Mang'Arte: Welchen Stellenwert nehmen Mangas und Animes mittlerweile auf der Leipziger Buchmesse ein und welche Entwicklung haben diese in den letzten Jahren durchgemacht?Seit 2001 gibt es den Schwerpunkt Comic auf der Leipziger Buchmesse. Zeitgleich kam in Deutschland verstärktes Interesse an der Manga-Kultur auf. Diesen Trend griffen wir im darauffolgenden Jahr 2002 auf. Seitdem prägen Mangas und Animes das Gesicht unseres Comicbereichs. „Comics in Leipzig“ vollziehen eine rasante Entwicklung wie die Flächenzahlen im Vergleich zeigen: Lag die Bruttofläche im Jahr 2001 bei 2.200 Quadratmetern, stieg sie bis zum Jahr 2005 auf 7.200 Quadratmetern an. Ausstellende Comicverlage und Buchhändler locken jedes Jahr Tausende Fans und Interessierte auf das neue Messegelände.
Mit den mangabegeisterten Jugendlichen entwickeln sich auch die Themen mit. Inzwischen setzen sich komplexe Mangageschichten auch mit gesellschaftskritischen Themen auseinander, wie wir immer wieder bei den Einsendungen zu unserem Nachwuchszeichenwettbewerb „Manga Talente“ feststellen, der inzwischen der größte Zeichenwettbewerb dieser Art in Europa ist.
Mang'Arte:Namhafte Manga – Zeichner wie z.B. Jon-Eun Lee, die Autorin der 5-teiligen Serie „Shi Hwa Mong“ werden auch dieses Jahr wieder ihre Werke auf der Buchmesse signieren. Als wie wichtig erachten Sie die Präsenz von Manga - Schöpfern auf Buchmessen?
Das Markenzeichen der Leipziger Buchmesse sind „Autoren zum Anfassen“. Auf unzähligen Publikumsveranstaltungen können Leser ihre Lieblingsautoren live und hautnah erleben. Das gleiche gilt natürlich auch für Mangafans und ihre Zeichenidole. Die Präsenz von Manga-Schöpfern in Leipzig unterstreicht deshalb den einzigartigen Charakter der Leipziger Buchmesse als Autoren- und Publikumsmesse.
Mang'Arte:Welches Publikum trifft man im Comicbereich auf der Leipziger Buchmesse? Eher Jugendliche oder auch vermehrt Erwachsene?
Im Comic- und Mangabereich trifft man hauptsächlich Jugendliche und junge Erwachsene. Aber durch Besonderheiten der japanischen Kultur wie das Brettspiel GO, den Teegarten oder die japanische Bibliothek ist dieser Bereich auch für Erwachsene oder jene, die noch nie Kontakt zu Mangas oder Comic gehabt haben, interessant.
Mang'Arte:Welches Feedback bekamen sie von Besuchern im Manga- bzw. Comicbereich?
Die Comicfans und auch die, die noch nicht zu den Szenekennern gehören, zeigen sich immer sehr begeistert von unserem Angebot, den zahlreichen Veranstaltungen und Signierstunden. Die steigenden Besucherzahlen in den letzten Jahren sprechen für sich.
Mang'Arte:Hat sich ein Ansteigen von ausländischen Verlagen bemerkbar gemacht? Wie stark sind deutsche Comic-Verlage vertreten?
2005 tritt erstmals Korea mit einem Stand im Comicbereich der Leipziger Buchmesse auf. Zu zwei großen japanischen Verlagen bestehen seit 2004 sehr enge Kontakte. Von deutschen Verlagen sind in unterschiedlicher Form knapp 70 vertreten.
Mang'Arte:Kann der Comic-Bereich allgemein als Jungbrunnen für die Buchmesse angesehen werden?
Mit den Themenschwerpunkten „Kinder-Jugend-Bildung“ und „Comic“ ist die Leipziger Buchmesse eine junge Buchmesse. Knapp ein Drittel aller Besucher waren im Jahr 2004 jünger als 21 Jahre. Unser Hauptanliegen ist es, über Comics die Kinder und Jugendlichen an das Medium Buch heranzuführen, für Kinder- und Jugendliteratur zu interessieren und langfristig für Bücher - egal ob Belletristik oder Sachbuch - zu begeistern.
Mang'Arte:Sind weitere Projekte im Manga bzw. Comicbereich für zukünftige Buchmessen geplant?
Zukünftig setzen wir auch weiter auf große Namen und wollen die Stars der Szene für unsere Besucher nach Leipzig holen. Wir hoffen natürlich, dass bestehende oder neu eingeführte Projekte, wie der Leipziger Dojinshi-Markt, der in diesem Jahr Premiere hat, erfolgreich weiterlaufen.
Mang'Arte:Was wird das Manga – Highlight der diesjährigen Leipziger Buchmesse sein?
Zusammen mit dem Verlag Carlsen Comics präsentiert die Leipziger Buchmesse Kazuki Takahashi, Starzeichner und Erfinder der erfolgreichen Mangaserie „Yu-Gi-Oh!“. Alle Fans können Takahashi-sensei bei Signierstunden und einem Interview live und hautnah erleben. Aus der Serie „Yu-Gi-Oh“ wurde das gleichnamige Kartenspiel entwickelt, das mittlerweile in Deutschland das meistverkaufte ist.
Interview wurde von Julia Neugebauer & Patricia Czarkowski geführt. Januar 2005.






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