Der Autor und Zeichner Alexeï Nikitin: „Als ich zehn war, gab es die ersten Kaugummis aus den USA. Am besten hat mir daran die Verpackung gefallen. Wegen der Farben und der Zeichnungen. Da kam ich auf die Idee, selbst Comics zu zeichnen. Auf meinen Zeichnungen habe ich das Thema der Kaugummi-Papiere wieder aufgegriffen, mit Figuren meiner eigenen Geschichten aus der Gegenwart, der Vergangenheit und der Zukunft.“ Geschichten, die Geschichte erzählen: Staatspropaganda, leere Regale in den Geschäften, die ersten Landungen auf dem Mond.
„Das Wichtigste sind persönliche Erinnerungen“, sagt Varvara Pomidor, Comicautorin und Zeichnerin. „Dieses Bild zeigt zum Beispiel den Gegensatz zwischen der offiziellen Version der Geschichte und der Geschichte wie sie Kinder erleben. Als ich im Kindergarten war, gab es ein älteres Mädchen, das weinte, als ein Spitzenpolitiker der Sowjetunion starb. Mir war das damals egal.“
Die jungen Autoren müssen von ihren Comics leben. Sie brauchen Verleger, damit sie über die Runden kommen. Doch in Russland interessieren sich nur Galerien und Museen für ihre Werke. Ein breites Publikum für Comics gibt es nicht.
„Die meisten Leute in Russland betrachten Comics nicht als Kunst.“ sagt Comic-Verleger Dmitri Jakolew. „Sie denken, Comics sind nur was für Kinder oder Idioten.Doch seit 5 Jahren spüre ich, dass sich die Dinge ändern. Vor allem dank des Comic-Festivals "Boomfest", das wir in Sankt Petersburg ins Leben gerufen haben. Unsere Generation muss den Comics in Russland Glaubwürdigkeit verschaffen, damit junge russische Autoren etwas wagen und international bekannt werden.“
Die erste Etappe ist Angoulême. Hier können sie ihre Werke Verlegern aus dem Ausland präsentieren und hoffen, dass das Festival sich auch auf die Szene in Russland auswirkt.







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