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Venedig 2005 - Außer Konkurrenz - 08/09/05

Cinderella Man

Ein Film von Ron Howard


Ron Howard gelingt ein
episch-historischer Boxer-Film.

(2005, USA, 142 Min,)
Mit Russell Crowe, Renée Zellweger, Paul Giamatti, Paddy Considine…
Kinostart Deutschland 08. September 2005

Synopsis: Zu Beginn der wirtschaftlichen Depressionen der 30er Jahre scheint der ehemalige Profi-Boxer James J. Braddock genauso niedergeschlagen und unglücklich wie das damalige Amerika. Durch die Krise vollkommen verarmt ist er auf der Suche nach einem Job als Hafenarbeiter. Um seine Kinder ernähren zu können, bittet er seine ehemaligen Vorgesetzten um Hilfe. Als ihm sein Agent Joe Gould einen außergewöhnlichen Boxkampf gegen einen Champion anbietet, den niemand herausfordern will, stimmt er notgedrungen und knurrenden Magens zu...

Kritik: Im Stil eines klassisches Biopic erzählt Cinderella Man das erbauliche Leben eines ungewöhnlich mutigen und hartnäckigen Boxers: James Braddock. Als zurückgezogener Boxer, dem früher mal eine verheißungsvolle Karriere bevorstand, erlebt er -gemeinsam mit der ganzen amerikanischen Nation- mit voller Wucht den Zusammenbruch der 30er Jahre. Ron Howard ist nicht mehr der naive Bengel von 'Happy Days', aber die Presse beharrt darauf, ihn -ungeachtet seiner Leidenschaft für die Leinwand- im schlimmsten Fall als einen Amateur anzusehen, bestenfalls als einen guten 'Handwerker', einen guten 'Filmemacher'. Seine Filmographie erhält dennoch mindestens zwei Meisterstücke: 'Willow', ein Musterbeispiel jener Gattung, und 'In einem fernen Land', ein Epos im Stil von David Lean in 'Super 70 Panavision - Aufmachung.'

Die Biographie jenes mythischen Boxers verlangt nach einem Schauspieler, der diesen 'next door hero' verkörpern kann, der die Fähigkeit besitzt, der Hoffnungsträger eines Volkes zu werden und mit knurrendem Magen zu kämpfen. Ron Howard hat sich für den bewährten mehrmaligen Oscargewinner Russel Crowe entschieden, der schon in 'A beautiful mind - Genie und Wahnsinn' (2002) so treffsicher überzeugte. Der im Studio als unberechenbar geltende neuseeländische Schauspieler, der im Film stämmig wirkt und abwechselnd mit seinem schwerem verzweifeltem Blick beeindruckt oder durch sein charmantes Lächeln reizt, setzt seinen natürlichen Zorn in den Dienst jener Sportlegende. Als großartiger Darsteller setzt er bei jeder Aufnahme alles aufs Spiel und verblüfft durch die umwerfende Spontaneität seines Auftritts. Dabei wird er perfekt durch den beeindruckenden Paul Giamatti begleitet, der von der 'Times' als bester Schauspieler der Welt gekürt wurde, und der den treuen, am Schreibtisch gerissenen, am Boxring aber völlig ausrastenden Coach spielt.

Zwei zu überwindende Hürden erwarteten Ron Howard für 'Cinderella Man'. Zunächst war es eigentlich schon eine Zumutung -nach Vorbildern wie Dorothy Lange und 'Früchte des Zorns' von John Ford- die Grosse Depression darstellen zu wollen. Der Cineast nimmt diese Hürde erstens durch einen großen Aufwand an technischen Mitteln, was durchaus paradox klingt, wenn es darum geht, das Elend zu zeigen; zweitens durch eine nur scheinbar schmutzige Sepiabildtextur und dominierende schwarze Töne, die durchaus ästhetisch wirken. Die zweite nicht minder schwierige Hürde bestand darin, nach solchen Meisterwerken wie 'Raging Bull' (der von den Journalisten wenig geschätzt wurde) oder dem unübertroffenen 'The Set-up' (1949) erneut einen Boxer-Film zu drehen. Das Ergebnis lässt sich aber sehen, ob es sich nun um glaubwürdiges Boxen handelt oder nicht, die Spannung durchzieht jeden Moment der Handlung, jede Runde, jede Kampfphase: der Zuschauer zittert, leidet, atmet stockend im Tempo des Helden Jim Braddock, der heißhungrig für seine Mitmenschen kämpft.

Delphine Valloire


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Cinderella Man
Ein Film von Ron Howard
(2005, USA, 142 Min,)
Mit Russell Crowe, Renée Zellweger, Paul Giamatti, Paddy Considine…
Venedig 2005 - Außer Konkurrenz

Erstellt: 06-09-05
Letzte Änderung: 08-09-05