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Donnerstag, 12. August 2010, ab 20.15 Uhr - 10/08/10

Cool

Relax… Der Cool Jazz nähert sich auf sanften Pfoten und Soul Music tönt aus jedem Radio. In „Schritte ohne Spur“ rechnet der französische Regisseur Claude Chabrol mit der bürgerlichen Verlogenheit ab.

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Montag, 30. August 2010

14:45
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Schritte ohne Spur

In einer gut situierten französischen Familie vom Lande herrschen Spannungen, die sich nur mühsam hinter der Fassade bürgerlicher Wohlanständigkeit verbergen lassen...

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Montag, 30. August 2010 um 14.45 Uhr

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Schritte ohne Spur
(Frankreich, Italien, 1959, 90mn)
ARD
Regie: Claude Chabrol
Kamera: Henri Decae
Musik: Paul Misraki
Schnitt: Jacques Gaillard
Darsteller: André Jocelyn (Richard), Antonella Lualdi (Léda), Bernadette Lafont (Julie), Jacques Dacqmine (Henri Marcoux), Jean-Paul Belmondo (Laszlo Kovacs), Jeanne Valérie (Elisabeth), Laszlo Szabo (Vlado, Laszlos Freund), Madeleine Robinson (Thérèse Marcoux), Mario David (Roger, der Milchmann)
Autor: Claude Chabrol, Gégauff nach dem Roman von Stanley Ellin
Produktion: Robert et Raymond Hakim
Produzent: Raymond Hakim, Robert Hakim

16:9 (Breitbildformat)

In einer gut situierten französischen Familie vom Lande herrschen Spannungen, die sich nur mühsam hinter der Fassade bürgerlicher Wohlanständigkeit verbergen lassen. Als der Hausherr nicht mehr gewillt ist, seine Affäre mit der schönen Nachbarin vor der Öffentlichkeit geheim zu halten, und er seine Familie für die Geliebte verlassen will, wird diese plötzlich brutal ermordet ...

Henri Marcoux und seine Frau Thérèse leben auf ihrem Landgut nur mehr nebeneinander her; füreinander empfinden sie nur noch Hass. Henri flüchtet sich täglich zu seiner Geliebten, der attraktiven Nachbarin Léda. Seine Frau weiß von der Liebschaft ihres Mannes und gestattet sie ihm, solange er sie nicht verlässt. Für diesen Fall droht sie Henri mit einem Skandal und kündigt an, ihm und Léda das Leben zur Hölle zu machen.
Thérèse ein Dorn im Auge ist auch Laszlo Kovacs, ein alter Bekannter von Léda sowie der Verlobte von Tochter Elisabeth, den sie mit Henris Hilfe aus dem Hause schaffen will. Das ungenierte Verhalten Laszlos, seine gnadenlose Ehrlichkeit und seine unbürgerlichen Ansichten sind der biederen Thérèse ein Gräuel. Auch Richard, der eigentümliche, musikbesessene (Mutter-)Sohn des Hauses, kann Laszlo nicht ausstehen. Doch dieser hat sich bereits im Anwesen der Marcoux eingenistet, wo er sich aushalten und verköstigen lässt, seiner Elisabeth nah sein kann, betrunkene Freunde anschleppen und Kontakt zur benachbarten Léda halten kann. Aufgrund seiner engen Freundschaft zu Léda ermutigt Laszlo den ihm wohl gesonnen Schwiegervater in spe, endlich zu seinen Gefühlen zu stehen und seine Frau zu verlassen, die ihn längst anwidert.
Henri hält das Versteckspiel vor den Kindern und der Öffentlichkeit nicht mehr aus. Nach einem heftigen Ehestreit provoziert er einen Skandal, indem er sich in der nahe gelegenen Stadt mit seiner Geliebten zeigt. Kurz darauf wird Léda ermordet aufgefunden. Die Polizei verdächtigt Roger, den Freund des koketten Hausmädchens Julie. Für Thérèse scheint nun endlich Schluss zu sein mit den jahrelangen Demütigungen; fehlt nur noch das Verschwinden Laszlos. Doch dieser denkt nicht daran, ihr diesen Gefallen zu tun, zumal er den wirklichen Mörder zu kennen glaubt ...

Claude Chabrols dritter Film ist eine brillant fotografierte, kunstvoll-kühl gestaltete Adaption des Kriminalromans "Die schöne Dame von nebenan" ("The Key to Nicholas Street", 1952) von Stanley Ellin. Das frühe Werk des 1930 geborenen Mitbegründers der Nouvelle Vague zeigt zwar noch Einflüsse von Vorbildern wie Alfred Hitchcock und Fritz Lang, jedoch lässt sich in "Schritte ohne Spur" bereits deutlich die eigene Handschrift des französischen Autorenfilmers ablesen.
Wie er es als sozialkritischer Chronist der französischen Bourgeoisie später immer wieder getan hat, schaut Chabrol auch hier schon hinter die Fassade eines fragwürdigen bürgerlichen Milieus.
"Vor dem Hintergrund einer trügerischen Sonntagsidylle in Südfrankreich konstruiert Chabrol ein exakt berechnetes Spiel um Macht, Familienterror, Gefühlsheuchelei und bourgeoise Rituale. Die ätzende Moralkritik versteckt sich hinter scheinbar distanzierter Beobachtung."
Schauspieler Jean-Paul Belmondo in der Rolle des freimütigen Laszlo wurde durch "Schritte ohne Spur" erstmals einem breiteren Publikum bekannt, bevor er im gleichen Jahr mit "Außer Atem" seinen endgültigen Durchbruch schaffte. Im Chabrol-Krimi brillieren ebenfalls die weiblichen Hauptdarstellerinnen Antonella Lualdi und Madeleine Robinson als Widersacherinnen Léda und Thérèse.





Samstag, 21. August 2010

03:00
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Birth of Cool

Man glaubt es kaum - auch der Jazz wirkt unterschwellig bis heute nach im Popuniversum.

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Samstag, 21. August 2010 um 03.00 Uhr

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Birth of Cool
(Deutschland, 2010, 52mn)
ZDF
Regie: Christian Bettges

16:9 (Breitbildformat)

1955 - 1966: Ein musikalischer Urknall verändert die Welt und bringt ein Universum neuer Stile hervor. Die vierteilige Dokumentationsreihe "Birth of" begibt sich an die Anfänge unserer Popkultur und verfolgt die Geburtsstunde neuer musikalischer Formen. Beobachtet sie beim Laufenlernen und begleitet ihren Erfolg: Rock'n'Roll, Soul, Cool und Pop - jene Galaxien, die in ihrer Gesamtheit nicht mehr und nicht weniger bedeuteten als eine kulturelle Revolution.

Man glaubt es kaum - auch der Jazz wirkt unterschwellig bis heute nach im Popuniversum. Als Musik bei erfolgreichen Ausnahmekünstlern wie Jamie Cullum, der durch die Folge führt - als Haltung bei allen "Hipstern" in urbanen Milieus, die auf Sichentziehen als Form der Widerständigkeit setzen. Denen auch Literatur und bildende Kunst nicht fremd sind. Die sich cool geben - "Birth of Cool", das bereits 1949 aufgenommene, Mitte der 50er erschienene Album von Miles Davis gilt als Geburtsstunde dieser Attitüde und des Sounds. Lee Koonitz, 83 und bei den Aufnahmen zu "The Birth of Cool" als Saxofonist dabei, zelebriert den Zauber dieser musikalischen Welt - die Jazzgröße Dee Dee Bridgewater steht ihm zur Seite.
Die Dokumentation lässt die Existenzialistenzeiten in den Jazzkellern von Paris aufleben, die bereits in den späten 40ern vormachten, was in Deutschland erst von der Jugendkultur der "Exis" in den späten 50ern nachempfunden wurde. Zeigt die Bezüge zu der "Beat-Generation", jenen Literaten rund um Allen Ginsberg, die Mitte bis Ende der 50er Jahre in ihren Werken bereits den Sommer of Love vorwegnahmen - ist "Hippie" doch nichts anderes als die Verballhornung von "Hipster".
Und was das hieß, das leben wiederum die Schwarzen in Harlem und den In-Vierteln von Paris zu den Klängen von Charly Parker und Chat Baker vor ... Die heutige Sendung folgt ihren Spuren auf dem Weg vom Bebop über Cool bis hin zum Free Jazz der 60er Jahre, der als das Gegenprinzip zum Pop bis in die elektronische Musik heutiger Tage fortwirkt.




Samstag, 28. August 2010

03:00
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Birth of Groove

Die 60er - das waren auch die Jahre von Motown und Staxx...

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Samstag, 28. August 2010 um 03.00 Uhr

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Birth of Groove
(Deutschland, 2010, 53mn)
ZDF
Regie: Jean-Alexander Ntivyihabwa

Stereo 16:9 (Breitbildformat)

1955 - 1966: Ein musikalischer Urknall verändert die Welt und bringt ein Universum neuer Stile hervor. Die vierteilige Dokumentationsreihe "Birth of" begibt sich an die Anfänge unserer Popkultur und verfolgt die Geburtsstunde neuer musikalischer Formen. Beobachtet sie beim Laufenlernen und begleitet ihren Erfolg: Rock'n'Roll, Soul, Cool und Pop - jene Galaxien, die in ihrer Gesamtheit nicht mehr und nicht weniger bedeuteten als eine kulturelle Revolution.

Die 60er - das waren auch die Jahre von Motown und Staxx. Der Soul wurde geboren und brachte ein ganz neues Gefühl in den musikalischen Mainstream. Ray Charles, Sam Cooke und James Brown verbanden Elemente des Gospels und Blues zu einem leidenschaftlichen, rhythmischen Sound mit positiver Grundschwingung. Es groovte!
Sharon Jones von den Dap-Kings erläutert im legendären New Yorker Apollo die bis heute gültige Wucht und das so einzigartige Feeling dieses Sounds. The Dap-Kings, das ist jene Formation, die Amy Winehouse musikalisch ihren Welterfolg ermöglichte. Und im Apollo standen in den 60ern Größen wie Sam Cooke und Diana Ross & The Supremes auf der Bühne. Ebenso Martha Reeves, die nicht zuletzt ihren Jahrhunderthit "Dancin' in the Streets" kommentiert, den sie gemeinsam mit den Vandellas sang.
Die Dokumentation begibt sich an die Geburtsstätten des Soul in Detroit und Memphis. Über einen schlichten Hitreigen hinausgehend erhellt die heutige Sendung den soziokulturellen Hintergrund des Soul: In ihm erklingt die Forderung der Afroamerikaner nach dem Ende der Segregation und vollen Bürgerrechten. Soul wird zum Soundtrack für die amerikanische Bürgerrechtsbewegung um Martin Luther King und Malcom X, das Motown Label zum Vehikel wirtschaftlicher Eigenständigkeit.
Gil Scott-Heron, Legende und Vorreiter des Rap wie auch des Poetry Slam, trägt trotz Barack Obama bis heute noch viel Wut im Bauch über die Zwiespältigkeit der Erfahrungen zu Zeiten der Bürgerrechtsbewegung und wird sie in der Dokumentation zum Ausdruck bringen. Und mittendrin auch Leiber & Stoller: Denn die haben den Welthit "Stand by Me" geschrieben ...




Mittwoch, 18. August 2010

01:40
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Der Tag als die Beatles (beinahe) nach Marburg kamen

Teenager lassen sich die Haare schulterlang wachsen und werden als "Gammler" beschimpft...

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Mittwoch, 18. August 2010 um 01.40 Uhr

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Der Tag als die Beatles (beinahe) nach Marburg kamen
(Deutschland, 2005, 67mn)
HR
Regie: Michael Wulfes

Stereo 16:9 (Breitbildformat)

Der Dokumentarfilm "Der Tag, als die Beatles nach Marburg kamen" ist eine wunderbare, traurig-komische Geschichte über die Verführbarkeit durch die Sehnsucht, über das Ausblenden der Realität durch die Verliebtheit in einen Traum. Im Mittelpunkt steht zum einen Ferdinand Kilian, der tragische Held dieser Kleinstadtposse, mit seiner typisch deutschen Nachkriegsfamiliengeschichte und zum anderen die Stadt Marburg mit ihren "gläubigen" Einwohnern und deren Sehnsucht nach der "großen Welt" und der Flucht aus der engstirnigen Provinzialität.

Teenager lassen sich die Haare schulterlang wachsen und werden als "Gammler" beschimpft. Jugendliche hören laute Beatmusik, treffen sich in schummrigen Kellerdiskotheken, diskutieren nächtelang alternative Gesellschaftsmodelle, gründen Kommunen und testen Drogen. Die Sehnsucht der Jugend nach Veränderung ist allenthalben spürbar in Deutschland Mitte der 60er Jahre. In dieser Zeit spielt eine amüsante und anrührende Geschichte, in der einige junge Leute einen Traum haben und so fest daran glauben, dass er für einen Augenblick Realität zu sein scheint.
Filmemacher Michael Wulfes erzählt in "Der Tag, als die Beatles nach Marburg kamen" auch eine persönliche Geschichte. 40 Jahre nach dem vermeintlichen Konzert nimmt er die Zuschauer mit auf eine Zeitreise in seine Heimatstadt Marburg, in der damals wochenlang fiebrige Vorfreude den erwarteten Höhepunkt des Jahres 1966 begleitete: den Auftritt der "Beatles" im Marburger Stadtsaal. Dieses Märchen beginnt wie viele mit einem unglücklichen Mann, dem eines Tages eine Glücksfee die Erfüllung eines Wunsches verspricht.
Der Mann hieß Ferdinand Kilian, genannt Ferdie. Die "Fee" stellt sich als Herr Öttringer vor, behauptet John Lennon persönlich zu kennen, die weltberühmten Beatles in die Marburger Provinz holen und damit Ferdie zu einer Berühmtheit machen zu können, wenn dieser das Konzert vor Ort organisiert. Natürlich sagt Ferdie zu. Die Begeisterung steckt an. Je mehr Leute an das Märchen glauben, umso wahrhaftiger scheint es zu sein.
In Marburg herrscht "Beatlemania". Ferdie verkauft fleißig Konzertkarten, hängt Plakate auf und ein Teil seines Traums wird wahr: Die Menschen bewundern ihn. Vielleicht ist das Glücksgefühl dieser Wochen die bittere Enttäuschung am Ende wert, als er feststellt, dass er auf einen Betrüger hereingefallen ist. Der Preis für das kurze Glück ist hoch. Ferdie wird mehrfach verprügelt. Man nimmt ihm nicht nur die Täuschung übel, sondern vor allem die Tatsache, dass man sich so maßlos und leidenschaftlich gefreut hat und nun so tief gefallen ist.

Filmemacher Michael Wulfes rekonstruiert seine Geschichte mit liebevoll ironisch inszenierten Spielszenen, privaten Fotos, Archivaufnahmen und natürlich Zeitzeugen, die noch heute ins Schwärmen geraten, wenn sie sich an sich, an Ferdie, an Marburg und an den Tag erinnern, als die Beatles beinahe nach Marburg kamen. Damit zeichnet Wulfes zugleich ein dichtes Bild davon, wie diese und fast alle anderen Jugendlichen in der Kleinstadt und auf dem Dorf Mitte der 60er Jahre begannen, sich mit der Beatmusik und allen ihren Begleiterscheinungen von der konservativen Welt ihrer Eltern abzugrenzen.



Erstellt: 03-05-10
Letzte Änderung: 10-08-10


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