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“Le Buste” (Real Media, 45")
“Mikhail Gertrude Stein” (Real Media, 45")
“James Joyce Erik Satie Mix” (Real Media, 45")Es war eine Romanfigur von William S. Burroughs, die den DJ Paul D. Miller zu seinem Künstlernamen inspirierte. Als DJ Spooky legt er nicht nur Musik auf, darüber hinaus ist er Produzent, veröffentlicht regelmäßig Artikel und hat eine Dozentenstelle für Music Mediated Art. Zum Plattenauflegen kam er durch HipHop und TripHop. Sowohl aufgrund seines Philosophiestudiums als auch seines musikhistorischen und –theoretischen Interesses begann er mehr und mehr mit DJing als Form der Dekonstruktion zu experimentieren. Spookys DJ-Sets sind unkonventionell, denn nicht das Tanzen steht im Vordergrund. Stattdessen bedient er sich munter aus der großen und bunten Plattenkiste der Musikgenres, die er durch Beifügung verschiedenster Sounds und Klangquellen in neue inhaltliche und ästhetische Kontexte setzt. In Clubs legt er nur noch selten auf, stattdessen wird er für exklusive Veranstaltungen im Museumskontext gebucht.
Für das Album „Sound Unbound“ wurde DJ Spooky von dem belgischen Label Sub Rosa dazu eingeladen, deren Katalog zu remixen. Dies ist kein gewöhnlicher Katalog, denn in Sub Rosas Programm befinden sich Tondokumente von Schriftstellern und Künstlern wie Marcel Duchamp, Hans Arp, Jean Cocteau, Wladimir Majakowski, Walter Ruttmann, René Magritte, Allen Ginsberg, James Joyce, Kurt Schwitters und vielen anderen. Spooky kombiniert die Wortbeiträge mit Minimal und Experimental Music von Terry Riley, Philip Glass, Steve Reich und John Cage, mit Jazz von Sun Ra, mit orientalischer und panamerikanischer Weltmusik, mit Rock à la Sonic Youth oder liefert sich dazu einen DJ-Battle mit dem Turntablist Rob Swift. Es ist frech, wie DJ Spooky all die historischen Tondokumente in Fragmente auflöst und sie mit verschiedensten Musikgenres konfrontiert. Aber gerade diese Frechheit ist es, die neue und bisher verborgen gebliebene interessante Bezüge herstellt. DJ Spooky versteht sein Albumkonzept als ein Audioessay. Kunst ist für ihn längst nicht mehr nur auf Objekte begrenzt. Denn wie die konzeptionellen Ausführungen der Künstler zeigen, entstehen viele Werke mit der Intention, die Gesellschaft zu verändern.
- Weitere Empfehlung:
DVD/Absolut Medien
Die eineiigen Zwillinge Stephen und Timothy Quay gehören zu den absolut interessantesten und außergewöhnlichsten Animationsfilmern. In ihren Filmen kreieren die beiden Briten fantastische Welten, die poetisch traumhaft und verstörend bizarr zugleich sind. Während der Hoch-Zeit von MTV erlangten sie mit ihrem Video zu Peter Gabriels „Sledgehammer“ erstmals internationale Popularität. Für den Sender produzierten sie unter anderem die großartige Kurzfilmreihe „Stille Nacht“, zu der die Band "His Name Is Alive" die Musik geliefert hat. Darüber hinaus haben sie mit Komponisten wie Olga Neuwirth und Karlheinz Stockhausen gearbeitet. Material für ihre surrealen Szenerien und Figuren finden die Quays auf Flohmärkten. Und zu ihren Geschichten lassen sie sich wiederum von Schriftstellern wie Franz Kafka, Robert Walser und Bruno Schulz inspirieren. Mit Hilfe der Stop-Motion-Technik hauchen sie den antiquierten Puppenfiguren und dem größtenteils ramponierten Kinderspielzeug neues Leben ein und lassen sie durch somnambule Szenarien treiben. In Zusammenarbeit mit den Quay Brothers wurden 13 Kurzfilme aufwändig neu gemastered und diverse Extras für die DVD erarbeitet. Dem Urteil des britischen Filmemachers Terry Gilliam kann man sich nur anschließen: „Wonderful, brilliant stuff!“
Matthias Schneider







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