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18.11.2004 - 23.30 : tracks - 31/10/08

CocoRosie

CocoRosie klingen so wie sie heißen: süß, unschuldig und ein bisschen schräg. Die Schwestern aus Brooklyn sind die Entdeckung des Jahres.

Ausschnitte der Reportage sehen (realvideo - 2 Min.10)
Hörprobe "Terrible Angels"
Hörprobe "Butterscotch"

Wenn CocoRosie auftreten, ist das Publikum konzentriert wie selten. Und lauscht beinahe andächtig Sierra mit ihrer klassischen Gesangsausbildung, MC Spleen, dem befreundeten Beatboxer aus Paris und Sierras jüngerer Schwester Bianca. In Paris ist ein Sound entstanden, der die Musikwelt verstört. Ein Klangteppich aus lärmendem Kinderspielzeug und Geräuschen vom Diktiergerät. Das Faszinierende an Rosie und Coco, so die Kosenamen ihrer Kindheit, ist tatsächlich ihre Radikalität. Sie machen ihre Musik mit einfachsten Mitteln, ohne Rücksicht auf den Markt oder ein Publikum. Diese kompromisslose Suche nach der eigenen musikalischen Wahrheit ist es, warum auch der Pariser MC Spleen sein Herz an die beiden verrückten Schwestern verloren hat .

Bianca: "Ich denke, wir sind in der Lage unsere Vertrautheit und unsere ruhige, irgendwie unbeholfene Art zu übertragen. Und das bringen wir direkt auf die Bühne. Wir laden sozusagen das Publikum ein in unser privates Zimmer."

„La maison de mon rêve“ ist ein großartiger Zufall. Ursprünglich nur eine selbstgebrannte CD die irgendwann einem Labelchef in die Hände fiel. Sierra studierte Gesang, als Bianca sie eines Tages besuchte. Jahrelang hatten sich die Schwestern nicht gesehen. Und dann passierte es. Nicht nur ihre Stimmen und Geräusche sind außergewöhnlich, sondern auch ihre Texte: Mal scheinbar völlig banal, dann wieder äußerst komplex und von großer poetischer Tiefe. In "Terrible Angels" singen sie von der Abhängigkeit männlicher Künstler von ihren Musen, den schrecklichen Engeln. Frauenbilder und deren Probleme. Darum geht es nicht nur in diesem Song. Die Texte sind meist von Bianca, die sich ohnehin mehr als Schriftstellerin begreift. Sierra, entwickelt dazu die Musik. Ihre Stücke sind kleine Inszenierungen, zum Beispiel von einem Farmer, der glaubt, Jesus liebe nur ihn, aber bestimmt nicht seine Frau oder gar seinen schwarzen Mitbürger.

Bianca: "Ich denke, unsere Songs sind wie Kurzgeschichten oder Charakter Skizzen. In diesem Sinn finden sich darin sehr viele Rollenspiele. Eigentlich verändern wir unsere Stimmen, um die Persönlichkeit einer bestimmten Figur darzustellen."

Und nicht zuletzt ihre Aufnahmetechnik ist originell. In der Camargue auf dem Bauerhof ihrer Mutter arbeiten sie gerade an ihrem zweiten Album, das im Frühjahr herauskommen soll. Noch immer ohne Computer, ohne Studio, ohne Producer. Alles entsteht nach wie vor mit einfachsten Mitteln. Sogar die Mischung machen sie selbst. Und an dieser Technik wollen sie auch nichts ändern. CocoRosie begann als ein kleines spontanes Projekt. Jetzt ist es ihr Leben.

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Neuestes Album
"La maison de mon rêve" von CocoRosie bei Touch and Go Records
>> Website des Labels - http://www.tgrec.com/

Chronik
"La maison de mon rêve" in unserer Rubrik CD-Tipps
>> Artikel lesen

CocoRosie on Tour
17.11.2004 - Nantes, Lieu Unique
20.11.2004 - Paris, Fondation Cartier
22.11.2004 - Bruxelles, Ancienne Belgique
23.11.2004 - Hamburg
24.11.2004 - Köln
25.11.2004 - Heidelberg
26.11.2004 - Dijon, La Vapeur

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TRACKS
Eine Reportage von Wolfgang Schiller
Donnerstag, den 18. November 2004 um 23.30 Uhr
Wiederhol. am Samstag, den 20. November um 17.45 Uhr
Redaktion: BR
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Erstellt: 16-11-04
Letzte Änderung: 31-10-08


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