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Kino auf ARTE - 08/12/11

D'Artagnans Tochter

(La fille de d'Artagnan)
Spielfilm, Frankreich 1994, ARTE F
Regie: Bertrand Tavernier; Buch: Bertrand Tavernier, Jean Cosmos, Michel Léviant; Kamera: Patrick Blossier; Schnitt: Ariane Boeglin; Musik: Philippe Sarde; Produzent: Véronique Bourboulon; Produktion: Ciby 2000, Little Bear, TF 1 Films Productions, BNP Images, Canal +
Mit: Sophie Marceau - (Eloïse d'Artagnan), Philippe Noiret - (D'Artagnan), Sami Frey - (Aramis), Jean-Luc Bideau - (Athos), Raoul Billerey - (Porthos), Nils Tavernier - (Quentin), Claude Rich - (Duc de Crassac), Charlotte Kady - (Eglantine de Rochefort)

Eloïse, die Tochter des berühmten Musketiers d'Artagnan, wächst wohlbehütet in einem provenzalischen Kloster heran. Doch als bewaffnete Männer das Ordenshaus überfallen, ist es mit dem beschaulichen Leben vorbei. Als der jungen Frau dann auch noch ein blutverschmiertes Papier in die Hände fällt, vermutet sie prompt eine Verschwörung auf höchster Ebene. Als Mann verkleidet, macht sie sich auf die gefahrenvolle Reise nach Paris, den einzigen Menschen aufzusuchen, dem sie noch vertraut: Ihren Vater d'Artagnan ...



In jungen Jahren war der Musketier d'Artagnan ein vielbeschäftigter Mann, zu beschäftigt um sich um die Erziehung seiner unehelichen Tochter Eloïse zu kümmern. Also brachte er das kleine Mädchen in einem provenzalischen Nonnenkloster unter, wo es über die Jahre zu einer temperamentvollen jungen Frau heranwuchs. Doch das beschaulich-behäbige Leben im Konvent nimmt ein jähes Ende, als ein Trupp bewaffneter Männer, unter der Führung einer geheimnisvollen Frau in Rot, das Gebäude stürmt. Eigentlich sind die Eindringlinge nur auf der Suche nach einem entlaufenen Sklaven, doch als Eloïse eine vom Blut des Verfolgten befleckte Wäscheliste findet, vermutet das abenteuerlustige Mädchen hinter dem harmlosen Stück Papier eine geheime Botschaft. In Männerkleidung macht sie sich auf nach Paris, um ihren Vater um Hilfe bei der Aufklärung des vermeintlichen Komplotts zu bitten.
Auf dem langen und gefährlichen Weg trifft Eloïse den mittellosen Dichter Quentin, welcher sich unsterblich in sie verliebt und ihr nicht mehr von der Seite weicht. In Paris angekommen, findet sie ihren Vater als einen bei der Krone in Ungnade gefallenen, mittellosen alten Mann vor. Dieser will nichts von einer Verschwörung wissen, aber mit viel Überredungskunst gelingt es Eloïse doch, d'Artagnan von der Echtheit ihrer verschlüsselten Nachricht zu überzeugen.
Gemeinsam mit ihrem Vater und dessen alten Musketierfreunden Porthos, Aramis und Athos macht sich die junge Heldin auf, das vermeintliche Komplott zu vereiteln. Doch wie es der Zufall so will, decken die Recken dabei eine echte Verschwörung auf, in welche Eglantine de Rochefort, die Frau in Rot, und der machtgierige Duc de Crassac verwickelt sind.

Regisseur Bertrand Tavernier ist beileibe kein unbeschriebenes Blatt im französischen Kino. Als Autor und Regisseur kann er auf über 30 Filme und zahlreiche Auszeichnungen zurückblicken. Für "Der Lockvogel" gewann er 1995 den Goldenen Bären der Berliner Filmfestspiele, sowie mit "Das Leben und nichts anderes" (1990) einen BAFTA-Award für den besten ausländischen Film. Weiterhin wurde er mehrfach mit dem französischen César für die beste Regie und das beste Drehbuch ausgezeichnet.
"D'Artagnans Tochter" zählt sicherlich zu Taverniers leichteren Werken und lässt sich wohl am besten als heitere Hommage an klassische Mantel und Degen Filme bezeichnen. Mit temporeichen Fechtszenen und viel schnippischem Witz wird beste Unterhaltung geboten. Dafür sorgen vor allem die Schauspieler, die ihre Rollen mit ironisch unterfüttertem Charme verkörpern. Hervorzuheben sind hierbei Sophie Marceau, welche die Titelrolle des lebenslustigen Mädchens mit viel Esprit darstellt, sowie Taverniers Lieblingsschauspieler Philippe Noiret, dessen in die Jahre gekommener d'Artagnan sich vor allem durch seine brummige, bärbeißige Art auszeichnet. Ganz besondere Erwähnung findet Claude Rich, der für die Rolle des machtgierigen, aber leicht verrückten Duc de Crassac für den César als beste Nebenrolle nominiert wurde.
Ebenso erhielt die von Philippe Sarde komponierte Musik eine César-Nominierung für die beste Filmmusik.

D'Artagnans Tochter
Dienstag 27. Dezember 2011 um 14.45 Uhr
Keine Wiederholungen
(Frankreich, 1994, 124mn)
ARTE F

Erstellt: 08-12-11
Letzte Änderung: 08-12-11