiens gekämpft. Beide setzten sich im Indischen Nationalkongress stets für eine gewaltfreie Loslösung von der Kolonialmacht Großbritannien ein. Indira schloss sich schon in jungen Jahren dem Kampf um die Unabhängigkeit Indiens an.
Im Jahr 1942 heiratet sie Feroze Gandhi und nimmt dessen Familiennamen an. Trotz der Namensgleichheit besteht keine verwandtschaftliche Beziehung zu Mahatma Gandhi.
1947 erlangt Indien seine Unabhängigkeit. Jawaharlal Nehru wird der erste Premierminister des Landes. Die muslimische Minderheit fordert einen eigenen Staat: Pakistan. Im Zuge der religiösen Auseinandersetzungen werden über 12 Millionen Menschen ins Exil getrieben. Für Indira Gandhi und ihre Kongresspartei ist dies ein schmerzhaftes Erlebnis, es bestärkt sie in ihrem Glauben an ein vereintes, laizistisches Indien.
Indira wird nach und nach zur engsten politischen Vertrauten Nehrus. 1960 stirbt ihr Mann, 1964 ihr Vater. Nach dem Tod ihres Vaters will die Partei sie zu seiner Nachfolgerin bestellen. Sie lehnt jedoch ab und wird stattdessen Presse- und Informationsministerin im Kabinett seines Nachfolgers Lal Bahadur Shastri. Zwei Jahre später (1966) erliegt Shastri einem Herzinfarkt.